Nicht nur durchläuft das Thema Geschwindigkeit das Buch, spiegelt sich in der Sprache (die Rennen sind grandios geschildert), auch beim Lesen wird man von ihr ergriffen - ich konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Birkefeld und Hachmeister beherrschen virtuos die Sprache, spielen damit, vermitteln Gedanken, Gefühle, gesellschaftliche Strömungen der Weimarer Republik mit Worten. Ein furioser Roman, als Kriminalroman wie als Schilderung der Zeitgeschichte, voller Metaphern, voller Symbolik, doch nie überfrachtet. "Wer bremst, verliert", läßt einer der Protagonisten verlauten, daran halten sich die Autoren, steuern den Leser ungebremst bis zum furiosen Finale, eine der großen Stärken dieses Werkes.
Eine andere sind die Protagonisten. Weder Helden noch Antihelden, keiner gut oder schlecht, erscheinen sie als wirkliche Menschen, in ihrer Zeit und Schicht aufgewachsen und davon geprägt. Sie handeln authentisch, nachvollziehbar. Man lebt mit ihnen in der ausgehenden Weimarer Republik - und ist am Ende wieder einmal froh, im Hier und Jetzt zu leben.
Fazit: Das beste Buch, das ich seit langem gelesen habe.