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Deutschbaltische SS-Führer und Andrej Vlasov 1942-1945
 
 
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Deutschbaltische SS-Führer und Andrej Vlasov 1942-1945 [Taschenbuch]

Matthias Schröder
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 256 Seiten
  • Verlag: Schöningh; Auflage: 2., unveränderte Auflage 2003 (Juli 2001)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3506775200
  • ISBN-13: 978-3506775207
  • Größe und/oder Gewicht: 23,4 x 16,4 x 2,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 1.707.935 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

Perlentaucher.de


Buchnotiz zu : Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.03.2002
Zweierlei kann der Autor dem Rezensenten verständlich machen: Indem er den Werdegang der beiden SS-Führer und Hauptakteure der "Wlassow- Aktion", Buchardt und Kröger (und zwar ohne Zuhilfenahme ihrer Nachkriegsaussagen) und ein baltendeutsches Netzwerk innerhalb der SS rekonstruiert, erschließt er dem Leser zunächst die Gründe für die Entstehung der "Russischen Befreiungsarmee". Im einem zweiten Schritt, so erklärt Klaus A. Lankheit in seiner Besprechung, eruiere Schröder sodann die Ursachen für das Scheitern des "Feldzugs gegen den Bolschewismus" und zeige, "dass Hitler und sein engster Kreis nie von ihren Grundpositionen abgewichen sind". So weit, so gut. Was die Form der Untersuchung betrifft, hat Lankheit allerdings seine Einwände. Zu wenig geschlossen erscheint sie ihm, die häufige Wiederholung von Fakten findet er lieblos, und dass man sich die wissenschaftlich bedeutsamen Erkenntnisse selber zusammensuchen muss, hält er für eine Zumutung.

© Perlentaucher Medien GmbH

Über den Autor

Matthias Schröder ist Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung und Certified TYPO3 Integrator. Er arbeitet beim Reiseunternehmen FTI Touristik im Bereich Webentwicklung mit dem Schwerpunkt TYPO3.

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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Fundierte Studie zu Vlasov und "Barbarossa", 19. Mai 2003
Rezension bezieht sich auf: Deutschbaltische SS-Führer und Andrej Vlasov 1942-1945 (Taschenbuch)
In dieser 2000 im Fachbereich Geschichte der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster eingereichten Dissertation untersucht Matthias Schröder die Rolle General Vlasovs vor dem Hintergrund der nationalsozialistischen Russlandpolitik, einen Ansatz den bislang nur Hans-Erich Volkmann in seinem Aufsatz zu „Das Vlasov-Unternehmen zwischen Ideologie und Pragmatismus" in MGM. Bd.12, (1972), H.2, skizziert hat, dessen Weiterentwicklung aber bisher in anderen Studien zu Vlasov (z.B. von Joachim Hoffmann 1984) nicht weiter adäquat verfolgt wurde. Der am 12.7.1942 in deutsche Gefangenschaft geratene Generalleutnant Andrej Andreevic Vlasov, hatte sich unverzüglich bereit erklärt , aus kriegsgefangenen russischen Soldaten eine Armee aufzustellen, die auf deutscher Seite in den Kampf gegen Stalin ziehen würde. Vlasovs „Russische Befreiungsarmee" (ROA) blieb jedoch bis Ende 1944, als im kleineren Umfang ROA-Einheiten aufgestellt und der Oberbefehl General Vlasov übergeben wurde, eine „Phantomarmee". Vlasov selbst unterstanden nie mehr als die beiden 1944 bzw. Anfang 1945 formierten zwei Divisionen, kleine militärische Verbände und die 1945 unterstellten Kosakeneinheiten.

Vielmehr wurde Vlasov und die Option einer „Russischen Befreiungsarmee" für die deutsche politische Kriegführung im Osten instrumentalisiert. Zustimmung fand diese Option vor allem bei denjenigen, die die Realität des militärischen Kampfes kannten und deshalb die Ansicht vertraten, dass Hitlers „Untermenschen-Konzept" für die politische Kriegführung ungeeignet sei. Nach dieser Auffassung könne der Krieg gegen das Sowjetregime nur dann erfolgreich sein und mit der Unterstützung der russischen Bevölkerung rechnen, wenn er auf die Befreiung der russischen Bevölkerung abziele und sich nicht gegen das russische Volk richte.

Die Dissertation ist nach Vorwort und Einleitung in folgende zwei Hauptteile gegliedert:

Erster Teil: Erhard Kroeger und Friedrich Buchardt. Deutschbaltische „Ostspezialisten" in der SS (bis Seite 114). Dieser umfangreiche Teil enthält die Biografien Kroegers und Buchardts. Zweiter Teil: Die Vlasov-Bewegung als Instrument ostpolitischer Konzeptionen (ab S. 115). Hier werden u.a. folgende thematischen Aspekte erörtert:

Forschungsstand und Rezeptionsgeschichte zu Vlasov nach 1945;
Entstehung der Vlasov-Bewegung 1942/43 und ihre Funktionalisierung für die politische Kriegführung;
Positionen der NS-Ostpolitik von Rosenberg zur SS hinsichtlich der „Russischen Befreiungsbewegung;
Untermenschen-Theorie versus militärischer Pragmatismus;
Deutschbaltische SS-Führer und ihre ostpolitische Initiative für Vlasov;
Mentale und politische Kontinuitäten nach 1945.
Zentrale Untersuchungsgegenstände in dieser Studie sind die Verbindungsstellen der SS, des SS-Hauptamtes und des Reichssicherheitshauptamtes RSHA, zur Vlasov-Bewegung und hier speziell die deutschbaltischen SS-Dienststellenleiter Erhard Kroeger, Himmlers Verbindungsmann bei Vlasov und Friedrich Buchardt, Leiter der Initiative für Vlasov im RSHA. Die Option „Vlasov-Armee" befand sich im Spannungsfeld zwischen der Zuständigkeit der SS und seiner Förderung durch deutsche Offiziere, die von Hitlers und Himmlers „Untermenschenkonzeption" zugunsten eines militärischen Pragmatismus Abstand nehmen wollten. Kroeger und Buchardt befürworteten im Unterschied zu ihrem Landsmann aus Estland, Alfred Rosenberg, und dem SS-Reichsführer Heinrich Himmler ein gezielt gegen Stalin kämpfendes Russland unter der Führung des hoch dekorierten Generals Vlasov. Himmler selbst war noch im Winter 1943/44 ein fanatischer Gegner des Generals und hatte diesen in einer Rede vor den Reichs- und Gauleitern in Posen am 6.10.1943 sogar als „russisches Schwein" und eine Woche später als „Schlächtergesellen" beschimpft (S.157).

Es ist eine Stärke der vorliegenden Studie, dass sie den Focus auf die Spannung der handelnden Akteure zwischen Rassismus und Untermenschenpolitik einerseits und pragmatisch realistischer Sicht der Kriegsnotwendigkeiten andererseits - innerhalb der sich paradoxerweise sogar Himmler befand, der im Sommer 1944 angesichts der weiter verschlechterten Kriegslage zum Befürworter einer Vlasov-Armee mutierte - richtet. Demgegenüber sind die Schwächen des Bandes, z.B. das etwas unzusammenhängende Nebeneinanderstellen der Biografien von Buchardt und Kroeger, zu verschmerzen, zumal der Autor klar herausarbeitet, dass auch diese beiden deutschbaltischen Vlasov-Förderer nicht viel mehr als die Zielvorstellung des Sturzes Stalins mit dem sowjetischen Ex-General gemeinsam hatten. Gegen den Charakter des Feldzuges als Vernichtungskrieg machten sie sich nur insofern Gedanken, als er den Erfolg der militärischen Operationen aufgrund einer dadurch den Okkupatoren feindselig eingestellten russischen Bevölkerung gefährdete.

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1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Überfällig, 10. September 2003
Rezension bezieht sich auf: Deutschbaltische SS-Führer und Andrej Vlasov 1942-1945 (Taschenbuch)
Es war längst überfällig, die Verstrickung deutschbaltischer SS-Offiziere in die Ostpolitik des "Dritten Reiches" zu untersuchen. Mathias Schröder schließt hier eine Lücke, indem er exemplarisch die Lebensläufe von zwei baltischen Protagonisten vorstellt, die sich im 2. Weltkrieg für die prorussische Vlasov-Bewegung innerhalb der NS-Hierarchien eingesetzt hatten.
Das Buch ist vorzüglich recherchiert, hoch interessant, sehr gut geschrieben und um Sachlichkeit bemüht. Darüber hinaus ist der Gegenstand der Untersuchung originell, weitgehend sogar Neuland. Ein Vorsatz, aus den glänzend präsentierten Fakten thesenhafte oder gar essayistische Schlüsse zu ziehen, ist der Untersuchung leider noch nicht anzumerken, kann aber dem Umstand geschuldet sein, daß es sich bei dem Werk um eine Dissertation handelt. Um so höher ist das Talent des Autors anzuerkennen, sich auch in einer streng wissenschaftlichen Arbeit um Lesbarkeit und einen flüssigen, erzählerischen Stil zu bemühen.
Ein wichtiges, ganz vorzügliches Buch!!
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