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Der Historiker Franz Wegener nimmt diese Begegnung zum Anlass, Himmlers Beschäftigung mit so bizarren Themen wie etwa der "fliegenartigen Seuchenhexe Nasav" auszuleuchten und Himmlers Ängsten bezüglich einer Verschwörung schwarzer Magier gegen die Kräfte des Lichts nachzugehen.
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31 von 37 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Okkulte Motive für den Masenmord,
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Heinrich Himmler. Deutscher Spiritismus, französischer Okkultismus und der Reichsführer SS (Taschenbuch)
Was in den bisherigen Monografien über Himmler (Ackermann/Padfield)allenfalls am Rande Erwähnung fand, arbeitet Wegener in der Tiefe aus: Himmler war offen für diverse okkulte Einflüsse sowohl aus dem deutschen als auch aus dem französischen Sprachraum. So urteilte er etwa über ein Buch des deutschen Spiritisten Carl du Prel, der mit schwebenden Tischen und Medien experimentierte: "Ein wissenschaftliches Werkchen ... das mich wirklich an den Spiritismus glauben lässt und mich erst richtig in denselben eingeführt hat." Er empfing mit Gaston de Mengel, einen französischen Okkultisten, der für die mysteriöse Okkultgruppe der Polaires in Paris schrieb und der eng mit dem Gründer einer esoterischen Universität in Nizza zusammen arbeitete. Himmler kaufte sich, wie Wegener recherchierte, einen Leitfaden für "Pendelpraxis und Pendelmagie" und kam so auch mit der Theorie des gnostischen "Od" in Berührung, glaubte an "Seelenwanderung", versuchte bei einem Münchner Astrologen und seinen diversen Okkultberatern Horoskope einzuholen und stimmte den Thesen von Karl Heise ("Okkultes Logentum", 1921) zu, dass hinter Kommunisten, Juden und Freimaurern okkulte Mächte die Strippen ziehen würden. (Heises erste verschwörungstheoretische Schrift, in der dieser den Juden die Schuld am ersten Weltkrieg anlastete, wurde übrigens laut Wegener in der Drucklegung von Rudolf Steiner finanziert.) Wegener lässt vor diesem Hintergrund Himmlers Hang zu okkulten Themen auch Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
16 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Motivforschung zum zweitmächtigsten Mann des Dritten Reichs,
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Heinrich Himmler. Deutscher Spiritismus, französischer Okkultismus und der Reichsführer SS (Taschenbuch)
Wegener hat offenbar sowohl dem Bundesarchiv als auch der französischen Nationalbibliothek im Rahmen seiner Recherchen längere Besuche abgestattet. Herausgekommen ist ein Buch, das spot-artig die unterschiedlichen Zugänge Himmlers zu diversen okkulten Themenfeldern beleuchtet und dies zurecht, denn schließlich war Himmler hinter Hitler der zweitmächtigste Mann im Staate - oder, um mit den Editoren seines Dienstkalenders zu sprechen: „Heinrich Himmler, wegen seiner Skurrilität oftmals belächelt ... war in Wirklichkeit die prägende Kraft dessen, was den nationalsozialistischen Staat mit seinen Verbrechen aus der modernen Geschichte heraushebt." Wegener liefert damit einen wichtigen Beitrag zur Motivforschung, auch wenn - wie er selbst schreibt - hier nur auf religionsphilosophische Fragestellungen focussiert werden kann. Sozialhistorische, außenpolitische, militärische und andere Fakten etwa müssen bei dieser engen Fragestellung notgedrungen außen vor bleiben, finden sich aber auch bei anderen Autoren bereits umfassend behandelt.
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