Jörg Benz, Veteran der Marine-Artillerie-Abteilung 531, beschreibt anhand von Auszügen aus Kriegstagebüchern und Erlebnisberichten von Mitkämpfern den Einsatz "seines" Truppenteils im 2.Weltkrieg. Im Vorwort verweist er ausdrücklich darauf, dass sein Buch nicht die Geschichte der Marine-Alarmeinheiten der Jahre 1944-45 beschreibt. Aus diesen völlig unzureichend ausgebildeten und bewaffneten, aus Personal unterschiedlichster Herkunft "zusammengeschusterten" Truppenteilen wurden im Verlauf der letzten dreieinhalb Kriegsmonate auf Betreiben des Großadmirals Dönitz unter anderem auch fünf Großverbände mit der Bezeichnung "Marine-Infanterie-Division" aufgestellt. Die M.A.A. 531, aus der Marine-Stoßtrupp-Abteilung hervorgegangen, war im 2.Weltkrieg der einzige Verband der Kriegsmarine, dessen Personal eine solide Ausbildung für den infanteristischen Kampf bekommen hat, und deshalb ist der Buchtitel "Deutsche Marineinfanterie 1938-1945" durchaus gerechtfertigt.
Vom Verfasser hätte ich mir mehr kritische Distanz in der historischen Rückschau auf die Ereignisse des Russlandfeldzuges gewünscht, die Problematik der Partisanenbekämpfung wird nur kurz gestreift. Der völlig sinnlose Einsatz gegen die Insel Hogland mit all seinen Planungsfehlern kommt viel zu kurz, obwohl seine Geschichte gut erforscht ist.
Auch fehlt es dem Buch zum Ende hin an der Einhaltung der anfänglich gut organisierten Gliederung, und die Schilderung des Einsatzes im Raum der Danziger Bucht seit Januar 1945 kommt viel zu kurz. Durch Recherchen beim DRK hätte der Autor überdies erfahren können, dass nach 1945 rund 300 Angehörige der M.A.A. 531 vermisst wurden.