Dieses erstaunliche Album einer erstaunlichen Band kommt in Deutschland mit Verspätung auf den Markt. Bislang haben nur die Besucher des Haldern- Festivals 2003 um Under Byen aus Dänemark wissen können, ein paar gewieften Lesern von Album- Credits wird Sängerin Henriette Sennenvald vielleicht auch schon auf dem einen oder anderen Howe Gelb- Album aufgefallen sein, auf denen ihre fabelhafte Stimme den üblich knorrigen Blues des Wüstenmanns und Giant Sand- Sängers verzaubert. Hier ist nun endlich das erste reguläre Studio- Album von Under Byen (bislang gab's, glaube ich, nur einen Live- Mitschnitt)und es ist nichts Anderes als grandios.
Wie immer bei genialen Bands kann man den Stil schlecht in Worte fassen; Trip Hop Unplugged könnte man vielleicht als Schublade eröffnen,und ein Verweis an Björk darf nicht fehlen, vor allem, was Stimme und stimmlichen Einsatz betrifft,und Liebhaber exzellenter Musik aus dem Norden werden an dEUS denken, aber selbstverständlich wird man guter Musik mit solchen Umschreibungen nie gerecht.
Im Grunde könnten Under Byen mit ihrem grandiosen Gemisch aus wohlproduziertem Geschepper,ruhigen Parts und verblüffender Instrumentierung ein nächstes großes Ding werden, so groß wie eben Björk oder auch Beth Gibbons& Rustin Man- aber sie singen auf dänisch. Das vermindert den Hörgenuß zwar nicht, aber man muß sich erst hineinfinden in den ungewohnten Duktus. Es wäre schön zu wissen, ob die dänische Sprache aus lyrischer Verbundenheit benutzt wird oder um dem Kommerz zu entgehen, oder aus beiden Gründen. Aber aus welchen auch immer: man kann Henriette ohnehin nicht lange zuhören, ohne sich furchtbar in sie zu verknallen. Und Fans anspruchsvoller, experimentierfreudiger Indie- Songs können jetzt endlich auch in Deutschland das beste Album des vergangenen Jahres hören.