Die fiktive Thematik über ein siegreiches Kaiserreich im Jahre 2014 ist interessant, der Schreibstil des Buches allerdings unerträglich. Auf gerade mal 246 sehr großflächig bedruckten Seiten wird versucht zig verschiedene Handlungsstränge über unterschiedlichste Verschwörungen zu erzählen, immer wieder unterbrochen von Passagen mit fiktiven Biographien und gleichermaßen fiktiven Geschehnissen aus der Zeit zwischen 1914 und 2014. Allein dieses Ausmaß lässt sich in dem vorliegenden Buchumfang überhaupt nicht abarbeiten und so besteht das ganze Buch aus kürzesten Handlungssequenzen, die oft nach weniger als 1 Seite schon wieder enden. Oft enden diese Sequenzen mit der Ankündigung von geheimnisvollen Offenbarungen oder Ereignissen, ohne dass man - auch später - erfahrt, was genau da spektakuläres geschehen ist. Offenbar glaubt der Autor so Spannung aufzubauen, indem der Leser die Auflösung des Cliffhangers" erst in den folgenden Kapiteln erfährt.
Leider wird aber nur das Gegenteil erreicht, das Buch springt wirr von einem Handlungsstrang zum nächsten, immer neue Personen werden in immer neue Verschwörungen hineingezogen. Eine britische Agentin wird in 1-2 Seiten verhaftet, befreit, entführt, neu entführt; terroristische Bombenleger werden durch abstruse Zufälle entdeckt, 2 Kapitel später erfährt man nebenbei, dass sie verhaftet und der Anschlag vereitelt wurde, die Geschichte ist da aber schon längst zu den nächsten Bösewichtern weiter gewandert. Dieser abgehackte Schreibstil nervt unendlich. Dazu wird der ohnehin viel zu knappe Textumfang noch dadurch verwässert, dass bei jedem Essen langatmig geschrieben wird, was zur Vorspeise, Hauptgang, Nachtisch gegessen wird, welcher Wein aus welchem Jahrgang dazu getrunken wird etc.
Dazu kommen derart absonderliche Handlungen, unglaubwürdige Begegnungen, Zufälle und Wendungen, dass es selbst für ein Buch aus dem Bereich fiction nicht mehr tolerable ist.
Wieder einmal werden Erwartungen für eine lesenswerte Alternativgeschichte aus deutscher Sicht bitter enttäuscht. Der deutsche Turtledove lässt weiter auf sich warten.