Aus der Amazon.de-Redaktion
Deutschland, wir wissen das, befindet sich seit Jahren in einer Krise. Die Zahl der Arbeitslosen steigt und steigt, während die Steuereinnahmen sinken und sinken. Die Bildungsstudie PISA hat gezeigt, dass wir mit unserem Bildungssystem auch längst nicht mehr auf der Höhe der Zeit sind. Und das politische System ist in einer Stagnation befangen, aus der es sich trotz aller Bemühungen nicht befreien zu können scheint. Vor allem aber: Keine guten Aussichten also, oder doch? Gibt es irgendwo Lichtstreifen am Horizont, die Hoffnung machen könnten? Ja! Sagt Hajo Schumacher. Man muss nur genau hinschauen. Und man muss bereit sein, aus den optimistischen Geschichten auch wirklich zu lernen, von denen er in seinem unterhaltsam geschriebenen Buch berichtet und das anhand einer Fülle von Beispielen eindrucksvoll belegt: "Nicht nur von Kuba und Korea aus betrachtet sieht das verzagte Deutschland anders aus: erfolgreicher, stabiler und sehr viel angenehmer als seine Bewohner es empfinden."
Eine der Erfolgsgeschichten, und das mag überraschen, handelt ausgerechnet vom Deutschen Institut für Normung -- einer Kathedrale dessen also, wofür wir uns sonst fast schämen: die typisch deutsche Bürokratie! Das die aber, wenn sie nach verlässlichen Standards funktioniert und eben solche rechtsverbindlich und nach vernünftigen Maßstäben setzen kann, eine wahre Gnade ist, erläutert der Autor unter anderem anhand eines zwar literarisch ausgesprochen tristen, für einen ganzen Wirtschaftszweig und dessen Kunden aber sehr heilsamen Büchleins aus der Werkstatt dieses Instituts: das Standardisierte Wörterbuch Tourismus. In dem sind penibel die Definitionen aufgelistet, die der DIN-Mitarbeiter Dr. Holger Mühlbauer mit Vertretern der Reisebranche in einem jahrelangen Ringen vereinbart hat. Seither können sich Europas Toristen mithilfe dieses Büchleins und der Normen EN 13809:2003 und EN ISO 13:2003 vorab genau über das Serviceangebot des gebuchten Hotelzimmers etc. informieren und im Zweifel falsche Aussagen im Prospekt rechtswirksam nachweisen. Doch die sind seither spürbar weniger geworden.
Dass man nicht alles um jeden Preis unbedingt immer ganz anders machen muss, zeigt das schöne Schlusskapitel mit der Überschrift "Die geheimnisvolle Kraft des Normalen". Hier darf man zum Abschluss der lehrreichen und aufbauenden Lektüre noch einmal richtig schön schmunzeln. Am Ende jedenfalls legt man das Buch gut gelaunt aus der Hand und findet den Zustand unserer Republik schon gar nicht mehr so aussichtslos. Also: Kopf hoch! -- Hasso Greb
Kurzbeschreibung
Meckern und nörgeln...oder machen Wir haben nicht zu wenig Reformen, sondern zu wenig Motivation.
Die in Deutschland herrschende Jammerkultur hat sich zu einem ernsten Krankheitsbild entwickelt. Das allgemeine Meckern und Mäkeln bremst nicht nur Lebenslust und Schaffensfreude, es verstellt auch den Blick auf die Erfolgsgeschichten, die derzeit hier geschrieben werden. Dieses Buch ist parteilich, emotional und optimistisch. Es präsentiert Menschen, die anpacken, ausprobieren und auch mal auf die Nase fallen. Mutige, freche, fleißige, unkonventionelle Typen, die durch ihre Tatkraft einem verzagten Land den Weg aus dem Jammertal weisen.
Immer stärker hat sich in Deutschland die Angst breit gemacht. Das Gefühl, am Abgrund zu stehen, ist nicht mehr nur Laune, sondern Haltung. Eine der weltgrößten Volkswirtschaften mit einer der stabilsten Demokratien ist psychisch krank, und die gefühlte Stimmung heißt: Nichts geht mehr, alles Elend. Hier wird von Menschen erzählt, die sich dieser seelischen Krise verweigern, die keine Zeit haben für trübe Standortdebatten und wohlfeiles Reformgedröhne. Denn sie sind der Standort, sie sind die Reform. Sie haben zu tun, sie arbeiten, sie widersprechen allen Nörgelmustern: Trotz Bildungsmisere leiten sie modernste Schulen und Universitäten, trotz Staatspleite schaffen sie schuldenfreie Kommunen, sie organisieren Verwaltungen, die Investoren beeindrucken, sie stehen Kirchengemeinden vor, die wachsen, sie tüfteln, sie sanieren, sie modernisieren - mitten in Deutschland, sogar im Osten. Überall gibt es Inseln des Erfolgs, bewohnt von kreativen, optimistischen Menschen. Sie können die Motoren des Wandels sein, Vorbilder für eine verzagte Republik. Denn sie handeln, und sie glauben an sich - auch wenn ihre Geschichten klein sind, so klein wie die der Herren Bosch oder Daimler auch einmal waren. Hajo Schumacher hat sich auf die Suche nach solchen Menschen gemacht, nach den Pionieren eines besseren Deutschland. Und er hat viele gefunden.