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am 18. August 2011
Für diesen erstmals 1936 erschienenen Band hat Walter Benjamin Briefe, die aus den Jahren 1783 bis 1883 datiert sind, von bekannten und weniger bekannten deutschen Geistesgrößen, darunter Goethe, Schlegel und die Gebrüder Grimm, gesammelt.

Ich war, um ehrlich zu sein, etwas erstaunt über die auf den ersten Blick offensichtliche Belanglosigkeit der Inhalte einiger der ausgewählten Briefe: Clemens Bretano schreibt an einen Buchhändler, ob er nicht wisse, wo sein Freund von Arnim stecke, Wilhelm Grimm erklärt Jenny von Droste-Hülshoff Sternbilder und Gottfried Keller mahnt Theodor Storm dazu an, in Zukunft doch bitte seine Briefe ausreichend zu frankieren.

Von einem Band, den Benjamin aus dem Exil unter einem Pseudonym herausgegeben hatte, und der nach Theodor Adornos Nachwort die "unterirdische deutsche Tradition" der Aufklärung "aufdecken" möchte, hätte man mehr explizit Politik, Philosophie und Zeitgeschichte zum Gegenstand habende Texte erwartet. Diese Themen schwingen allenfalls mal zwischen den Zeilen durch, meistens jedoch stehen zwischenmenschliche Beziehungen im Vordergrund, was einen interessanten Blick in Gemütslage und Lebensumstände der Autoren (sowie der Adressaten) ermöglicht, zumal Benjamins Einleitungen zu jedem Brief diesbezüglich ergänzend wirken; was letztlich, so zumindest für mich, jedoch nicht unbedingt die Briefe sind, die man erwartet, wenn einem die Belege für die unterirdische Tradition der Aufklärung angekündigt werden.

Nichtsdestotrotz bietet die Briefauswahl ein spannendes und anregendes Leseerlebnis, und die ebenfalls aus Adornos Nachwort stammende Einschätzung trifft es wohl besser: Benjamin habe dem Brief ein "Denkmal" gesetzt, das uns die "Unwiederbringlichkeit" dieses veralteten Mediums vor Augen führe und somit gleichzeitig zur "Kritik des Weltlaufs" werde.
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