Bisher war ich mit meinen gekauften Büchern zu Design, Typografie und Kunst ganz zufrieden, Designraster aber war das erste, welches mir absolut nicht gefiel.
Dass ich in dem Buch nichts neues erfahre, kann man meiner Erfahrung durch andere Bücher zuschulden, jedoch wurde ich den Eindruck nicht los, das Buch ging die Sache sehr oberflächlich und stur an, wie eine Art Tafelwerk.
Da wurden Beispiele und Gegenbeispiele gezeigt und zu jedem Bild der zwei ein fast identischer Kommentar abgegeben, statt den Vergleich in einem Absatz zusammenzufassen. Das ermüdet, das ist sinnlos.
Viel schlimmer, ach was, grausamer war die Gestaltung des Buchs an sich: Offenbar vernachlässigten die Layouter alles, was das Raster nicht unterstützen würde. Da wurden schmale Bildunterschriften in ein zu großes Raster gezwängt, große Schriften hingegen wurden zusammen gequetscht. Resultat: Schmale Zeilen und kleine Schrift mit riesigen Zeilenabständen, große Schrift und breite Zeilen mit zu wenig Zeilenabstand.
Das Buch betont Kontrast zwischen Überschrift und Fließtext, macht es aber selbst nicht besser: Es setzt Überschrift und Einleitungssätze in Clarendon in bestimmt 30p Größe, und hebt die Überschrift lediglich durch den fetteren Schnitt hervor.
Als Fließtextschrift dient die Helvetica (!), welche zudem noch in 12p (!) gesetzt ist, oder sogar größer. Diese Fließtexte werden auf grellem Gelb und schlimmer noch auf Schwarz platziert (das Buch hat hochweißes glattes Mattpapier!). Da tun einen die Augen weh!
Außerdem fehlt dem Layout ein gewisses stimmiges Konzept.
Das einzige positive, dass mir speziell an der Optik des Buchs auffiehl, war der Glossar, der komplett auf Natronkraftpapier gedruckt ist. Sieht nett aus.
Ansonsten kann ich keine Empfehlung geben, AUSSER vielleicht an jene, die bisher noch überhaupt keine Erfahrungen bei Raster gesammelt haben.