Mit diesem Buch werden bereits zum achten Mal in Folge die Ergebnisse einer Langzeitstudie zu Erscheinungsweisen, Ursachen und Entwicklungen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit veröffentlicht. Dieses Mal findet die Untersuchung vor allem vor dem Hintergrund der Finanz- und Wirtschaftskrise statt, die sich zu einer Fiskalkrise ausweiten könnte.
Das Buch gliedert sich in fünf Großkapitel, in denen verschiedene Autoren ihre Beobachtungen darstellen. In Kapitel I definiert der Herausgeber zunächst die Problemstellung. Kapitel II ist den empirischen Analysen gewidmet, in denen anhand statistischer Hilfsmittel das Analysefeld auf bestimmte Vermutungen hin untersucht wird. In Kapitel III werden dann Fallgeschichten gebracht, in denen beschrieben wird, wie sich die gesellschaftlichen Entwicklungen auf den Alltag bestimmter Menschengruppen auswirken. So steigt z.B. nicht nur die allgemeine Agressivität im Alltag, in dem es immer mehr zu einem Kampf jeder gegen jeden kommt. Sondern auch die Verlierer der Gesellschaft wie HartzIV-Kinder oder Obdachlose haben es immer schwerer. Kapitel IV widmet sich laut Titel gefährlichen menschenfeindlichen Vorgängen. Konkret geht es hier um die Ausbreitung von Rechtsradikalismus im Kleinen und deren Bekämpfung. Kapitel V schließlich besteht aus politischen Analysen zu Krisen und Demokratie. Interessantweise stellen die verschiedenen Autoren hier keine wachsende Mobilisierung der Zukurzgekommenen fest, sondern die Verlierer in der Gesellschaft resignieren und kapseln sich ab, wie man es schon in den 1930ern bei den Arbeitslosen von Marienthal beobachtet hat. Für eine Repolitisierung sieht einer der Autoren also keine Chance, sondern "befürchtet eine schleichende undramatische Verrottung des politischen Systems in Richtung auf postdemokratische Verhältnisse" hin.(S.281) Der nächste Autor, Heribert Prantl, sieht dann auch die Demokratie in Gefahr. Denn wenn die Politiker immer mehr den Interessen der fünften Gewalt, den Börsen, dienen, stehe der innere soziale Frieden auch bald auf der Kippe, wenn nämlich der Sozialstaat aufgrund der aufkommenden Fiskalkrise unter die Räder komme. Im letzten Aufsatz geht es dann noch um den aufkommenden Rechtspopulismus in Europa, der aber in Deutschland trotz vohandenem Wählerpotential keine wirkliche Rolle spielt.