Gibt es deutsche Helden? Der gleichnamige Band aus dem Reclam-Leipzig-Verlag präsentiert dem überraschten Leser eine ganze Palette deutscher Vorbilder, Wegbereiter und Pioniere. "Deutsche Helden!" will laut eigener Aussage eine "zeitgenössische Heldengedenkwelt im Westentaschenformat" sein. Der launigen Formulierung merkt man schon die schelmische Ironie an, die dem ganzen Buch zugrundeliegt. Etwas anderes hätte man aber auch vom Reclam Leipzig Verlag nicht erwartet, der sich ja durch eine Vielzahl recht amüsanter Bücher bereits einen Namen gemacht hat. So handelt es sich bei den vom Buch präsentierten Helden um reale und fiktive Gestalten wie Percy Stuart, Erich von Däniken, Wim, Wum und Wendelin, den Derrick-Fanclub "Gorch Fock", Pierre Brice, Jürgen Domian, Haribo, Joseph Kardinal Ratzinger und Luis Trenker. Nicht aufgenommen wurden, wie das Vorwort bekennt, der Brillenkaiman Sammy, Rudi Carrell und der Schweizer Wundervogel Globi. Man merkt es schon: Der Begriff des "deutschen Helden" wird hier recht ironisch gefaßt. Die Autoren dazu: "Staats-, Partei- und andere Clubmitgliedschaften mögen ihren naiven Charme anderswo entfalten, für unsere Wahl gaben sie keinen Ausschlag." Die 45 Beiträge des Buches, die sich je einem der "Helden" widmen, sind von unterschiedlichen Autoren verfaßt und deshalb auch in recht verschiedenen Stilen gehalten. Dennoch sind sie alle sehr witzig und lesenswert (und teilweise sogar informativ). Das Buch eignet sich damit hervorragend zum Verschenken aber genauso zum Selbstlesen und Selberschmunzeln. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)