Auf raten eines vorherigen Rezensenten wollte ich das Buch erst lesen bevor ich meine Bewertung abgebe. Leider (oder glücklicherweise?) habe ich es nicht geschafft, das Machwerk völlig durchzuackern. Dies aus folgenden Gründen:
Die eingangs angenehme und für die Zielgruppe (Designstudenten und -studienwillige) passende Formulierungsweise mutiert schon im Kapitel 'Bausteine einer Design-Theorie' zu einer sehr fragwürdigen saloppen Aneinanderreihung vieler, zumeist nicht weiter kommentierter Beispiele und Personen. Übertrumpft wird dies noch durch unsachliche Wertungen von Autorenseite bezüglich der einzelnen Theorieansätze. Ob Bauhaus, Gute Form oder Harmonieprinzipien - keine Theorie wird sachlich knapp erläutert und dem Leser wird suggeriert, weiterführende Texte ja nicht zu lesen, da eh überholt, sinnfällig oder unrelevant. Aus diesem Grund ersparten sich die Autoren wohl auch jeglichen Verweis auf weiterführende Literatur und die Einbindung von Fußnoten. Darüber kann die angehängte Literaturliste auch nicht hinwegtäuschen, da selbige total zusammenhanglos und unkommentiert ist.
Schon im erwähnten Kapitel 'Bausteine einer Design-Theorie' taten sich weitere eklatante Problembereiche auf. So ist die Gliederung recht unklar. In einem Absatz wird die 'Ästhetik' thematisiert und eindeutig als 'alles Wahrnehmbare' definiert - welchen Sinn macht da ein weiterer Absatz 'Wahrnehmung'? Weiterhin werden bei Personenangaben mal nur der Nachnahme, mal Vor- und Zunahme und manchmal auch Anfügung der Tätigkeitsbereiche der jeweiligen Person gegeben. Dies scheint mir für einen lernenden Leser doch recht verwirrend.
Allgemeines zum Buch:
Der Verlag UTB und Ausführungen der Autoren im Vorwort legen die Annahme, es handle sich um ein Lehrbuch, nahe. Auch wenn von Autorenseite eine feinsinnige Unterscheidung zwischen Lehrbuch und der englischen Bezeichnung 'textbook' gemacht wird, ist dieses Machwerk in keine der beiden Sparten einzuordnen! Gegen ein Lehrbuch spricht, dass zu vordergründig die zumeist abschätzigen Wertungen und Meinungen der Autoren aneinander gereiht werden. Eine Einordnung als Textbuch kann auch nicht gemacht werden, da entsprechende Verweise auf wesentliche Texte zum Design fehlen und auch wertfreie Zusammenfassungen wichtiger Standardwerke nicht gegeben werden.
Anhand dieses Machwerkes sehe ich es unmöglich, eine gute Wissensbasis für angehende Designer zu schaffen. Die hingeworfenen Textbrocken verwirren eher und entsprechen keiner fachlichen Darstellungsweise. Ich empfehle niemandem, sich auf Basis dieses Buches in die Theorie des Designs einzuarbeiten.
Weitere Mängel:
Gerade für Selektivleser sind genaue Angaben im Inhaltsverzeichnis wichtig. Und wenn es hier schon keine Seitenzuweisungen gibt, dann könnten wenigstens die Themendurchnummerierung eindeutig (Doppelungen sind vorliegend) gelegt werden.
Weitere Verweise und Fußnoten sind, wie schon erwähnt, Fehlanzeige.
Das Layout scheint eher experimentell. So verschwinden schon mal Grafiken und Kapitelüberschriften in der Bindung.
Weiterhin führte das wohl fehlende Lektorat zu vielen fehlenden Satzzeichen und Buchstabendrehern bis hin zu Sinnentstellungen.