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Keep You Close

Man weiß es: Ohne die Grenzen sprengende, überaus kreative belgische Indie-Szene wäre die Rockmusik um viele Nuancen und revolutionäre Ideen ärmer. Allein die geografische Lage Belgiens als Mittelpunkt Westeuropas verhalf der Szene zu einer heterogenen Offenheit und Experimentierfreude, die ihresgleichen sucht. Seit bald zwei Jahrzehnten bilden dEUS den Kopf dieses überbordenden Pools großartiger Musiker und Grenzgänger. Von Jazz bis Pop, von Noise bis Elektronik, vom Liedermachertum bis zum abstrakten Indie-Gebruddel: Erlaubt war schon immer, was gefällt. Und die eigene ... Lesen Sie mehr

Keep You Close

Man weiß es: Ohne die Grenzen sprengende, überaus kreative belgische Indie-Szene wäre die Rockmusik um viele Nuancen und revolutionäre Ideen ärmer. Allein die geografische Lage Belgiens als Mittelpunkt Westeuropas verhalf der Szene zu einer heterogenen Offenheit und Experimentierfreude, die ihresgleichen sucht. Seit bald zwei Jahrzehnten bilden dEUS den Kopf dieses überbordenden Pools großartiger Musiker und Grenzgänger. Von Jazz bis Pop, von Noise bis Elektronik, vom Liedermachertum bis zum abstrakten Indie-Gebruddel: Erlaubt war schon immer, was gefällt. Und die eigene Kreativität voran treibt.

So auch bei dEUS, der Band rund um den Entrepreneur, Sänger, Songwriter, begeisterten DJ und Teilzeit-Filmemacher Tom Barman. Ein hochgradig sympathischer Control Freak, ein engagierter Kreuzritter für das Gute im Rock, ein stetig Suchender und fortwährend Findender. Es sei nicht immer ganz einfach, mit ihm zu arbeiten, weil er so intensiv sei, berichten ehemalige und gegenwärtige Band-Kollegen. Dafür befinde man sich mit Tom Barman auf einem endlosen Ritt durch die Schönheit und Ästhetik großartiger Musik, die wenig bis keine Grenzen kennt.

Jedes bisherige dEUS-Album bot neben fantastischen Songs zwischen Indie, Pop, Rock und gelegentlicher Elektronik vor allem eines: große Überraschungen, selbst für den eingefleischten Fan. Seit ihrem 1993 erschienenen Debüt „Worst Case Scenario“ haben dEUS fünf Alben und drei EPs vorgelegt, die in ihrer individuellen Ausgestaltung stets neue Facetten boten, oftmals vollkommen anders anmuteten als der Vorgänger – und zugleich in jeder Sekunde voll und ganz nach dEUS klangen.

Das allein verdient Respekt und Anerkennung. Dass sie mit ihrem vorsätzlichen, konsequent spannenden Surfen durch die Stile überdies auf globale Erfolge blicken können, bestätigt nur die Dringlichkeit und künstlerische Genialität ihres Werks.

Ein wenig Namedropping, um die Vielseitigkeit und Intensität von dEUS zu beschreiben? Bitte: „Worst Case Scenario“ – ein Bastard aus Captain Beefheart, Fugazi und Charles Mingus; „In a Bar, Under The Sea” (1996) – wie Tom Waits, Nick Cave und Leonard Cohen im Noise-infizierten Jungbrunnen; „The Ideal Crash“ (1999) – das perfekte, unendlich berückende Indiepop-Album zwischen Josh Rouse, Kristofer Aström und Damien Rice, nur mit „mehr Musik“; „Pocket Revolution“ (2005) – die Entdeckung der Dynamik und Dichte im zu Ende gedachten, ästhetisch ausgefeilten Indierock, wie eine europäisch-verspielte Version von Death Cab For Cutie oder Nada Surf; und „Vantage Point“ (2008), – ein fieses Biest zwischen tanzbarem Rock und rockender Elektronik, irgendwo zwischen Can, LCD Soundsystem und MGMT. All dies sind nur Referenzen, Ansätze, die schlussendlich nicht wirklich geeignet sind, dEUS in ihrer Vielschichtigkeit und kompositorischen Brillanz abzubilden.

Diese stetige Veränderung ihres Stils trägt – neben dem bandimmanenten Bedürfnis, sich niemals zu wiederholen – einen Namen: Besetzungswechsel. Bis zu „Pocket Revolution“ waren dEUS einer stetigen personellen Veränderung unterworfen, aus gutem Grund: Das Song-Alphatier Barman sucht und braucht den kreativen Clinch mit einem ihm auf Augenhöhe begegnenden zweiten Genie. Das erzeugt einerseits diese Glanzmomente in Komposition, Ästhetik und Arrangement; andererseits schürt es Reibung und damit Konflikte. „Es ist eine Teilbestimmung dieser Band, dass Reibung entsteht, aus der glanzvolle Momente erwachsen“, sagt Barman. „Das ist zwar immer wieder anstrengend, aber scheinbar brauchen wir das.“ So haben dEUS in den 90ern zahlreiche ausgezeichnete Musiker ‚verschlissen’, die im Anschluss mit eigenen Bands zu künstlerischen Höhenflügen ansetzten.

Von Stef Kamil Carlens (heute Zita Swoon) und Rudy Trouvé (Dead Man Ray, Gore Slut, Kiss My Jazz) über Danny Mommens (Vive la Fète) bis zu dem Schotten Craig Ward, der inzwischen als Produzent arbeitet: Sie alle verliehen dem jeweiligen Album und Karriere-Abschnitt von dEUS ihre individuelle Handschrift.

Seit „Pocket Revolution“ ist das Line-Up erstmals konstant. Und brillant: Vom Gründungsmitglied Klaas Janzoons (Violine, Keyboards) über den von Soulwax kommenden Drummer Stéphane Misseghers und dem Bassisten und Hans-Dampf-in-allen-Bandgassen Alan Gevaert bis zum Multitalent Mauro Pawlowski, der sowohl solo als auch mit seinen eigenen Bands Evil Superstars und Mitsoobishi Jacson bereits in den 90ern eine eigene Indie- und Noiserock-Karriere verfolgte: Die gegenwärtige dEUS-Besetzung besteht aus ausnahmslos überwältigend guten Musikern, die über die Zeitspanne von drei Alben nun zu einer sich blind verstehenden, live unfassbar tight arbeitenden Einheit gereift sind.

„‚Pocket Revolution’ war wie das Kennenlernen innerhalb einer neuen Beziehung“, erklärt Tom Barman das konsequente Zusammenwachsen dieses Fünfers. „‚Vantage Point’ stellte sich für mich als Konsolidierung dar, eine Art Standortbestimmung, wofür wir stehen und was wir erreichen können. Ich wusste immer: Wenn es mir einmal gelingt, drei dEUS-Alben in Folge mit der gleichen Besetzung zu machen, wird das beste dEUS-Album entstehen, das wir je gemacht haben.“ Willkommen in der Gegenwart. Willkommen bei „Keep You Close“, dem sechsten Streich dieses ewigen Song- und Sound-Wunders.

Darum wissend, was für eine ausgezeichnete Band Barman um sich geschart hatte, gab er das bisherige Band-Prinzip, zunächst alleine oder mit einem kongenialen Partner die Songs zu entwerfen, vollkommen auf: „‚Keep You Close’ ist in der tiefsten Bedeutung des Wortes ein Band-Album“, sagt er, „das erste in der Geschichte von dEUS. Mehr als ein paar Akkordfolgen waren niemals da, bevor wir gemeinsam per Jamsessions die Songs entwickelten. Zahlreiche der neuen Songs basieren nicht einmal auf Akkorden, sondern auf der Rhythmus-Arbeit von Stéphane und Alan. Es tat unheimlich gut und war zugleich schwierig für mich, die Kontrolle derart abzugeben.“

Dabei geholfen hat ihm Produzent David Botrill (Muse, Tool), der „Keep You Close“ im bandeigenen Studio in Antwerpen zusammen mit Engineer Adam Noble aufnahm. „Er ist ein wunderbar ausgeglichener, unaufgeregter Mensch“, so Barman. „Jedes Mal, wenn ich die ersten Symptome des Control-Freaks zeigte, nahm er mich zur Seite und beruhigte mich: ‚Das läuft schon, Tom. Ich achte drauf.’ Das hat mich sehr geerdet.“ Als weiteren Gast des Albums darf man auf zwei Songs den Twilight Singers-Kopf Greg Dulli begrüßen; schon immer heimlicher Verehrer der Band, nahm er ein Konzert in Antwerpen zum Anlass, dEUS im Studio zu besuchen und das Album mit seiner Stimme zu veredeln.

Was natürlich großartig, prinzipiell aber gar nicht vonnöten gewesen ist. Denn „Keep You Close“ strahlt auch so in den hellsten Farben. Es ist ein durchweg enorm dichtes, wunderbar austariertes, überwältigend klingendes Album voll individueller Songs mit Melodien, die einen nicht mehr loslassen. Rock, Pop, Indie? Egal, das sind nur Namen. dEUS aber geht es um Kunst. Ging es immer. Die Kunst von „Keep You Close“ steckt im Detail – ein Hörgenuss via Kopfhörer wird dringend angeraten.

Manch ein Fan mag bei diesem in sich maximal geschlossenen, kompakten Album zunächst die typischen kleinen dEUS-Widerhaken vermissen. „Das war diesmal nicht unser Ziel“, sagt Tom. „Wir wollten eine kohärente, möglichst stimmige Platte machen. Aber keine Sorge, wir werden auch wieder in die Grenzbereiche gehen. Wir bereiten da gerade etwas vor.“ Doch jetzt ist erst mal Zeit, sich an „Keep You Close“ zu gewöhnen – und es zu einem weiteren dEUS-Lieblingsalbum reifen zu lassen. Dass das passieren wird, kann man hier einmal tatsächlich garantieren. Was für ein Glück für einen Bioschreiber.
Sascha Krüger

28.11. Köln – Live Music Hall
29.11. Hamburg – Markthalle
02.12. München – Backstage Werk
04.12. A – Wien – Arena
Booking in D: MLK

Diese Biografie wurde von den Künstlern oder deren Vertretern bereitgestellt.

Keep You Close

Man weiß es: Ohne die Grenzen sprengende, überaus kreative belgische Indie-Szene wäre die Rockmusik um viele Nuancen und revolutionäre Ideen ärmer. Allein die geografische Lage Belgiens als Mittelpunkt Westeuropas verhalf der Szene zu einer heterogenen Offenheit und Experimentierfreude, die ihresgleichen sucht. Seit bald zwei Jahrzehnten bilden dEUS den Kopf dieses überbordenden Pools großartiger Musiker und Grenzgänger. Von Jazz bis Pop, von Noise bis Elektronik, vom Liedermachertum bis zum abstrakten Indie-Gebruddel: Erlaubt war schon immer, was gefällt. Und die eigene Kreativität voran treibt.

So auch bei dEUS, der Band rund um den Entrepreneur, Sänger, Songwriter, begeisterten DJ und Teilzeit-Filmemacher Tom Barman. Ein hochgradig sympathischer Control Freak, ein engagierter Kreuzritter für das Gute im Rock, ein stetig Suchender und fortwährend Findender. Es sei nicht immer ganz einfach, mit ihm zu arbeiten, weil er so intensiv sei, berichten ehemalige und gegenwärtige Band-Kollegen. Dafür befinde man sich mit Tom Barman auf einem endlosen Ritt durch die Schönheit und Ästhetik großartiger Musik, die wenig bis keine Grenzen kennt.

Jedes bisherige dEUS-Album bot neben fantastischen Songs zwischen Indie, Pop, Rock und gelegentlicher Elektronik vor allem eines: große Überraschungen, selbst für den eingefleischten Fan. Seit ihrem 1993 erschienenen Debüt „Worst Case Scenario“ haben dEUS fünf Alben und drei EPs vorgelegt, die in ihrer individuellen Ausgestaltung stets neue Facetten boten, oftmals vollkommen anders anmuteten als der Vorgänger – und zugleich in jeder Sekunde voll und ganz nach dEUS klangen.

Das allein verdient Respekt und Anerkennung. Dass sie mit ihrem vorsätzlichen, konsequent spannenden Surfen durch die Stile überdies auf globale Erfolge blicken können, bestätigt nur die Dringlichkeit und künstlerische Genialität ihres Werks.

Ein wenig Namedropping, um die Vielseitigkeit und Intensität von dEUS zu beschreiben? Bitte: „Worst Case Scenario“ – ein Bastard aus Captain Beefheart, Fugazi und Charles Mingus; „In a Bar, Under The Sea” (1996) – wie Tom Waits, Nick Cave und Leonard Cohen im Noise-infizierten Jungbrunnen; „The Ideal Crash“ (1999) – das perfekte, unendlich berückende Indiepop-Album zwischen Josh Rouse, Kristofer Aström und Damien Rice, nur mit „mehr Musik“; „Pocket Revolution“ (2005) – die Entdeckung der Dynamik und Dichte im zu Ende gedachten, ästhetisch ausgefeilten Indierock, wie eine europäisch-verspielte Version von Death Cab For Cutie oder Nada Surf; und „Vantage Point“ (2008), – ein fieses Biest zwischen tanzbarem Rock und rockender Elektronik, irgendwo zwischen Can, LCD Soundsystem und MGMT. All dies sind nur Referenzen, Ansätze, die schlussendlich nicht wirklich geeignet sind, dEUS in ihrer Vielschichtigkeit und kompositorischen Brillanz abzubilden.

Diese stetige Veränderung ihres Stils trägt – neben dem bandimmanenten Bedürfnis, sich niemals zu wiederholen – einen Namen: Besetzungswechsel. Bis zu „Pocket Revolution“ waren dEUS einer stetigen personellen Veränderung unterworfen, aus gutem Grund: Das Song-Alphatier Barman sucht und braucht den kreativen Clinch mit einem ihm auf Augenhöhe begegnenden zweiten Genie. Das erzeugt einerseits diese Glanzmomente in Komposition, Ästhetik und Arrangement; andererseits schürt es Reibung und damit Konflikte. „Es ist eine Teilbestimmung dieser Band, dass Reibung entsteht, aus der glanzvolle Momente erwachsen“, sagt Barman. „Das ist zwar immer wieder anstrengend, aber scheinbar brauchen wir das.“ So haben dEUS in den 90ern zahlreiche ausgezeichnete Musiker ‚verschlissen’, die im Anschluss mit eigenen Bands zu künstlerischen Höhenflügen ansetzten.

Von Stef Kamil Carlens (heute Zita Swoon) und Rudy Trouvé (Dead Man Ray, Gore Slut, Kiss My Jazz) über Danny Mommens (Vive la Fète) bis zu dem Schotten Craig Ward, der inzwischen als Produzent arbeitet: Sie alle verliehen dem jeweiligen Album und Karriere-Abschnitt von dEUS ihre individuelle Handschrift.

Seit „Pocket Revolution“ ist das Line-Up erstmals konstant. Und brillant: Vom Gründungsmitglied Klaas Janzoons (Violine, Keyboards) über den von Soulwax kommenden Drummer Stéphane Misseghers und dem Bassisten und Hans-Dampf-in-allen-Bandgassen Alan Gevaert bis zum Multitalent Mauro Pawlowski, der sowohl solo als auch mit seinen eigenen Bands Evil Superstars und Mitsoobishi Jacson bereits in den 90ern eine eigene Indie- und Noiserock-Karriere verfolgte: Die gegenwärtige dEUS-Besetzung besteht aus ausnahmslos überwältigend guten Musikern, die über die Zeitspanne von drei Alben nun zu einer sich blind verstehenden, live unfassbar tight arbeitenden Einheit gereift sind.

„‚Pocket Revolution’ war wie das Kennenlernen innerhalb einer neuen Beziehung“, erklärt Tom Barman das konsequente Zusammenwachsen dieses Fünfers. „‚Vantage Point’ stellte sich für mich als Konsolidierung dar, eine Art Standortbestimmung, wofür wir stehen und was wir erreichen können. Ich wusste immer: Wenn es mir einmal gelingt, drei dEUS-Alben in Folge mit der gleichen Besetzung zu machen, wird das beste dEUS-Album entstehen, das wir je gemacht haben.“ Willkommen in der Gegenwart. Willkommen bei „Keep You Close“, dem sechsten Streich dieses ewigen Song- und Sound-Wunders.

Darum wissend, was für eine ausgezeichnete Band Barman um sich geschart hatte, gab er das bisherige Band-Prinzip, zunächst alleine oder mit einem kongenialen Partner die Songs zu entwerfen, vollkommen auf: „‚Keep You Close’ ist in der tiefsten Bedeutung des Wortes ein Band-Album“, sagt er, „das erste in der Geschichte von dEUS. Mehr als ein paar Akkordfolgen waren niemals da, bevor wir gemeinsam per Jamsessions die Songs entwickelten. Zahlreiche der neuen Songs basieren nicht einmal auf Akkorden, sondern auf der Rhythmus-Arbeit von Stéphane und Alan. Es tat unheimlich gut und war zugleich schwierig für mich, die Kontrolle derart abzugeben.“

Dabei geholfen hat ihm Produzent David Botrill (Muse, Tool), der „Keep You Close“ im bandeigenen Studio in Antwerpen zusammen mit Engineer Adam Noble aufnahm. „Er ist ein wunderbar ausgeglichener, unaufgeregter Mensch“, so Barman. „Jedes Mal, wenn ich die ersten Symptome des Control-Freaks zeigte, nahm er mich zur Seite und beruhigte mich: ‚Das läuft schon, Tom. Ich achte drauf.’ Das hat mich sehr geerdet.“ Als weiteren Gast des Albums darf man auf zwei Songs den Twilight Singers-Kopf Greg Dulli begrüßen; schon immer heimlicher Verehrer der Band, nahm er ein Konzert in Antwerpen zum Anlass, dEUS im Studio zu besuchen und das Album mit seiner Stimme zu veredeln.

Was natürlich großartig, prinzipiell aber gar nicht vonnöten gewesen ist. Denn „Keep You Close“ strahlt auch so in den hellsten Farben. Es ist ein durchweg enorm dichtes, wunderbar austariertes, überwältigend klingendes Album voll individueller Songs mit Melodien, die einen nicht mehr loslassen. Rock, Pop, Indie? Egal, das sind nur Namen. dEUS aber geht es um Kunst. Ging es immer. Die Kunst von „Keep You Close“ steckt im Detail – ein Hörgenuss via Kopfhörer wird dringend angeraten.

Manch ein Fan mag bei diesem in sich maximal geschlossenen, kompakten Album zunächst die typischen kleinen dEUS-Widerhaken vermissen. „Das war diesmal nicht unser Ziel“, sagt Tom. „Wir wollten eine kohärente, möglichst stimmige Platte machen. Aber keine Sorge, wir werden auch wieder in die Grenzbereiche gehen. Wir bereiten da gerade etwas vor.“ Doch jetzt ist erst mal Zeit, sich an „Keep You Close“ zu gewöhnen – und es zu einem weiteren dEUS-Lieblingsalbum reifen zu lassen. Dass das passieren wird, kann man hier einmal tatsächlich garantieren. Was für ein Glück für einen Bioschreiber.
Sascha Krüger

28.11. Köln – Live Music Hall
29.11. Hamburg – Markthalle
02.12. München – Backstage Werk
04.12. A – Wien – Arena
Booking in D: MLK

Diese Biografie wurde von den Künstlern oder deren Vertretern bereitgestellt.

Keep You Close

Man weiß es: Ohne die Grenzen sprengende, überaus kreative belgische Indie-Szene wäre die Rockmusik um viele Nuancen und revolutionäre Ideen ärmer. Allein die geografische Lage Belgiens als Mittelpunkt Westeuropas verhalf der Szene zu einer heterogenen Offenheit und Experimentierfreude, die ihresgleichen sucht. Seit bald zwei Jahrzehnten bilden dEUS den Kopf dieses überbordenden Pools großartiger Musiker und Grenzgänger. Von Jazz bis Pop, von Noise bis Elektronik, vom Liedermachertum bis zum abstrakten Indie-Gebruddel: Erlaubt war schon immer, was gefällt. Und die eigene Kreativität voran treibt.

So auch bei dEUS, der Band rund um den Entrepreneur, Sänger, Songwriter, begeisterten DJ und Teilzeit-Filmemacher Tom Barman. Ein hochgradig sympathischer Control Freak, ein engagierter Kreuzritter für das Gute im Rock, ein stetig Suchender und fortwährend Findender. Es sei nicht immer ganz einfach, mit ihm zu arbeiten, weil er so intensiv sei, berichten ehemalige und gegenwärtige Band-Kollegen. Dafür befinde man sich mit Tom Barman auf einem endlosen Ritt durch die Schönheit und Ästhetik großartiger Musik, die wenig bis keine Grenzen kennt.

Jedes bisherige dEUS-Album bot neben fantastischen Songs zwischen Indie, Pop, Rock und gelegentlicher Elektronik vor allem eines: große Überraschungen, selbst für den eingefleischten Fan. Seit ihrem 1993 erschienenen Debüt „Worst Case Scenario“ haben dEUS fünf Alben und drei EPs vorgelegt, die in ihrer individuellen Ausgestaltung stets neue Facetten boten, oftmals vollkommen anders anmuteten als der Vorgänger – und zugleich in jeder Sekunde voll und ganz nach dEUS klangen.

Das allein verdient Respekt und Anerkennung. Dass sie mit ihrem vorsätzlichen, konsequent spannenden Surfen durch die Stile überdies auf globale Erfolge blicken können, bestätigt nur die Dringlichkeit und künstlerische Genialität ihres Werks.

Ein wenig Namedropping, um die Vielseitigkeit und Intensität von dEUS zu beschreiben? Bitte: „Worst Case Scenario“ – ein Bastard aus Captain Beefheart, Fugazi und Charles Mingus; „In a Bar, Under The Sea” (1996) – wie Tom Waits, Nick Cave und Leonard Cohen im Noise-infizierten Jungbrunnen; „The Ideal Crash“ (1999) – das perfekte, unendlich berückende Indiepop-Album zwischen Josh Rouse, Kristofer Aström und Damien Rice, nur mit „mehr Musik“; „Pocket Revolution“ (2005) – die Entdeckung der Dynamik und Dichte im zu Ende gedachten, ästhetisch ausgefeilten Indierock, wie eine europäisch-verspielte Version von Death Cab For Cutie oder Nada Surf; und „Vantage Point“ (2008), – ein fieses Biest zwischen tanzbarem Rock und rockender Elektronik, irgendwo zwischen Can, LCD Soundsystem und MGMT. All dies sind nur Referenzen, Ansätze, die schlussendlich nicht wirklich geeignet sind, dEUS in ihrer Vielschichtigkeit und kompositorischen Brillanz abzubilden.

Diese stetige Veränderung ihres Stils trägt – neben dem bandimmanenten Bedürfnis, sich niemals zu wiederholen – einen Namen: Besetzungswechsel. Bis zu „Pocket Revolution“ waren dEUS einer stetigen personellen Veränderung unterworfen, aus gutem Grund: Das Song-Alphatier Barman sucht und braucht den kreativen Clinch mit einem ihm auf Augenhöhe begegnenden zweiten Genie. Das erzeugt einerseits diese Glanzmomente in Komposition, Ästhetik und Arrangement; andererseits schürt es Reibung und damit Konflikte. „Es ist eine Teilbestimmung dieser Band, dass Reibung entsteht, aus der glanzvolle Momente erwachsen“, sagt Barman. „Das ist zwar immer wieder anstrengend, aber scheinbar brauchen wir das.“ So haben dEUS in den 90ern zahlreiche ausgezeichnete Musiker ‚verschlissen’, die im Anschluss mit eigenen Bands zu künstlerischen Höhenflügen ansetzten.

Von Stef Kamil Carlens (heute Zita Swoon) und Rudy Trouvé (Dead Man Ray, Gore Slut, Kiss My Jazz) über Danny Mommens (Vive la Fète) bis zu dem Schotten Craig Ward, der inzwischen als Produzent arbeitet: Sie alle verliehen dem jeweiligen Album und Karriere-Abschnitt von dEUS ihre individuelle Handschrift.

Seit „Pocket Revolution“ ist das Line-Up erstmals konstant. Und brillant: Vom Gründungsmitglied Klaas Janzoons (Violine, Keyboards) über den von Soulwax kommenden Drummer Stéphane Misseghers und dem Bassisten und Hans-Dampf-in-allen-Bandgassen Alan Gevaert bis zum Multitalent Mauro Pawlowski, der sowohl solo als auch mit seinen eigenen Bands Evil Superstars und Mitsoobishi Jacson bereits in den 90ern eine eigene Indie- und Noiserock-Karriere verfolgte: Die gegenwärtige dEUS-Besetzung besteht aus ausnahmslos überwältigend guten Musikern, die über die Zeitspanne von drei Alben nun zu einer sich blind verstehenden, live unfassbar tight arbeitenden Einheit gereift sind.

„‚Pocket Revolution’ war wie das Kennenlernen innerhalb einer neuen Beziehung“, erklärt Tom Barman das konsequente Zusammenwachsen dieses Fünfers. „‚Vantage Point’ stellte sich für mich als Konsolidierung dar, eine Art Standortbestimmung, wofür wir stehen und was wir erreichen können. Ich wusste immer: Wenn es mir einmal gelingt, drei dEUS-Alben in Folge mit der gleichen Besetzung zu machen, wird das beste dEUS-Album entstehen, das wir je gemacht haben.“ Willkommen in der Gegenwart. Willkommen bei „Keep You Close“, dem sechsten Streich dieses ewigen Song- und Sound-Wunders.

Darum wissend, was für eine ausgezeichnete Band Barman um sich geschart hatte, gab er das bisherige Band-Prinzip, zunächst alleine oder mit einem kongenialen Partner die Songs zu entwerfen, vollkommen auf: „‚Keep You Close’ ist in der tiefsten Bedeutung des Wortes ein Band-Album“, sagt er, „das erste in der Geschichte von dEUS. Mehr als ein paar Akkordfolgen waren niemals da, bevor wir gemeinsam per Jamsessions die Songs entwickelten. Zahlreiche der neuen Songs basieren nicht einmal auf Akkorden, sondern auf der Rhythmus-Arbeit von Stéphane und Alan. Es tat unheimlich gut und war zugleich schwierig für mich, die Kontrolle derart abzugeben.“

Dabei geholfen hat ihm Produzent David Botrill (Muse, Tool), der „Keep You Close“ im bandeigenen Studio in Antwerpen zusammen mit Engineer Adam Noble aufnahm. „Er ist ein wunderbar ausgeglichener, unaufgeregter Mensch“, so Barman. „Jedes Mal, wenn ich die ersten Symptome des Control-Freaks zeigte, nahm er mich zur Seite und beruhigte mich: ‚Das läuft schon, Tom. Ich achte drauf.’ Das hat mich sehr geerdet.“ Als weiteren Gast des Albums darf man auf zwei Songs den Twilight Singers-Kopf Greg Dulli begrüßen; schon immer heimlicher Verehrer der Band, nahm er ein Konzert in Antwerpen zum Anlass, dEUS im Studio zu besuchen und das Album mit seiner Stimme zu veredeln.

Was natürlich großartig, prinzipiell aber gar nicht vonnöten gewesen ist. Denn „Keep You Close“ strahlt auch so in den hellsten Farben. Es ist ein durchweg enorm dichtes, wunderbar austariertes, überwältigend klingendes Album voll individueller Songs mit Melodien, die einen nicht mehr loslassen. Rock, Pop, Indie? Egal, das sind nur Namen. dEUS aber geht es um Kunst. Ging es immer. Die Kunst von „Keep You Close“ steckt im Detail – ein Hörgenuss via Kopfhörer wird dringend angeraten.

Manch ein Fan mag bei diesem in sich maximal geschlossenen, kompakten Album zunächst die typischen kleinen dEUS-Widerhaken vermissen. „Das war diesmal nicht unser Ziel“, sagt Tom. „Wir wollten eine kohärente, möglichst stimmige Platte machen. Aber keine Sorge, wir werden auch wieder in die Grenzbereiche gehen. Wir bereiten da gerade etwas vor.“ Doch jetzt ist erst mal Zeit, sich an „Keep You Close“ zu gewöhnen – und es zu einem weiteren dEUS-Lieblingsalbum reifen zu lassen. Dass das passieren wird, kann man hier einmal tatsächlich garantieren. Was für ein Glück für einen Bioschreiber.
Sascha Krüger

28.11. Köln – Live Music Hall
29.11. Hamburg – Markthalle
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