.. redlich anno '88, wieder hochzuziehen. Nachdem die Popularitätskurve mittlerweile die Talsohle erreicht hatte, ging es langsam um's Überleben. Auch wenn Sänger Biff Byford bestritt, dass der Albumtitel irgendetwas mit der Bandsituation zu tun hatte, so recht an Zufall glauben mochte man damals als Fan nicht.
Zu all den Widrigkeiten kam noch, dass der langjährige Drummer Nigel Glockler, eine Spitzenfachkraft, kurzzeitig ausstieg und durch den mäßig überzeugenden, weil brav und bieder vor sich hin trommelnden Nigel Durham ersetzt wurde.
Am liebsten hätte ich dem Album 3.5 Sterne gegeben, aber das geht leider nicht.
Auf der Negativseite haben wir folgendes: Wie beim "Crusader"-Album haben die Producer einen nervigen Background-Chor reingestopft, der über manche Strecken extrem lästig ist. Und dann - für Saxon-Verhältnisse besonders übel - einen übereifrigen Keyboarder draufgepackt, der aber nicht für alle Songs aus dem Käfig gelassen wurde.
Produktionstechnisch orientierte man sich an dem "Innocence-is-no-Excuse"-Album, was allerdings dieses Mal den härteren Tracks auf dem Album ein wenig die Kraft nimmt.
Und dannn haben wir leider 3 gründliche Totalausfälle bei den Songs zu vermelden: Was sich Band, Producer und Management bei "Can't wait anymore", "Song for Emma" und - ganz schlimm! - bei "We are strong" (AUA!) abgehalten haben, ist recht schauerlich.
1988 lief man stilistisch teilweise noch dem US-Markt hinterher.
Dennoch ist das Album eine Steigerung gegenüber "Rock the Nations", denn es sind wirklich wieder richtig ordentliche Songs drauf: "SOS", "For Whom the Bell Tolls", "Jericho Siren" und vor allem "Red Alert" gehen wieder in die richtige Richtung. Das Christopher-Cross-Cover "Ride like the Wind" und "Calm before the Storm" sind auf jeden Fall anständig geraten.
Fazit: Mit diesem Album wurde der Sinkflug des Adlers vorerst gestoppt. Der Wiederaufstieg ließ zwar noch auf sich warten, aber von den meistens Songs her solide war das Ganze immerhin schon mal.