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Detektivgeschichten [Taschenbuch]

Edgar Allan Poe , Sophie Zeitz
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 224 Seiten
  • Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag; Auflage: Neuübersetzung. (1. Januar 2009)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3423137258
  • ISBN-13: 978-3423137256
  • Größe und/oder Gewicht: 19 x 12 x 1,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 81.391 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Edgar Allan Poe
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

»Poe beweist in den rätselhaften Geschichten sein unvergleichliches Talent für die Entwicklung mysteriöser Verstrickungen und deren kunstvolle Entwirrung – vier zeitlose Meisterstücke der Weltliteratur.«
fantasyguide.de 05.02.2009

»Gespinste, Gespenster, Gegenwelten; Verirrungen, Verwirrungen, Vermessenheiten: Was Poe zu unserem Zeitgenossen macht (und sein Werk so aktuell), ist sein ungeheuerliches Geschick, die Zerbrechlichkeit der so genannten Realität vorzuführen, jene anfänglich stets als souverän vorgestellten bürgerlichen oder adligen Figuren, deren Hybris grenzende Eitelkeit dieser grandiose Illusionist durch Begegnungen mit horrenden Doppelgelingen und anderen schrecklichen Nachtmahren destabilisiert, könnten ebenso gut heutige Banker sein, die sich auf Kosten anderer verzockt haben, oder Firmenchefs, die mit ihrem Lebenswerk zugleich die Existenz ihrer Mitarbeiter auf Spiel setzen. Ähnlich intensiv und beklemmend wie Edgar Allan Poe haben allenfalls die als Geisterbahnfahrten drapierten Dramen William Shakespeares die conditio humana als Frage nach einer schuldhaft besetzten Vergangenheit diskutiert.«
Hendrik Werner, Die Welt 19.01.2008

Kurzbeschreibung

Mutter und Tochter bestialisch erwürgt im IV. Stock eines Hauses in der Rue Morgue in Paris; die Polizei steht vor einem Rätsel. Aus reinem intellektuellen Amüsement wird Auguste Dupin zum Meisterdetektiv und löst allein durch logische Schlußfolgerungen diesen und weitere sensationelle Fälle. Zum 150. Todestag des Stammvaters aller cleveren Detektive erscheint die Neuausgabe dieses Bandes, der so berühmte Erzählungen enthält wie ›Die Morde in der Rue Morgue‹, ›Der Goldkäfer‹ und ›Der entwendete Brief‹. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Der Übervater der klassischen Detektivgeschichte in feiner Übersetzung, 16. Januar 2008
Rezension bezieht sich auf: Detektivgeschichten (Taschenbuch)
Auf die Gefahr hin, mich als Banausen zu outen: Edgar Allen Poe ist fraglos ein Meister des unterbewussten Gruselns. Seine Detektivgeschichten jedoch haben zwar unbedingt literaturhistorische Verdienste, und ohne sie wäre der klassische Detektivroman wohl nicht das, was er ist -- aber mit seinen genialen Nachfolgern von Doyle bis Christie und darüber hinaus kann Poe nicht ganz mithalten. Sicher, seine Erzählungen um den genialen Monsieur Dupin und seinen getreuen Adlatus oder den "Goldkäfer" lohnen allemal die Lektüre, aber Poes Ruhm gründet sich zu Recht mehr auf seine genialen Schauergeschichten und Balladen.

Ohne M. Dupin kein Sherlock Holmes samt Watson, auch kein Monsieur Poirot, und sogar noch Per Wahlöö und Maj Sjöwall haben mit ihrem "Verschlossen und verriegelt" eine gediegene Hommage an die "Morde in der Rue Morgue" verfasst. Aber gerade der Vergleich deckt die Schwächen von Poes Detektivgeschichten auf: Sie erläutern allzu ausführlich Dupins Gedankengänge, und wenn man kapiert hat, woraus Dupin hinauswill, muss man ihm dennoch eine weitere Seite (mindestens) folgen. Auf die Dauer ist das etwas ermüdend. Und dennoch macht das Lesen Spaß.

Der Reiz von Poes "Detektivgeschichten" ("Die Morde in der Rue Morgue", "Das Geheimnis um Marie Rogêt", "Der stibitzte Brief", "Der Goldkäfer", "Statt eines Nachworts: Maelzels Schach-Spieler") liegt daher woanders, nämlich in ihrer satirischen Schärfe. Mal nimmt Poe im "Geheimnis um Marie Rogêt" die Verschwörungstheoretiker jedweder Coleur aufs Korn und liefert geniale zeitlose Analysen, wie die Regenbogenpresse ihre Auflagen steigert: Die Methode funktioniert trotz ihrer Durchsichtigkeit (oder gerade deswegen) bis heute, und man möchte an Kästners resigniertes Diktum über die angebliche "Entwicklung der Menschheit" denken. Auch in "Der stibitzte Brief" erteilt Poe eine amüsante Lektion in Sachen Menschenkenntnis: "Sie haben bloß ihre eigenen Begriffe von Verstandeswitz im Kopf; und wenn sie nach irgendwas Verstecktem suchen, so ziehen sie nur die Verfahrensweise in Betracht, nach der sie selber es versteckt haben würden." Im "Goldkäfer" wiederum lernt man Grundlagen über die Entzifferung von Geheimschriften, auch wenn gerade diese Passagen etwas langatmig geraten sind. Aber dafür entschädigt in derselben Erzählung Poes Spiel mit der menschlichen Leichtgläubigkeit; sobald nämlich ein klein wenig Mystik im Spiel zu sein scheint, ist alle Logik passé. "Vielleicht ist es gerade die Einfachheit der Sache, die Ihnen den Blick trübt", provoziert Monsieur Dupin den verblüfften Polizeipräsidenten denn auch.

Im Aufbau ähneln diese fünf Erzählungen einander; jedes Mal schiebt Poe einen naiven Freund und Bewunderer des Detektivs vor, um die Geschichte nachvollziehbar und vor allem spannend zu gestalten. Keine Frage, ohne Poe ist kein Doctor Watson vorstellbar!

Dabei sind die einzelnen Geschichten nicht nur bis ins letzte Detail durchdacht, sondern vor allem Pose stilistische Meisterschaft macht die Lektüre zum Vergnügen -- vorausgesetzt, man erwischt eine gelungene Übersetzung, z.B. eine wie diese hier von Hans Wollschläger. Wollschläger vollzieht all die verschiedenen Sprachebenen des Originals überzeugend nach, sodass die besondere Atmosphäre immer spürbar bleibt. Das gilt nicht nur für jene Stilebenen, die man auf den ersten Blick erkennt, wie z.B. den Jargon des getreuen entlassenen Sklaven Jupiter im "Goldkäfer" -- was freilich den Glanz gerade von Jupiters Sprache nicht schwächt. Es sind diese kleinen Feinheiten, dieses souveräne Einflechten ungewöhnlicher Begriffe und Wendungen, die den Genuss garantieren. Da verzeiht man Wollschläger gern ein, zwei Missgriffe (das englische "character" beispielsweise verwendet Poe in der Bedeutung "Zeichen, Buchstabe"; "Charakter" scheint mir Wollschlägers falscher Freund Nummer eins).

Außerdem sind die Anmerkungen aller Ehren wert, trotz oder vielleicht auch wegen ihrer Kürze. Vor allem zur Entstehungsgeschichte berichten sie Aufschlussreiches, ebenso zu Poes Quellen. Obendrein enthalten sie etliche Hinweise auf literarische und außerliterarische Anspielungen Poes, die dessen Zeitgenossen weit geläufiger waren als heutigen Lesern.

Auch wenn ich als Einstiegsdroge in Sachen "Edgar Allen Poe" anderes empfehle, so können sich Poes "Detektivgeschichten" dennoch auch nach anderthalb Jahrhunderten sehen und vor allem lesen lassen.
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