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Deutschboden: Eine teilnehmende Beobachtung
 
 
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Deutschboden: Eine teilnehmende Beobachtung [Gebundene Ausgabe]

Moritz von Uslar
3.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (20 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 378 Seiten
  • Verlag: Kiepenheuer & Witsch; Auflage: 1., Auflage (23. September 2010)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3462042564
  • ISBN-13: 978-3462042566
  • Größe und/oder Gewicht: 19,4 x 12,4 x 3,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (20 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 60.780 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Moritz von Uslar
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Alles erfahren über „des Prols reine Seele“ will Moritz von Uslar. Zu diesem Zweck sucht der Reporter von der Spree eine „möglichst beschissene Kleinstadt“ im Wilden Osten der Republik. Jenseits des Berliner Speckgürtels, in Zehdenick – im Buch Oberhavel genannt –, wird der Autor fündig. Von Uslar lässt seinen Drachen steigen und nähert sich gefühlter Arbeitslosigkeit, getunten Autos, rasierten Glatzen und einem Friseursalon, der „Kamm Inn“ heißt. Leser erfahren, wo beim Kratzputz der Lack ab ist, dass in der DDR Bier in Raumtemperatur getrunken wurde – und was es mit Deutschboden auf sich hat.

Als „teilnehmende Beobachtung“ betituliert der Autor seine Notizen aus der ostdeutschen Provinz. Diese ursprünglich sozialwissenschaftliche Methode begründete Bronislaw Malinowski vor rund 100 Jahren mit seinen Forschungen in Melanesien. Angesichts der vom Völkerkundler geforderten Dauer von mindestens einem Jahr, relativiert sich von Uslars dreimonatiger Aufenthalt in Brandenburgs Hinterland. Andererseits ist ein Vierteljahr als Zeitraum für eine Reportage üppig, da beackern andere Schreiberlinge währenddessen die ganze Republik.

Im Labyrinth der Kleinstadt leuchtet der Autor Alltag und Ansichten einiger Kameraden genauer aus, andere erscheinen nur im Schlaglicht. Seine Sicht spiegelt die Männerwelt wider, eine Reporterin würde in Zehdenick andere Lebenswelten aufspüren. Nicht nur wenn von Uslar den Frieden des Bieres genießt oder beim Boxtraining die Leere im Kopf verspürt, zeigt sich, dass er auf seinem Trip mindestens so viel über sich selbst erfährt wie der Leser über das ostdeutsche Outback.

Im Unterschied zu Wissenschaftlern filtert von Uslar seine Eindrücke bewusst subjektiv und literarisch. Das ermöglicht es dem Leser, in die Rolle eines Ringrichters zu schlüpfen, der Treffer des Berliner Stadtmenschen sowie der Zehdenicker Urgesteine bepunktet – und liefert einen Grund mehr, warum das Buchkonzept weit genug trägt. Ganz wie im richtigen Leben fangen die besten Geschichten in der Gaststätte Schröder an. Und der Leser lehnt mit am Tresen und verputzt ordentlich „Molle“.
– Herwig Slezak

Kurzbeschreibung

Ich sagte: Ich haue ab von hier, dort hin, wo kaum ein Mensch je vor uns war – nach Hardrockhausen, Osten, nordöstliche Richtung, nicht zu weit weg, vielleicht eine Stunde von Berlin entfernt. Dort suche ich mir einen Boxclub, trainiere mit, hänge rum und tue nichts, außer die ganze Zeit nur zuzuhören und zuzugucken, was passiert, und abends stelle ich mich da hin, wo der totale Blödsinn erzählt wird, auf Parkplätze, an Tankstellen, in Pilslokale, und nebenbei erfahre ich alles über des Prolls reine Seele, über Hartz IV, Nazirock, Deutschlands beste Biersorten und die Wurzel der Gegenwart.“

Moritz von Uslar geht in eine Kleinstadt im Osten Deutschlands, er bleibt drei Monate und kehrt mit dieser großen Erzählung, einer Geschichte der Gegenwart, die gleichzeitig Reportage und Abenteuerroman ist, zurück.

Willkommen in jenem unbekannten Land, das Deutschland heißt.

Draußen, vor der Großstadt, wo Hartz IV, Alkoholismus, Abwanderung und Rechtsradikalismus angeblich zu Hause sind: Hier beginnt diese Geschichte. Der Reporter sucht nach einem Ort mit Boxclub und Kneipe und findet ihn im Landkreis Oberhavel, gut eine Autostunde nördlich vor Berlin. Pension Heimat, Franky’s Place, Gaststätte Schröder:  Pils am Tresen, Diktiergerät am Mann. Der Reporter hört zu, guckt zu, trinkt mit, trainiert mit, labert mit, und am nächsten Morgen steht er wieder da. Es erscheinen der Kneipenchef Heiko, der Geschichtenerzähler Blocky, der tätowierte Punk Raoul, und damit ist der Zugang eröffnet: zu den Proben der Band »5 Teeth Less«, zu Grillfesten mit Deutschlandfahne, zum Abhängen am Kaiser’s-Parkplatz und an der Aral-Tankstelle – und zum Alltag junger Männer, die vielleicht keine großartige Zukunft haben, aber einen ziemlich guten Humor.
Die präzisen Beobachtungen, im Wortlaut mitgezeichneten Gespräche, die Gags, Sprüche, Märchen und Blödeleien und die Fülle absurder, rührender und furchterregender Alltäglichkeiten entwickeln einen Sog, der den Leser hineinzieht in das Leben in der ostdeutschen Kleinstadt. Das ist klassisches und das ist modernes Reportertum.
Moritz von Uslar besitzt den Mut, die Ausdauer und das Einfühlungsvermögen, um zu zeigen, dass Wirklichkeit immer jener Ort ist, der jenseits der Erwartung liegt. In diesem Buch ist Platz für allerhand Abstrusitäten, bloß für keine Trostlosigkeit. Deutschboden leuchtet – es ist das Licht der Tankstelle an der Ausfallstraße nachts um halb eins.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
23 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von TAK
Format:Gebundene Ausgabe
Moritz v. Uslar (alias "der Reporter") führt in seinem Werk "Deutschboden" den Leser in eine Kleinstadt nördlich von Berlin, um dort - unbeeinflusst eines metropolistisch-eingeengten Blicks - die ganze Wahrheit über "Hartz IV, Nazirock, Deutschlands beste Biersorten" etc. herauszufinden.

Schnell findet er Anschluss in dortigen Wirtshäusern und wird in eine bis dato unbekannte Welt aus Kleinbürgerlichkeit, Alkoholismus, permanenter Langweile und Wessi-Skepsis eingeführt. Auf der anderen Seite erfährt er auch Gastfreundschaft, Aufgeschlossenheit und das ehrliche Bewusstsein vieler Protagonisten über die manchmal verfahrene eigene Lebenssituation.

Man mag in diesem Buch einige bekannte Klischees - insbesondere aus westdeutscher Sicht - über die ostdeutsche Provinz wiederfinden und bestätigt sehen. Nichtsdestotrotz schafft es v. Uslar über das gesamte Werk hinweg, ein Gefühl des "Dabeigewesenseins" beim Leser zu schaffen: aufgrund der sehr präzisen Beobachtungsgabe des Autors fühlt man sich mittendrin in der "Gaststätte Schröder" und ist von der ersten bis zur letzten Seite gespannt, was dem Autor während seines Aufenthaltes noch alles widerfährt.

Für Leser, die selbst auch aus einer kleinstädtischen Umgebung stammen, wird sich zudem das eine oder andere Déja vu-Erlebnis einstellen: sei es das abendliche "Cruisen" durch die Stadt, der Treffpunkt "Eiscafé" im Stadtzentrum etc. pp. Man findet sich als Leser an vielen Stellen wieder und kommt häufig ins Schmunzeln, da man sich oftmals an die eigene Jugendzeit in der Kleinstadt erinnert fühlt.

Kurzum: ein sehr unterhaltsames, amüsantes und bereicherndes Buch, das durch eine präzise Beobachtungsgabe des Autors geprägt ist und viele Leser in bis dato unbekannte Welten entführen wird.

Moritz v. Uslar schafft dabei den eleganten Spagat, nicht dumpfe Klischees beim Leser zu bestätigen, sondern immer das Gute in den Menschen von "Oberhavel" zu entdecken und deren Werte an die Oberfläche zu bringen: Zusammenhalt, Treue, Aufrichtigkeit und Ehrlichkeit - Werte, die in Kreisen der vermeintlichen "Großstadt-Bohème" leider oftmals zu kurz kommen.
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Das Buch beginnt eher überheblich. In geselliger Runde und vor staunendem Großstadtpublikum erzählt Moritz von Uslar von seinem Vorhaben, am Alltag einer ostdeutschen Kleinstadt teilzunehmen und darüber als Reporter zu berichten. Den richtig fiesen, gemeinen ostdeutschen 'Proll-Fighter' will er treffen. Dazu will er in einen Boxclub eintreten und von dort aus die Kleinstadt aufrollen.

Der Versuch misslingt. Der Boxclub bringt kaum Kontakt und noch weniger Erkenntnis. Letztlich wird er als 'Westsau' beschimpft und niedergeboxt. Stattdessen aber erweist sich die erste Kneipe am Ort als Volltreffer. Er knüpft schnell Kontakte, die ihm die Kleinstadt, Hintergründe und Freundschafts-Netzwerke eröffnen.

Die Kleinstadt mag arm an äußeren Ereignissen sein. Gleichwohl erfährt man eine Menge. Über die Vergangenheit, die Wende und die Nazi-Episode, über Generationen und deren Prägungen, über die Langeweile in der Kleinstadt, über Treffpunkte und Orte des sozialen Austausches. Das Buch ist reich an lebendigen, witzigen Dialogen, man meint, mit an der Theke zu stehen und den Gesprächen zu lauschen.

Von Uslar ist teilnehmender Beobachter, notiert eifrig mit, nimmt auf. Anfängliche Irritationen kann er meist schnell zerstreuen. Seine Kontaktpersonen unterstützen ihn dabei, ebnen ihm das Feld.

Und es lohnt sich. Ein Stück Alltag in Deutschland tritt plastisch vor den Leser, mit guter Beobachtung, viel Sinn für Menschen und Situationen, mit Witz und Boshaftigkeit.
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Hut ab, Herr von Uslar 8. Dezember 2010
Format:Gebundene Ausgabe
Der Vorabdruck der Schröder'schen Kneipenkapitel im ZEIT-Magazin hat mir große Lust auf dieses Buch gemacht - das Eingangskapitel "Berliner Runde" dagegen eher abgeschreckt. Hier, wie auch manchmal noch später im Buch gewährt der Autor kurze Einblicke in seine so entgegengesetzte künstliche X-Berger Verortung. In einer Champagner trinkenden Runde von Bekannten macht er sein Vorhaben, 3 Monate nach Hardrockhausen zu gehen, um den "Proll" zu studieren, bekannt.

Ich halte das für ein sehr mutiges Projekt und staune wie der 40jährige Autor einen so guten Kontakt zu den Mitte 20jährigen Protagonisten herstellen konnte und das Ganze auch noch mit seinem Hut.

Eine bestimmte Diskrepanz ist mir jedoch immer wieder aufgestoßen. Nicht nur in seinem Freundeskreis zu Beginn des Buches, sondern auch immer wieder im Verlauf des Buches redet der Autor in recht abfälliger Manier vom "Proll". Gleichzeitig wird aber auch eine Art überraschter Respekt ersichtlich, wie z.B. in dem Kapitel "Das Nichts", in dem er von seinen neuen Kumpels als der von der "Mitte und Zukunft der Gesellschaft", gar von der "Avantgarde" schreibt. Ich nehme M.v.U. seine Überraschung ab und glaube ihm auch, dass er einen guten metajournalistischen Draht zu Raoul, Rampa und Co. herstellen konnte. Umso mehr stößt das Prollgequatsche auf, das vielleicht zu Beginn noch als notwendiger Selbstschutz verzeihlich wäre, später aber wie Verrat anmutet.

Insgesamt aber ein sehr kurzweilig zu lesendes Werk mit treffend beobachteten und hervorragend beschriebenen Szenen und teils deutlichen Einblicken in die Selbsterfahrung. Der Proll wird bei näherer Auflösung zur Mitte und manchmal auch zum Freund.
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Die neuesten Kundenrezensionen
Zwiespältig
Ich habe das Buch gelesen, nachdem ich über den Vorabdruck im ZEIT-Magazin darauf aufmerksam geworden bin. Lesen Sie weiter...
Vor 2 Monaten von Andrej Haenel veröffentlicht
So hilfreich kann es sein, renommierte Kritiker zu kennen...
Ich habe es nicht geschafft, mehr als 100 Seiten dieses Buches zu lesen, bevor die Langeweile über meine Neugier siegte. Lesen Sie weiter...
Vor 5 Monaten von C. Von Ecke veröffentlicht
Ost-Grusel kommt immer gut
Der Autor wurde vielfach dafür gelobt, dass er trotz aller Fremdheit, Klischees oder gar Angst (vor den bösen Brandenburger Nazis etc. Lesen Sie weiter...
Vor 11 Monaten von Katerin veröffentlicht
Liebeserklärung an Zehdenick
Bei der Lektüre dieses Buches fühlte ich mich mehrmals in meine Jugendzeit vor dreißig Jahren zurück versetzt. Lesen Sie weiter...
Vor 15 Monaten von Martin Schneider veröffentlicht
merkwürdig beaobachtet
Ich wurde durch eine Bekannte auf das Buch aufmerksam, die es als Münchnerin zumindest sprachlich witzig, wenngleich sehr oberflächlich fand. Lesen Sie weiter...
Vor 15 Monaten von mays veröffentlicht
Bitter enttäuscht
Diesem Buch näherte ich mich mit großen Erwartungen. Uslars Beiträge für das SZ-Magazin hatte ich immer sehr gemocht, insbesondere seine... Lesen Sie weiter...
Vor 15 Monaten von W70 veröffentlicht
Teilnehmende ? Beobachtung ?
Ein ganz schwaches Buch, das ich nur aufgrund meines (persönlich begründeten) Interesses an der Kleinstadt Oberhavel = Zehdenick von A bis Z gelesen habe: Inhaltlich... Lesen Sie weiter...
Vor 16 Monaten von einsteiger veröffentlicht
einfach gut
Sehr interessantes Thema, kurzweilig, nachdenklich, sehr gut geschrieben !

Meine beste Lektüre seit langem . Man möchte die Personen alle kennenlernen ! Lesen Sie weiter...
Vor 18 Monaten von muenchen1 veröffentlicht
Ein feines Stück zeitgenössische Literatur
Ich frage in dieser großen angesehen fürchtbar viel auf sich haltenden Buchhandlung nach dem neuen Uslar und werde ganz ernst in den 1. Stock zu Fachbücher (! Lesen Sie weiter...
Vor 18 Monaten von Dr. Christoph Dreyer veröffentlicht
nicht schlecht und doch eine verpasste Chance
Nach dem Ausschnitt im Zeitmagazin wollte ich das Buch unbedingt lesen. Leider war der Ausschnitt nicht das erste Kapitel des Buches (schade, wäre ein toller Einstieg gewesen)... Lesen Sie weiter...
Vor 18 Monaten von Anja Be veröffentlicht
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