Wäre es nicht einmal hier im Billigsammelangebot gewesen, hätte ich es gar nicht entdeckt. Umso positiver überrascht war ich jetzt.
Die Handlung ist für einen Marlowe-Film ungewöhnlich in den frühen 1960-ern in der Kennedy-Ära (Anspielung auf dessen dubiosen Familienhintergrund inklusive) und in Farbe. Robert B. Parker hat ein Chandler-Fragment fortgeschrieben, und immerhin Tom Stoppard machte es filmtauglich.
Marlowe (James Caan) ist frisch mit einer superreichen Tochter (Dina Meyer) verheiratet, doch lässt das Falllösen nicht. Und schon gar nicht lässt er sich einschüchtern oder wie ein Pudel kaufen. Caan interpretiert Marlowe anders als der legendäre Bogart, doch vergleichbar trocken.
Die DVD-Ausstattung ist dürftig: unwichtige Trailerwerbung; auch englische Sprache, doch keine englischen Untertitel ebennsowenig wie Beileger. Das kann ich bei dem sehr günstigen Preis auch etwas verstehen, doch das muss ich hier schon erwähnen.
Etwas über anderthalb Stunden, die den Marlowe-Grundmotiven einerseits treu bleiben, doch andererseits auch nicht dort stehenbleiben. Bei aller großen Liebe zu den Film-Noir-Klassikern würde ich daher schon noch für diesen 1998-Streifen viereinhalb Sterne vergeben, wegen der Ausstattung dann eher die vier als die fünf Sterne.