"Sprachvergnügen für Besserwisser" - wie der Untertitel lautet - ist wohl etwas untertrieben. Dieses Buch ist eine ausgesprochen köstliche, erheiternde, kuriose, nachdenkenswerte, genussreiche Wanderung durch den Anekdotenhain der deutschen Sprache bzw. des Gebrauchs ihresgleichen.
Eike Christian Hirsch sprudelt dermaßen vielseitig heraus mit seinen Anekdoten rund um die deutsche Sprache, dass man selbst gar nicht mehr das Buch aus der Hand legen mag. Es drängt einen immer nach mehr, weil es einfach Spaß macht, wie der Autor selbst die großen Redner aus Politik, Journalismus und Unterhaltung entlarvt hinsichtlich ihres manchmal arg seltsam anmutenden Sprachgebrauchs.
Dies beginnt schon mit der frischen Redaktionssitzungserzählung am Anfang des Buches, wo der Bilderreichtum und seine oftmals fatale Verwendung aufgezeigt wird. Im weiteren Verlauf reiht sich thematisch sortiert eine detektivische Entlarvung nach der nächsten an. So zitiert Hirsch: "Die Pinguine im Aquazoo haben keine Namen, denn sie sind selbst von den Pflegern äußerlich kaum zu unterscheiden." Man ist diese Sprachgestaltung schon derart gewöhnt, dass man bei einigen Sätzen erst einmal ein zweites Mal lesen muss, um das Kuriose wirklich zu finden.
Doch der ehemalige NDR-Hörfunk-Redakteur und Journalist Eike Christian Hirsch belässt es nicht nur bei dem Aufzeigen von kuriosen Sprachgestaltungen. Ihm gelingt es zum Teil auch suggestiv (im positiven Sinne) Sprachregeln wieder bekannter zu machen und die korrekte Verwendung von Genitiv, Dativ (und bei anderen "Fällen") darzulegen.
Wer nicht nur comedy-artige Deutschstunden haben möchte, welche die oftmals so falsche Sprachverwendung "auf die Schippe nehmen", der liegt mit diesem preisgünstigen und anekdotenreichen Buch genau richtig. Es ist jeden Leser und jeder Leserin eine entspannte Lektüre zu wünschen. Der Spaßfaktor ist hier auf jeden Fall sehr hoch und bleibt auch noch auf den letzten Seiten absolut garantiert!
Und wer weiß - vielleicht finden sich Deutschlehrer/-innen, welche Vertretungsstunden damit zubringen, ihren Schülern/-innen so manche Kuriosität nahe zu bringen oder erraten zu lassen...