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Deutsche Medizin im Dritten Reich: Karrieren vor und nach 1945
 
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Deutsche Medizin im Dritten Reich: Karrieren vor und nach 1945 [Gebundene Ausgabe]

Ernst Klee
4.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
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Deutsche Medizin im Dritten Reich: Karrieren vor und nach 1945 + Was sie taten. Was sie wurden: Ärzte, Juristen und andere Beteiligte am Kranken- oder Judenmord + Das Personenlexikon zum Dritten Reich: Wer war was vor und nach 1945
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 416 Seiten
  • Verlag: Fischer (S.), Frankfurt (November 2001)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3100393104
  • ISBN-13: 978-3100393104
  • Größe und/oder Gewicht: 22,1 x 15,4 x 3,5 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 424.362 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Ernst Klee
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Braune Gesinnung unter weißen Kitteln -- das gab es im Dritten Reich zuhauf. Mediziner beteiligten sich in großem Ausmaß an nationalsozialistischen Verbrechen. Sie waren Vordenker der Vernichtung: Lange vor Hitler hatten Ärzte gefordert, "Schädlinge" -- zum Beispiel Behinderte -- zu sterilisieren oder "erbkranke" Kinder "auszumerzen". Sie begutachteten jene Patienten, die im Zuge der "Euthanasie"-Aktion als "lebensunwertes Leben" eingestuft und umgebracht wurden. Und sie schlachteten die Leichen der Ermordeten als willkommenes Forschungsmaterial aus -- Hirnforscher etwa bedienten sich hemmungslos an Gehirnpräparaten aus KZs und Gaskammern.

Ernst Klee, Autor von Auschwitz, die NS-Medizin und ihre Opfer, ist ein ausgewiesener Kenner der Materie. Er dokumentiert in seinem neuen Buch unzählige Fälle, in denen Mediziner sich zwischen 1933 und 1945 von allen ethischen Standards ihres Berufes abkehrten. Der Nationalsozialismus eröffnete den Wissenschaftlern ungeahnte Perspektiven: Medizinische Experimente am Menschen ließen sich nun ungehindert durchführen. So wurden in Konzentrationslagern tausende Häftlinge zu Tode malträtiert, vorgeblich im Dienste der Wissenschaft.

Zudem erhielten Ärzte eine herausragende Aufgabe im NS-Staat: Sie waren als "biologische Soldaten" für die Gesundheit des "Volkskörpers" verantwortlich. Ihre Aufgabe bestand nicht mehr darin, den Schwachen und Kranken zu helfen, sondern den "Volkskörper" vor ihnen zu schützen -- durch Selektion und Mord.

"Nie hatten Mediziner mehr Macht über Menschen als in der Nazizeit", schreibt Ernst Klee. Akribisch hat der Autor die Verbrechen des Standes erforscht. Und er nennt die Täter beim Namen. Dies ist keine Selbstverständlichkeit, denn allzu lange wurden das Verhalten von Ärzten im Nationalsozialismus verdrängt und vertuscht. Kaum jemand musste nach 1945 längere Strafen fürchten. Die meisten NS-Ärzte kehrten schnell in Amt und Würden zurück.

Das in nüchterner Sprache verfasste Buch schildert eindrücklich die Skrupellosigkeit von höchst angesehenen Medizinern und wissenschaftlichen Institutionen. Es liefert intensive Einblicke in ein düsteres Kapitel deutscher Geschichte und ist ein Appell an Medizin, Wissenschaft und Gesellschaft, sich endlich mit ihrer NS-Vergangenheit auseinander zu setzen. --Christoph Peerenboom

Kurzbeschreibung

In seinem neuen Buch beschreibt Ernst Klee unbekannte Medizin-Verbrechen in der NS-Zeit, wie sie zustandekamen und nach 1945 vertuscht wurden. Im Zentrum stehen Mediziner, die zum größten Teil nach 1945 ihre Karrieren unbehindert hatten fortsetzen können. Klees neue Quellenfunde werden heftige Diskussionen auslösen. In seinem medizinhistorischen Enthüllungsbuch schreibt er gegen ein Netz von Vertuschungen an und nennt ca. 750 Personen aus dem Täter-Milieu im weiteren Sinne. Es geht um die Geschichte der Rassenhygiene bis hin zu ihren letzten praktischen Konsequenzen in den Mordanstalten Hadamar, Auschwitz, Treblinka etc. In diesem "Lehrbuch" der NS-Vernichtungsmedizin mit Kapiteln über Psychiatrie, Hirnforschung, Röntgenverfolgung, Blutgruppenforschung usw. berichtet Ernst Klee von bisher unbekannten Medizinverbrechen und -verbrechern, einschließlich deren Nachkriegskarrieren. Er dokumentiert den Stand der genetischen Forschung im NS-Staat bis zu Mengeles Experimenten in Auschwitz. Nach 1945 ging die Geschichte weiter. Die einstigen Protagonisten sahen sich nun missbraucht, geradezu als Opfer des Nationalsozialismus. Einstige Förderer der Vernichtungsmedizin wie die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) verharmlosten Ihre Beteiligung ebenso wie die einstigen Vordenker und Nutznießer der Naziverbrechen in der Max-Planck-Gesellschaft. Die Täter von gestern wurden nach 1945 hofiert, die Opfer noch einmal verhöhnt.

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13 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Medizin im dritten Reich, 13. April 2002
Rezension bezieht sich auf: Deutsche Medizin im Dritten Reich: Karrieren vor und nach 1945 (Gebundene Ausgabe)
In seinem medizin-historischen Enthüllungsbuch schreibt Klee gegen ein Netz von Vertuschungen an und nennt ca. 750 Personen aus dem Täter-Milieu im weiteren Sinne.Es geht um die Geschichte der „Rassenhygiene“.Bemerkenswert ist die professionelle Recherche Klees,der bündelt und eben vor allem auch findet.Genau darin besteht die Dankbarkeit gegenüber Klee.Er zeigt die fließenden mörderischen Übergänge in den Personen auf,die auch nach 1945 Raum für Ausreden und Selbstbetrug schufen.
In diesem Lehrbuch der NS-Vernichtungsmedizin mit Kapiteln über Psychiatrie,Hirnforschung,Röntgenverfolgung und vor allem Blutgruppenforschung berichtet Klee von bisher unbekannten Medizinverbrechen und –verbrechern,einschließlich deren Nachkriegskarrieren.Er dokumentiert überdies den Stand der genetischen Forschung im NS-Staat.Nach 1945 ging die Geschichte weiter.Ob die deutsche Forschungsgemeinschaft oder die Max-Planck-Gesellschaft,alle verharmlosen ihre Beteiligung und werden zu Opfern.Ein Zynismus,den Klee an der Realität mit erdrückendem Material entlarvt.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Bedenkenswerte Arbeit, 17. April 2009
Rezension bezieht sich auf: Deutsche Medizin im Dritten Reich: Karrieren vor und nach 1945 (Gebundene Ausgabe)
Was sie waren, was sie wurden...

Nahezu programmatisch war die Unerschütterlichkeit derer, die ohne Skrupel waren. Dies kann man analog für alle Zeitenwenden formulieren!

Diese Skrupellosigkeit öffnete und öffnet bis heute Türen. Gerade die die Sozialität für sich reklamieren sind diejenigen, denen es daran mangelt. Kant (über die Krankheiten des Kopfes) beschreibt diese Menschen als "Tore". Hier hat Klee ein schönes Buch über diese Menschen geschrieben. Deren Torheiten zu Asozialitäten und Massenmord reichten, ohne dass diese Skrupel hatten später im Takt weiter zu machen. Nun stellt man am Ende die Frage was heute anders ist. Bedarf nciht die Karriere in der WIssenschaft "Opfer" der anderen? Bedarf es in der forschenden Medizin nicht diejenigen, die Risiken eingehen? Ton diese es freiwillig, wissen sie wirklich was sie tun?

Hier gibt es Beispiele wie die Contergan Affaire, die zeigen, dass Wissenschaft sich selbst korrumpiert und die Politiker gerne mitgehen.

Klee hat diese Korruptheit gut dargestellt.
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12 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Unglaublich, wozu insbesondere und gerade Ärzte fähig sind., 1. November 2001
Rezension bezieht sich auf: Deutsche Medizin im Dritten Reich: Karrieren vor und nach 1945 (Gebundene Ausgabe)
Zunächst dachte ich: schon wieder ein neuer "Klee". Das Buch ist extrem kurzweilig. Mit dem umfangreichen Literaturverzeichnis und den Kommentaren sehr lesenswert. Wer den Autor über die Jahre kennt, bekommt den Eindruck, dass sein Ton / seine Darstellungsart sich verschärft hat; und das ist m.E. auch gut so. Ein modernes Buch über das 3. Reich (und vor allem auch die Zeit danach).
Im übrigen ein Thema, mit dem sich jeder Arzt beschäftigen sollte (im Medizinstudium erfährt Mann/Frau kein Wort über die Medizin im 3. Reich).
Die einzige Kritik am Buch: ein paar Bilder mehr...
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