Mit diesem Film möchte Tsui Hark wohl an seine großen Erfolge anknüpfen. "Detective Dee" gestaltet sich daher auch wieder als wilder Genremix mit unkonventionellen Einfällen (Hischkampf), tollen Kostümen und Wireworks. Tsui Hark hat das Genre praktisch mit geprägt und so erwartet man hier viel. Leider kann dieser Film diese Erwartungen dann doch nicht ganz erfüllen. Zwar ist ziemlich alles da was man braucht, doch fehlt es an Charme. Zu sehr schielt man auf Blockbuster mit "großen" CGI-Effekten und genau da liegt die Krux. Während die kleineren Settings, wie Tempel des Hohe Priesters, Nachtmarkt und Herberge wunderschön in Szene gesetzt wurden, brechen die Totalen völlig ein. Die Stadt mit dem Hafen wirkt eher lächerlich wenn man z.B. Schiffe (zeitlich übrigens überhaupt nicht passend) unter vollen Segeln im Hafen liegen sieht. Weniger wäre hier Mehr gewesen. Auch die Kämpfe hat mach schon besser gesehen. Hier fehlt doch etwas das Heroische/Dramatische. Gut, wir sprechen immer noch von Martial Arts auf höchstem Niveau, bessere Beispiele gibt es aber allemal.
Sehr gut gefallen hat mir die Leistung von Deng Chao als Albino. Er spielt hier imho Andy Lau teilweise an die Wand, welcher eher eine flache Performance abgibt. Carina Lau und Tony Leung Ka-Fei sind sehr gut, wenn auch viel zu kurz zu sehen. Li Bing-bing hat jedoch deutliche Probleme an das Format von Brigitte Lin, die offensichtlich Vorbild für ihre Rolle war, heran zureichen.
Insgesamt durchaus ein gelungener Start für ein Comeback, jedoch noch nicht der große Wurf.
Abschließend noch was zur dt. DVD.
Auf die Quali der Synchro will ich nicht weiter eingehen, da hier eh nur Mittelmaß zu erwarten ist. Da sind dann solche Ausrutscher wie "gnädige Frau" auch eher witzig. Weniger witzig ist es, wenn man dann mal wieder Dubtitle bekommt. Wenn man schon auf die Interpretationen der dt. Synchro verzichtet und zum Mandarin-Ton greift, dann will man in den Subs bestimmt nicht ständig "eh"s und "ähm"s lesen. Das hat da nichts zu suchen. Subs sollen sich ausschließlich auf die inhaltliche Wiedergabe konzentrieren. Sämtliche Interpretationen überlasse ich gerne den Darstellern. Auch am Timing der Subs sollte man bei KochMedia noch einmal arbeiten. Das funzt leider auch nicht so ganz.