Die Kriegsjahre an der Somme waren in Summe fuer alle Beteiligten noch schlimmer und toedlicher als jene vor Verdun oder Ypern, aber weil die Schlachtfelder so verstreut und amorph waren, gab es in der Hoelle der konturenlosen Trichter- , Matsch und Truemmerlandschaft fuer die Nachwelt kaum noch symbolstarke Anhaltspunkte mehr, von Peronne, Albert oder Cambrai vielleicht abgesehen. Das Dokumentarmaterial des Bandes (Briefe, Tagebuchausauszuege) ist sehr gut ausgewaehlt und geht unmittelbar unter die Haut. Allerdings geht der Versuch mancher Autoren, die weitgehend faire und rechtstaaatliche deutsche Fuehrung des Kampfes an der Westfront und ihre Besatzungspolitik als irgendwie praefaschistisch zu denunzieren ("verbrannte Erde") als offenkundig wenig begruendet und manipulativ ziemlich in die Hose, auch wenn man selbst die oft sinnlosen Zerstoerungen der von Ludendorf angeordneten Operation Alberich ablehnen muss. Immerhin ein weitgehend gutes und spannendes Buch zu einem zu unrecht vergessenen und verdraengten schrecklichen Kapitel der europaeischen Leidensgeschichte des letzten Jahrhunderts. Ohne die einseitigen Schuldzuweisungen mit durchsichtig politischer Absicht haette es ein grosses Buch werden koennen. Den hunderttausenden unschuldigen Opfern auf beiden Seiten waere man es schuldig gewesen. Warum koennen heute nur noch die Englaender, Franzosen und Belgier solche Buecher schreiben?