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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Fundierte Studie zu Vlasov und "Barbarossa",
Von
Rezension bezieht sich auf: Deutschbaltische SS-Führer und Andrej Vlasov 1942-1945 (Taschenbuch)
In dieser 2000 im Fachbereich Geschichte der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster eingereichten Dissertation untersucht Matthias Schröder die Rolle General Vlasovs vor dem Hintergrund der nationalsozialistischen Russlandpolitik, einen Ansatz den bislang nur Hans-Erich Volkmann in seinem Aufsatz zu „Das Vlasov-Unternehmen zwischen Ideologie und Pragmatismus" in MGM. Bd.12, (1972), H.2, skizziert hat, dessen Weiterentwicklung aber bisher in anderen Studien zu Vlasov (z.B. von Joachim Hoffmann 1984) nicht weiter adäquat verfolgt wurde. Der am 12.7.1942 in deutsche Gefangenschaft geratene Generalleutnant Andrej Andreevic Vlasov, hatte sich unverzüglich bereit erklärt , aus kriegsgefangenen russischen Soldaten eine Armee aufzustellen, die auf deutscher Seite in den Kampf gegen Stalin ziehen würde. Vlasovs „Russische Befreiungsarmee" (ROA) blieb jedoch bis Ende 1944, als im kleineren Umfang ROA-Einheiten aufgestellt und der Oberbefehl General Vlasov übergeben wurde, eine „Phantomarmee". Vlasov selbst unterstanden nie mehr als die beiden 1944 bzw. Anfang 1945 formierten zwei Divisionen, kleine militärische Verbände und die 1945 unterstellten Kosakeneinheiten.Vielmehr wurde Vlasov und die Option einer „Russischen Befreiungsarmee" für die deutsche politische Kriegführung im Osten instrumentalisiert. Zustimmung fand diese Option vor allem bei denjenigen, die die Realität des militärischen Kampfes kannten und deshalb die Ansicht vertraten, dass Hitlers „Untermenschen-Konzept" für die politische Kriegführung ungeeignet sei. Nach dieser Auffassung könne der Krieg gegen das Sowjetregime nur dann erfolgreich sein und mit der Unterstützung der russischen Bevölkerung rechnen, wenn er auf die Befreiung der russischen Bevölkerung abziele und sich nicht gegen das russische Volk richte. Die Dissertation ist nach Vorwort und Einleitung in folgende zwei Hauptteile gegliedert: Erster Teil: Erhard Kroeger und Friedrich Buchardt. Deutschbaltische „Ostspezialisten" in der SS (bis Seite 114). Dieser umfangreiche Teil enthält die Biografien Kroegers und Buchardts. Zweiter Teil: Die Vlasov-Bewegung als Instrument ostpolitischer Konzeptionen (ab S. 115). Hier werden u.a. folgende thematischen Aspekte erörtert: Forschungsstand und Rezeptionsgeschichte zu Vlasov nach 1945; Es ist eine Stärke der vorliegenden Studie, dass sie den Focus auf die Spannung der handelnden Akteure zwischen Rassismus und Untermenschenpolitik einerseits und pragmatisch realistischer Sicht der Kriegsnotwendigkeiten andererseits - innerhalb der sich paradoxerweise sogar Himmler befand, der im Sommer 1944 angesichts der weiter verschlechterten Kriegslage zum Befürworter einer Vlasov-Armee mutierte - richtet. Demgegenüber sind die Schwächen des Bandes, z.B. das etwas unzusammenhängende Nebeneinanderstellen der Biografien von Buchardt und Kroeger, zu verschmerzen, zumal der Autor klar herausarbeitet, dass auch diese beiden deutschbaltischen Vlasov-Förderer nicht viel mehr als die Zielvorstellung des Sturzes Stalins mit dem sowjetischen Ex-General gemeinsam hatten. Gegen den Charakter des Feldzuges als Vernichtungskrieg machten sie sich nur insofern Gedanken, als er den Erfolg der militärischen Operationen aufgrund einer dadurch den Okkupatoren feindselig eingestellten russischen Bevölkerung gefährdete. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Überfällig,
Rezension bezieht sich auf: Deutschbaltische SS-Führer und Andrej Vlasov 1942-1945 (Taschenbuch)
Es war längst überfällig, die Verstrickung deutschbaltischer SS-Offiziere in die Ostpolitik des "Dritten Reiches" zu untersuchen. Mathias Schröder schließt hier eine Lücke, indem er exemplarisch die Lebensläufe von zwei baltischen Protagonisten vorstellt, die sich im 2. Weltkrieg für die prorussische Vlasov-Bewegung innerhalb der NS-Hierarchien eingesetzt hatten.Das Buch ist vorzüglich recherchiert, hoch interessant, sehr gut geschrieben und um Sachlichkeit bemüht. Darüber hinaus ist der Gegenstand der Untersuchung originell, weitgehend sogar Neuland. Ein Vorsatz, aus den glänzend präsentierten Fakten thesenhafte oder gar essayistische Schlüsse zu ziehen, ist der Untersuchung leider noch nicht anzumerken, kann aber dem Umstand geschuldet sein, daß es sich bei dem Werk um eine Dissertation handelt. Um so höher ist das Talent des Autors anzuerkennen, sich auch in einer streng wissenschaftlichen Arbeit um Lesbarkeit und einen flüssigen, erzählerischen Stil zu bemühen. Ein wichtiges, ganz vorzügliches Buch!! Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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