Dussel versucht in seiner "Deutschen Rundfunkgeschichte", eine Einführung in die Geschichte des Rundfunks in Deutschland von den Anfängen in der Weimarer Republik bis zum heutigen dualen Rundfunksystem zu geben. "Versucht" muß man deswegen sagen, weil ein 300 Seiten starkes Werk hier nur erste Einblicke in ein komplexes wissenschaftliches Feld bieten kann. Insofern will der Autor - selbst Mitarbeiter des deutschen Rundfunkarchivs - auch nicht sämtliche Daten und Fakten in sein Werk einbeziehen, sondern gibt an entsprechenden Stellen wertvolle Literaturhinweise für weiterführende Betrachtung. Damit gelingt Dussel erstmals auf dem deutschen Markt eine den Leser zufriedenstellende, nicht mit Einzelheiten erschlagende Darstellung. Er beschreibt einerseits die Anfangsjahre in der Weimarer Republik und geht auf die rundfunkpolitischen Entwicklungen im Nationalsozialismus ein, legt das Schwergewicht seiner Darstellung aber auf der Zeit nach 1945. Umfassend wird auch das Ringen um das zweite und dritte Fernsehprogramm beschrieben, sowie die Schaffung einer dualen Rundfunkordnung in den 80er und 90er Jahren. Eingegangen wird sowohl auf die politischen und technischen Entwicklungen, als auch auf Programmgeschichte, Rezeption und Wirkung, sowie auf ökonomische Hintergründe; angerissen wird darüber hinaus die Thematik der Quellenlage. Die Darstellung ist unterhaltsam, aber an keiner Stelle unwissenschaftlich formuliert. Sie richtet sich nicht ausschließlich an den Historiker oder Kommunikationswissenschaftler, sondern auch an den rundfunkgeschichtlich interessierten Laien. Inhaltlich hält das Buch voll und ganz das, was es in der Inhaltsangabe verspricht: "75 Jahre deutsche Rundfunkgeschichte, in knappen Zügen umrissen", wobei die Stärke des Werkes vor allem im Weglassen verwirrender Einzelheiten besteht. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)