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Deutsche Zustände: Folge 10 (edition suhrkamp)
 
 
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Deutsche Zustände: Folge 10 (edition suhrkamp) [Taschenbuch]

Wilhelm Heitmeyer
3.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 336 Seiten
  • Verlag: Suhrkamp Verlag; Auflage: Originalausgabe (12. Dezember 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3518126474
  • ISBN-13: 978-3518126479
  • Größe und/oder Gewicht: 17,6 x 10,6 x 1,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 81.619 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Pressestimmen

»Angesichts der Kompaktheit des Buches ist es kaum zu glauben, in welcher Breite und Tiefe das Phänomen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit untersucht wird. … Das Buch ist ein Kompendium, das sich auch aufgrund des desolaten Zustands weiter Teile deutscher Medien und Politik lohnt, stets griffbereit zu halten, um sich und andere ein Stück weit gegen die oberflächliche und teils gemein gefährliche Meinungsmache zu schützen. Es öffnet die Augen, fördert die eigene Meinungsbildung und hilft im Umgang mit der um sich greifenden, nicht nur gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit.«

(Thorsten Hild wirtschaftundgesellschaft.de )

»Gerade in der empirischen Überprüfung einschlägiger Einstellungen und Wirkungen besteht der hohe Erkenntnisgewinn der einzelnen Beiträge auch dieses Bandes der Deutschen Zustände

(Armin Pfahl-Traughber hpd.de )

Kurzbeschreibung

Das Land hat sich verändert, seit 2002 der erste Band dieser Studie erschien: Hartz IV wurde eingeführt, einem Rückgang der Arbeitslosigkeit folgte ab 2008 die Bankenkrise; im Zuge der Fußball-WM wogte der »Party-Patriotismus« durchs Land; 2010 beherrschten Sarrazins umstrittene Thesen die Schlagzeilen. Der kurzfristigen Aufmerksamkeit der Medien setzen Wilhelm Heitmeyer und sein Team ihre Langzeitumfrage entgegen. Seismographisch dokumentieren sie die Ängste der Menschen, ihre Einstellung gegenüber schwachen Gruppen und der Demokratie. Zuletzt konnten sie zeigen, daß Teile des Bürgertums die Solidarität mit »denen da unten« aufkündigen und einen »eisigen Jargon der Verachtung« pflegen. In der zehnten und letzten Folge ziehen sie nun eine wissenschaftliche und persönliche Bilanz.

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
11 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Das Institut für Konflikt und Gewaltforschung(IKG) am Fachbereich Erziehungswissenschaft der Uni Bielefeld wurde 1997 gegründet. Zum damaligen Zeitpunkt sass ich gerade als studentischer Vertreter in der Strukturkommission der Uni Bielefeld und konnte mit über den Gründungsantrag abstimmen, nicht ahnend ,welche wissenschaftliche Relevanz es einmal erlangen würde.Es bekommt Forschungsaufträge von Institutionen oder auch Behörden. Vor mehr als 10 Jahren hat beispielsweise der damalige Innensenator Hamburgs, Hartmuth Wrocklage SPD , einen Forschungsauftrag erteilt.-Obwohl dieses Institut unter wissenschaftlicher Leitung vom Soziologen Heitmeyer und seiner unermüdlichen Mitarbeiter sehr viele Sammelbände herausgegeben hat,sind die Bände :Verlockender Fundamentalismus von 1997 und die: Deutschen Zustände,jährlich seit 2002, die wohl bekanntesten Werke. Mit dem 10 .Band läuft diese Forschungsreihe vorerst aus .Die deutsche Volkswagen Stiftung bezuschusste es in 10 Jahren mit 2.7 Millionen Euro.
Heitmeyer bekundet am Anfang seine Grundüberzeugung:Die Gleichwertigkeit aller Menschen und die Sicherung ihrer physischen und psychischen Unversehrtheit gehört zu den zentralen Werten einer modernen und humanen Gesellschaft.
Der Begriff Syndrom bedeutet nun,dass alle Elemente der gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit zusammenhängen. (S.17/18)Dies bedeutet aber nicht, dass die Entwicklung der Untesuchungselemente linear verlaufen würde. Nur von einer Minderheit der 2000 Befragten wird anerkannt, dass der Islam Teil der deutschen Kultur ist und die Behindertenfeindlichkeit steigt gerade bei den Besserverdienenden.Die Autoren erklären dies mit dem Autoritarismus und der sozialen Dominanzorientierung.(Dieses "mutige" Vorurteil der Besserverdienenden lässt es möglich erscheinen ,dass sich diese Menschen in einer qualitativen Befragung im Rahmen einer anderen Studie einmal eingehender zu ihrer Meinung befragen lassen.)
Ebenso erschreckend wie überzeugend finde ich folgende Feststellung:Es ist die ausschliessende Homogenitätsvorstellung ,die die Frage nach dem Zusammenhalt der Gesellschaft mit der Zustimmung zur Ungleichwertigkeit sozialer Gruppen verbindet.(Zick/Küpper,S.173)-
Jeder ,der sich für die Republik als Gesellschaft interessiert ,wird sowieso dieses Buch lesen wollen!
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6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ulrich Gellermann TOP 1000 REZENSENT
Zur Arbeit der Wissenschaft fragt Wilhelm Heitmeyer in seinem zehnten und letzten Band "Deutsche Zustände", für wen sie denn Erkenntnisgewinne bereithalten solle. Eine Frage, die in Zeiten des Umbaus der universitären Forschung zum betriebswirtschaftlichen Instrument, zunehmend mehr schlechte Antworten erhält. Heitmeyer und seinen Mitschreibern darf man attestieren, dass sie ihre Erkenntnisse der Gesellschaft widmen und ihrer sozialen Verantwortung als Intellektuelle gerecht werden.

Wenn Heytmeyer die soziale Beschaffenheit Deutschlands in den letzten zehn Jahren als eine entsolidarisierte Rette-sich-wer-kann-Gesellschaft" beschreibt, wenn er die vergangenen zehn Jahre als "entsichertes Jahrzehnt" analysiert, dann beruht die Basis dieser Arbeit auf einer Breite von 23.000 Befragten und die aktuelle Stichprobe zählt immerhin noch 2000 Telefoninterviews. Gründlicher ist kaum eine der bekannten Umfragen.

Die gesammelten Antworten aus den Interviews sind erschreckend: Dass die Weißen zu recht führend in der Welt seien, dem stimmen mehr Menschen zu als den in den vergangen Jahren. Immer mehr Deutsche empfinden Obdachlose als "unangenehm" (38 Prozent) und widerliche 61,2 Prozent der Befragten glauben, dass die Langzeitarbeitslosen sich "auf Kosten der Gesellschaft ein bequemes Leben machen." Scheinbar beruhigend stellt die Studie fest, dass die Zahl derer zurück gegangen ist, die von den Juden glauben, in deren Verhalten läge ein Grund für ihre Verfolgung. Aber immer noch halten 15,8 Prozent Homosexualität für unmoralisch und 30,2 Prozent wollen den Muslimen die Zuwanderung untersagen.

Diese "Deutschen Zustände", stellt Gunter Hoffman in seinem Beitrag fest, wurzeln auch in einer öffentlichen Debatte, die zumindest bis zum Lehman-Brother-Jahr 2008, eine profitbesoffene Markt-Radkalität predigte und deren Protagonisten in den Medien und Wissenschaften ihren Irrtum bis heute nicht eingestehen. Im Gegenteil haben sich mit dem TV-Philosophen Sloterdijk und dem beamteten Gelegenheits-Rassiten Sarrazin zwei Lautsprecher für die Vertiefung der Kluft zwischen Arm und Reich gefunden, die beträchtliche Resonanz in den Medien bekamen.

Das gesellschaftlich akzeptierte Ressentiment gegenüber sozial Schwächeren und Ausländern findet seine staatliche Entsprechung in der Statistik über rechtsextremistische Gewalt. Frank Jansen weist in seinem Beitrag nach, dass Richter und Polizei häufig klare rechtsextreme Tatmerkmale zu privaten "menschenverachtenden Einstellungen" werden lassen, weil dann die Statistik politisch besser aussieht. So kommt es dann zu der bekannten Diskrepanz zwischen den Regierungszahlen, die von 47 Todesopfer rechtsextremer Gewalt wissen und den 147 Opfern, die von drei Zeitungen ausgemacht wurden.

Schließlich warnt Albrecht von Lucke vor der Skandalisierung der "Tabubrecher", der Walsers, Buschkowkys oder Sarrazins, die mit dem Gestus des Kämpfers gegen politische Korrektheit sich besser als Opfer darstellen können, wenn man ihnen öffentlich ungeschickt entgegen tritt. Obwohl von Lucke mit seinen taktischen Hinweisen recht hat, setzt er mit der Analyse doch zu spät ein. Interessanter wäre zu fragen, warum zum Beispiel die Sarrazinschen Vorabdrucke in SPIEGEL und BILD möglich waren und was den Bertelsmann-Konzern bewogen hat, das rassentheoretische Buch in sein Verlagsprogramm aufzunehmen.
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1 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Deutsche Zustände 15. Januar 2012
Von Amazon bestätigter Kauf
habe das Buch verschenkt, aber noch keine Resonanz. Kann demzufolge keine Aussage treffen. Beim ersten Durchblättern empfand ich persönlich jedoch arg viel Statistik.
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