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Detektivgeschichten [Taschenbuch]

Edgar A. Poe
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Produktinformation

  • Taschenbuch
  • Verlag: Dtv (1999)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3423126930
  • ISBN-13: 978-3423126939
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 3.071.435 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Edgar Allan Poe
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Mutter und Tochter bestialisch erwürgt im IV. Stock eines Hauses in der Rue Morgue in Paris; die Polizei steht vor einem Rätsel. Aus reinem intellektuellen Amüsement wird Auguste Dupin zum Meisterdetektiv und löst allein durch logische Schlußfolgerungen diesen und weitere sensationelle Fälle. Zum 150. Todestag des Stammvaters aller cleveren Detektive erscheint die Neuausgabe dieses Bandes, der so berühmte Erzählungen enthält wie ›Die Morde in der Rue Morgue‹, ›Der Goldkäfer‹ und ›Der entwendete Brief‹.

Über den Autor

Edgar Allan Poe (1809 - 1849) ist die schillerndste amerikanische Dichterpersönlichkeit des 19. Jahrhunderts. Nach einem bewegten, vom Alkoholismus überschatteten Leben starb er vierzigjährig in Baltimore.

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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von weiser111
Format:Taschenbuch
Auf die Gefahr hin, mich als Banausen zu outen: Edgar Allan Poe ist fraglos ein Meister des unterbewussten Gruselns. Seine Detektivgeschichten jedoch haben zwar unbedingt literaturhistorische Verdienste, und ohne sie wäre der klassische Detektivroman wohl nicht das, was er ist -- aber mit seinen Nachfolgern, von Doyle bis Christie und darüber hinaus, kann Poe nicht ganz mithalten. Sicher, seine Erzählungen um den genialen Monsieur Dupin und seinen getreuen Adlatus oder den "Goldkäfer" lohnen allemal die Lektüre, aber Poes Ruhm gründet sich zu Recht mehr auf seine genialen Schauergeschichten und Balladen.
Ohne M. Dupin kein Sherlock Holmes samt Watson, auch kein Monsieur Poirot, und sogar noch Per Wahlöö und Maj Sjöwall haben mit ihrem "Verschlossen und verriegelt" eine gediegene Hommage an die "Morde in der Rue Morgue" verfasst. Aber gerade der Vergleich deckt die Schwächen von Poes Detektivgeschichten auf: Sie erläutern allzu ausführlich Dupins Gedankengänge, und wenn man kapiert hat, woraus Dupin hinauswill, muss man ihm dennoch eine weitere Seite (mindestens) folgen. Auf die Dauer ist das etwas ermüdend. Und dennoch macht das Lesen Spaß.

Der Reiz von Poes "Detektivgeschichten" ("Die Morde in der Rue Morgue", "Das Geheimnis um Marie Rogêt", "Der stibitzte Brief", "Der Goldkäfer", "Statt eines Nachworts: Maelzels Schach-Spieler") liegt daher woanders, nämlich in ihrer satirischen Schärfe. Mal nimmt Poe im "Geheimnis um Marie Rogêt" die Verschwörungstheoretiker jedweder Coleur aufs Korn und liefert geniale zeitlose Analysen, wie die Regenbogenpresse ihre Auflagen steigert: Die Methode funktioniert trotz ihrer Durchsichtigkeit (oder gerade deswegen) bis heute, und man möchte an Kästners resigniertes Diktum über die angebliche "Entwicklung der Menschheit" denken. Auch in "Der stibitzte Brief" erteilt Poe eine amüsante Lektion in Sachen Menschenkenntnis: "Sie haben bloß ihre eigenen Begriffe von Verstandeswitz im Kopf; und wenn sie nach irgendwas Verstecktem suchen, so ziehen sie nur die Verfahrensweise in Betracht, nach der sie selber es versteckt haben würden." Im "Goldkäfer" wiederum lernt man Grundlagen über die Entzifferung von Geheimschriften, auch wenn gerade diese Passagen etwas langatmig geraten sind. Aber dafür entschädigt in derselben Erzählung Poes Spiel mit der menschlichen Leichtgläubigkeit; sobald nämlich ein klein wenig Mystik im Spiel zu sein scheint, ist alle Logik passé. "Vielleicht ist es gerade die Einfachheit der Sache, die Ihnen den Blick trübt", provoziert Monsieur Dupin den verblüfften Polizeipräsidenten denn auch.

Im Aufbau ähneln diese fünf Erzählungen einander; jedes Mal schiebt Poe einen naiven Freund und Bewunderer des Detektivs vor, um die Geschichte nachvollziehbar und vor allem spannend zu gestalten. Keine Frage, ohne Poes Steilvorlagen ist kein Doctor Watson vorstellbar!
Dabei sind die einzelnen Geschichten nicht nur bis ins letzte Detail durchdacht, sondern vor allem Pose stilistische Meisterschaft macht die Lektüre zum Vergnügen -- vorausgesetzt, man erwischt eine gelungene Übersetzung, z.B. eine wie diese hier von Hans Wollschläger. Wollschläger vollzieht all die verschiedenen Sprachebenen des Originals überzeugend nach, sodass die besondere Atmosphäre immer spürbar bleibt. Das gilt nicht nur für jene Stilebenen, die man auf den ersten Blick erkennt, wie z.B. den Jargon des getreuen entlassenen Sklaven Jupiter im "Goldkäfer" -- was freilich den Glanz gerade von Jupiters Sprache nicht schwächt. Es sind diese kleinen Feinheiten, dieses souveräne Einflechten ungewöhnlicher Begriffe und Wendungen, die den Genuss garantieren. Da verzeiht man Wollschläger gern ein, zwei Missgriffe (das englische "character" beispielsweise verwendet Poe in der Bedeutung "Zeichen, Buchstabe"; "Charakter" scheint mir Wollschlägers falscher Freund Nummer eins).
Außerdem sind die Anmerkungen aller Ehren wert, trotz oder vielleicht auch wegen ihrer Kürze. Vor allem zur Entstehungsgeschichte berichten sie Aufschlussreiches, ebenso zu Poes Quellen. Obendrein enthalten sie etliche Hinweise auf literarische und außerliterarische Anspielungen Poes, die dessen Zeitgenossen weit geläufiger waren als heutigen Lesern.

Auch wenn ich als Einstiegsdroge in Sachen "Edgar Allan Poe" anderes empfehle, so können sich seine "Detektivgeschichten" dennoch auch nach anderthalb Jahrhunderten sehen und vor allem lesen lassen.
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