Ich möchte den teilweise negativen Kritiken meiner Mitrezensenten widersprechen. Sicherlich ist das Tempo der Aufnahme - wie oft bei Karajan - gedehnter als bei anderen Dirigenten (z. B. Giulini). Zunächst fand ich dies ebenfalls als nachteilig, denn das Werk ist ja sehr dynamisch. Aber bei mehrmaligem Hören entfaltet dann die perfekte und vollkommen unangestrengte Beherrschung noch der leisesten Nuancen in den Übergängen ihre Wirkung - sowohl Chor als auch Orchester leisten hier unter Leitung des Dirigenten Großartiges. Die Steigerungen zum Crescendo, ohne daß Blech und Sänger sich lauthals schmetternd zu übertrumpfen versuchen, und sofortige Rücknahme zu leisester Zartheit - das kann man bei dieser Aufnahme finden. Wunderbar auch Barbara Hendricks (wenn man ihren Text auch nicht auf Anhieb versteht)und die sehr differenzierte Aufnahme, die der Orgel ihren eigenen Platz läßt.