„Einen Aphorismus kann man in keine Schreibmaschine diktieren. Es würde zu lange dauern" Das ist ein Aphorismus von Karl Kraus, Seite 302 in dem besprochenen Buch. Was er damit meint, läßt sich in dieser knappen Rezension nicht sagen, aber eins kann man daraus ableiten: Wenn hier ein Buch über 300 Seiten mit Aphorismen füllt, dann enthält es genug Stoff zum Nachdenken. 75 deutsche Geister, darunter übrigens nur eine Frau, äußern sich hier in Häppchen von wenigen Zeilen übe alle wichtigen und unwichtigen Fragen des Lebens: Kunst, Gesellschaft, Liebe, Politik, Freundschaft, Dummheit und eigentlich alles, was einem noch so einfällt. Ergänzt wird dieser Feuerwerk spritziger Gedanken durch einen Quellennachweis und ein ca. 40-seitiges Nachwort, das dem Phänomen des Aphorismus auf den Grund geht. Mir gefällt dieses Buch hervorragend, und ich ertappe mich immer wieder bei einem scheinbar neuen Gedanken, den ich in Wirklichkeit nur daraus gezogen hatte. Die Rezension möchte ich so beenden, wie ich sie begann - mit einem Zitat von Karl Kraus aus diesem Buch: „Keinen Gedanken haben und ihn ausdrücken können - das macht den Journalisten." (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)