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36 von 40 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Zweite Staatsgründung statt Dosenpfand!, 8. Mai 2004
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Deutschland - Der Abstieg eines Superstars (Taschenbuch)
Das Buch zeigt recht klar und logisch die fundamentalen Probleme vor denen das "Auslaufmodell Deutschland" steht und wohin die Reise mit wachsendem Tempo gehen wird, nämlich mit voller Power gegen die Mauer! Nur durchgreifende Reformen, alle unter dem Motto "Arbeit zuerst" können die Talfahrt stoppen und einen Wiederaufstieg ermöglichen! Als den Abstieg Deutschlands maßgeblich bestimmende Faktoren macht der Autor die Einführung der bruttolohnbezogenen Rente ("Jahrhundert-Irrtum"), das Fehlen einer funktionsfähigen Zentralgewalt ("Deutscher Defekt") und den "Aufbau Ost durch Abbau West" aus. Als radikale Gegenmaßnahmen schlägt er eine Reform der Verfassung mit Schaffung einer gestaltungsfähigen Zentralgewalt ("Zweite Staatsgründung"), die Entlastung der Arbeit von den Sozialbeiträgen für Rente und Krankheit und ein vereinfachtes Steuersystem mit konsequenter und gleichmäßiger Besteuerung vor. Gabor Steingart schreibt in flüssigem, recht unterhaltsamem Stil, so daß sich die trockene Materie sehr gut lesen läßt. Ihm ist hoch anzurechnen, daß er Probleme klar anspricht und sogar Lösungsansätze zu einer Thematik liefert, an der unsere Politiker überwiegend immer am liebsten noch gar nicht rühren würden! Sicher sind auch einige Schwächen erkennbar, die aber aus meiner Sicht nur Reformdetails betreffen und den positiven Gesamteindruck nicht stören. Ein überaus empfehlenswertes Buch für jeden der wissen will was wirklich Sache ist in Deutschland - anstatt sich weiter durch "Brot und Spiele" ablenken zu lassen!
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28 von 32 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Es wäre zum Lachen, wenn das Thema nicht so ernst wäre, 24. Oktober 2005
Gar nicht trocken, also ganz anders als andere Politsachbücher, teilweise sogar zum Schmunzeln, trotz des ernsten Themas, kommt Gabor Steingart mit diesem Buch daher. Haben Sie keine Angst vor spröden politischen/wirtschaftlichen Ausdrücken. Der Autor schreibt ganz toll, benutzt viele metaphorische Vergleiche (Volkswirtschaft = stockender Motor z.B.), so dass auch Laien dieses Buch verstehen werden. Beginnend mit dem Ende des Ersten Weltkrieges bis heute zeigt er die Fehler auf die dazu führten, dass Deutschland heute nicht mehr die Wirtschaftsmacht ist, die es mal war. Was lief falsch unter unserem allseits beliebten Konrad Adenauer? Welche grundlegenden Dinge gingen bei Willy Brandt und Helmut Schmidt schief? Waren 16 Jahre Helmut Kohl komplett für die Katz? Und ist es tatsächlich egal wer momentan an der Macht ist? Im letzten Kapitel dann natürlich noch die Vorschläge wie man die Lage im Lande verbessern könnte. Als Beispiel sei die Verbilligung der Arbeit genannt oder auch die private Altersvorsorge. Ob dies realistische, durchführbare Ideen sind, darüber kann man sich vielleicht streiten, aber zumindest wird jeder Leser darüber nachdenken. Und genau das ist wichtig. Für mich eines der besten Sachbücher der letzten Zeit! Es erklärt wichtige Zusammenhänge, es deckt schonungslos auf und es erweitert natürlich den eigenen Horizont. Zumindest behaupte ich aus diesem Buch etwas gelernt zu haben. Volle Punktzahl.
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19 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
im Gegensatz zu Polit-Talkshows keine Zeitverschwendung, 19. April 2006
Nachdem ich mit dem Lesen begonnen hatte, konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Der Autor stellt nicht einfach Behauptungen auf, sondern bezieht sich größtenteils auf Fakten (wachsende Staatsverschuldung, abnehmende Kinderquote, ...). Die Highlights des Buches sind m.E. die gut verständliche Argumentationskette sowie "Aha-Informationen". Einige Beispiele zu letzteren: - Welchen maßgeblichen Einfluss hat die Staatsverschuldung auf unser Bruttoinlandsprodukt? - Wie kam unser Förderalismus zustande? Wer waren die geistigen Väter des Förderalismus? Was waren ihre Absichten? - Welche Rolle spielte Adenauer - besonders im Vorfeld von Wahlen? - Wie sah das Originalkonzept eines umlagenfinanzierten Rentensystems aus, bevor es von Adenauer und anderen Politikern kastriert wurde? - Dienen Maßnahmen wie die Abschaffung der Vermögenssteuer oder die Senkung des Einkommens-Spitzensteuersatzes wirklich dem Erhalt normal bzw. niedrig bezahlter Arbeitsplätze? - Wie halten es Länder, die eine hohe Beschäftigungsquote haben, mit der Erbschaftssteuer oder mit der Besteuerung von Gewinnen aus Börsenspekulationen? Sechs von sieben Kapiteln widmen sich der Diagnose. Sie sind, wie ich finde, von höchstem Niveau. Im Kapitel 7 mit dem Titel "Was tun?" wird für ein Lösungskonzept geworben. Es erscheint mir insgesamt gut durchdacht. Dass beim Lesen eines solchen Lösungsansatzes gehäuft Fragen aufkommen, halte ich angesichts der Thematik des Buches für normal. Sicherlich ist dieser letzte Abschnitt noch ausbaufähig, aber nicht grundsätzlich verkehrt. Man muss dem Schlusskapitel zugute halten, dass viele unserer professionellen Problemlöser (Politiker) bereits mit der Diagnose überfordert sind. Letztendlich verstehe ich dieses Buch nicht als Werbung für die Ideen eines SPIEGEL-Meinungsmachers sondern als Anstoß, sich eine eigene Meinung zu bilden. Sehr empfehlenswert.
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