Wer wagt's, zusammen mit dem großen B.B. King zu musizieren? -- Die Crème der Szene natürlich!
Und die Crème-Liste macht gierige Ohren: Neben handverlesenen Blues- und Soul-Veteranen wie Van Morrison, Eric Clapton, Dr. John, Bonnie Riatt, Dionne Warwick oder Joe Cocker sind aber auch solche Musiker mit von der Partie, die man nicht unbedingt mit Kings Blues'n Boogie assoziiert: Tracy Chapman, Marty Stuart, David Gilmour, Mick Hucknall, Zucchero, Willie Nelson, die Stones oder -- größte Überraschung -- der Hiphopper Heavy D. Und noch einige andere...
17 Blues-Klassiker bekommt man so zu hören; für jeden Track holte King sich einen anderen Partner dazu. Das Ergebnis ist genau so, wie man es bei diesen illustren Namen erwartet, nur noch besser: Suchtverdächtig sind auch die Impulse, die Musiker wie Tracy Chapman oder Heavy D setzen und so den alten Klassikern neue Seiten abgewinnen; und auch ein Musiker wie Zucchero, der nicht immer mit Originalität glänzt, lässt sich von Kings Verve mitreißen und liefert den Auftritt seines Lebens ab.
Einfach edel sind schließlich Kings "Koproduktionen" mit den alten Blues-Haudegen. Und alles wird von B.B. Kings unerschütterlicher Bluesstimme und -gitarre zusammengehalten und geerdet, ist festgewurzelt in des Mississippis Grund und Boden, wenn man so will.
Solide Ware auf der ganzen CD -- mit einigen Highlights also, vor allem zu nennen sind hier "The Thrill Is Gone" (mit Tracy Chapman), "Rock Me Baby" (mit Eric Clapton), "Hummingbird" (mit Dionne Warwick) "There Must Be a Better World Somewhere" (mit Dr. John), "Dangerous Mood" (mit Joe Cocker) -- und das absolute Highlight dieser ohnehin schon funkelnden CD: "Paying the Cost to Be the Boss" -- B.B. King und die Stones in Bestform zelebrieren den Blues. Auch wenn die Idee nicht ganz neu ist -- man denke etwa an die zahlreichen Gastauftritte illustrer Gäste bei Alben von John Lee Hooker oder Ray Charles -- wenn das Ergebnis dermaßen überzeugend und in einem Guss rüberkommt wie hier, macht das überhaupt nichts, im Gegenteil. Man spürt beim Hören, dass King nicht übertrieben hat, als er sagte, alle seien mit ganzem Herzen dabei gewesen. Man kann ergänzen: Mit ganzem Herzen -- und mit ganzer Seele, ganzem Soul.