Ronan Keatings zweites Studio-Album Destination von 2002 ist der beste Beweis dafür, daß das zweite Soloalbum eines ehemaligen Boygroupsängers nicht immer unbedingt schlechter sein muß als das Erste! Viele behaupten zwar daß dieses zweite Album Ronans nicht so gut gelungen ist wie sein erstes, was allerdings nur in Anbetracht der Ohrwurmqualitäten stimmt. Konnte man auf seinem ersten Album noch keinen Anti-Ohrwurmhit ausmachen, so fällt das bei Destination schon schwerer. Die Melodien auf diesem Album sind zwar nicht mehr so einfach, eingängig und oberflächlich, dafür ist aber allerdings eine musikalische Weiterentwicklung zu beobachten, wie man sie von einem Künstler wie Ronan Keating nicht unbedingt erwartet hätte. Der Opener I Love It When We Do knüpft zwar an alte Ich-geh-dir-in-den-Kopf-und-bleibe-auch-da-Songqualitäten an, aber schon beim Hören des zweiten Songs Love Won`t Work(If We Don`t Try)merkt man daß sich irgendetwas verändert hat. Eine Melodie die erst bei mehrmaligem Hören im Kopf bleibt untermalt von einem ziemlich melancholischen, nachdenklichen Text. Die von Ronan gecoverte Version von If Tomorrow Never Comes geht eindeutig unter die Haut und reiht sich melodie-und text-mäßig perfekt an den vorhergehenden Song an. Come Be My Baby, ein schnellfüßiger, nicht allzu tiefgehender Text mit leichter Dance-Melodie bereitet vor auf Lovin` Each Day, ein Gute-Laune Hit wie es besser kaum geht: Der Hörer schwebt nun förmlich vor seinem Cd-Player durch die Luft und wird erst durch das folgende My One Thing That's Real sanft wieder auf den Boden herabgelassen. Dieser Hit, genau wie Time For Love eher ruhig und besinnlich, wird mit einer fast schon als schmerzvoll zu bezeichnenden Stimme vorgetragen. Time For Love regt zum träumen an, ein entspannter Song, dann wieder mit Blown Away, As Much As I Can Give You Girl und Pickin`Me Up schnelle, temporeiche Nummern. Joy And Pain erinnert vom Stil her wieder ein bißchen an Time For Love, und dann wird der Zuhörer mit den beiden letzten Songs We`ve Got Tonight und The Long Goodbye sanft und sehr sehr leise von Ronan ans (Reise-)Ziel gebracht. Angekommen! Aber wo? Diese Frage muß jeder Hörer individuell für sich beantworten können, und auch wenn er seine Antwort unter Umständen nicht für ausreichend halten wird, was in der heutigen, schnellebigen Zeit durchaus passieren kann, so wird er vielleicht doch nach dem Hören dieses Albums das Gefühl haben, etwas sehr wichtiges mitgenommen zu haben! Und wenn das der Fall ist, dann wird er wissen, daß sich die Reise gelohnt hat!