In der Buchreihe "Für Dummies" erscheinen seit 1991 Sachbücher, deren Aufgabe es ist, komplexe Themen einfach und für jeden Verständlich zu erklären. Anfangs noch vor allem für Themen des IT-Bereichs und der Naturwissenschaften geschrieben, erscheinen die Bücher mittlerweile zu allen Themengebieten, und zuletzt endlich auch für die deutsche Geschichte.
Die "Deutsche Geschichte für Dummies" wird von Christian von Ditfurth verfasst, studierter Historiker und Autor von sowohl Sachbüchern als auch Romanen. Wie alle Bücher der Reihe zeichnet sich auch dieses Werk durch eine gut verständliche Sprache aus, wobei besonders wichtige Passagen zusätzlich mit Symbolen markiert sind. Die komplexe Strukturierung erlaubt es außerdem, dass Buch als Nachschlagewerk zu nutzen. Die einzelnen Großkapitel sind zunächst in Einzelkapitel unterteilt, die wiederum in zahllose, meist nur einen Absatz lange, Unterabschnitte gegliedert sind, die alle im detaillierten Inhaltsverzeichnis aufgelistet werden. So können ganz bestimmte Themen, die nur einen kurzen Unterabschnitt betreffen, ohne langes Suchen direkt ausgewählt werden. Natürlich hilft auch ein Index am Ende des Buches bei der Stichwortrecherche.
Das Buch selbst umfasst 529 Seiten, und lässt sich grob in drei Abschnitte einteilen. Die ersten Kapitel (knapp 40 Seiten) rekapitulieren die Jahre von den allerersten Menschen über die ersten Germanenstämme bis zur Gründung des Ostgotenreiches im Jahre 493. Dieser Teil wird kurz und oberflächlich gehalten, da die eigentlich deutsche Geschichte erst mit den German beginnt. Es folgt der zweite Abschnitt, der sich mit den ersten Königs- und Kaiserdynastien der germanischen Völker beschäftigt, die zunächst ihr eigenes Reich, später auch das römische Reich beherrschen. Dieser Teil (ca. 240 Seiten), der die Jahre 493 bis 1815 umfasst, ist im Grunde eine Aufzählung der verschiedenen deutschen Kaiser und der Kriege, die sie führten. Es werden die verschiedenen Dynastien (Merowinger, Karolinger, Ottonen, Habsburger, Hohenzollern...) vorgestellt, ihre jeweiligen Herrscher knapp beschrieben und es wird auf die verschiedenen Kriege und die damit verbundenen Grenzverschiebungen eingegangen, wobei es bei Letzterem hilfreich gewesen wäre, mehr Karten einzufügen, um die vielen Gebietserweiterungen und Verluste besser nachvollziehen zu können. Dieser Teil des Buches kann kurzzeitig etwas langweilig werden, wenn sich der Autor wirklich nur auf eine Aufzählung der Herrscher verlegt. Mit der Märzrevolution von 1848 beginnt der letzte Abschnitt des Buches, der die neuere Zeit bis 2009 umfasst (ca. 230 Seiten). Dieser Abschnitt, obwohl nur 150 Jahre umfassend, nimmt gleich viel Platz ein, wie der vorherige Abschnitt, der ganze 1320 Jahre umfasst. Hier wird die Geschichte also deutlich ausführlicher beschrieben, was natürlich nicht zuletzt damit zusammenhängt, dass es aus dieser Zeit einfach deutlich mehr Quellen gibt. Dieser Abschnitt beginnt mit den turbulenten Jahren zwischen der Märzrevolution 1848 und dem Beginnen des ersten Weltkriegs 1914, es folgt die Weimarer Republik, das dritte Reich und der zweite Weltkrieg, die BRD und die DDR nach dem Krieg, und schließlich das vereinte Deutschland in Europa.
Schließlich bleiben die für die "Für Dummies" Reihe üblichen Gimmicks: Ein knapper Spickzettel am Anfang des Buches, der alle wichtigen Daten noch einmal kurz zusammenfasst, und eine Handvoll "Zehner Listen" am Ende des Buches, in diesem Fall die 10 klügsten Herrscher, die 10 größten Versager, die 10 wichtigsten Dokumente und die 10 größten Schlachten. In diesem Abschnitt wird im Grunde zu jedem Punkt nur noch einmal wiederholt, was bereits im Buch geschrieben wurde.
Wie von einem Buch "Für Dummies" zu erwarten, ist auch die deutsche Geschichte von Christian von Ditfurth sehr gut geschrieben, immer gut verständlich und mit einem Schuss Humor versehen. So macht das Lesen von Anfang bis Ende Spaß. Die einzigen Kritikpunkte wurden bereits kurz angesprochen: In den Kaiserjahren (ca. 450 bis 1815) verlegt sich der Autor teilweise auf eine einfache Aufzählung der Kaiser, was gelegentlich etwas langweilig werden kann. Zudem verschoben sich in diesen Jahren durch Kriege ständig die Grenzen des Reiches, was zwar beschrieben, aber nur in sehr seltenen Fällen anhand von Karten verdeutlicht wird. Diese beiden kleinen Kritikpunkte fallen beim Lesen zwar auf, sie fallen jedoch nicht sehr schwer ins Gewicht, denn der Lesespaß wird dabei höchsten kurzzeitig etwas getrübt. Insgesamt handelt es sich bei der Deutschen Geschichte für Dummies um ein sehr gutes Buch, das sowohl am Stück gelesen als auch als Nachschlagewerk verwendet werden kann.