Unter den Rezensionen gibt es ja schon zum Teil enorm hitzige Diskussionen über den Markt und den Kunden der nicht bereit ist, zu bezahlen was notwendig ist - darauf will ich nicht weiter eingehen.
Mir persönlich hat das Buch aber sehr geholfen, meine Kalkulationen wieder ein ganzes Stück nach oben zu korrigieren. Als Selbst-und-Ständiger stehe ich auch dem Kunden allein gegenüber; natürlich habe ich dabei alle üblichen Kommentare gehört, von deutschen Designern die von Übersee billigst arbeiten (dabei aber Studium, Jahrzehnte Erfahrung und Top-Qualität einbringen), bis hin zum Sohn des Nachbarn, der auch einen Flyer oder eine Internetseite am PC bastelt. Klar.
Trotz der Ablehnung des einen oder anderen Auftrags, mangels Willen mich auf ein Duell mit derartigen 'Möchtegern-Wettbewerbern' einzulassen, fand ich mich im Alleingang diesem Druck nicht völlig gewachsen und habe mich daher immer wieder von meiner ursprünglichen Kalkulation auf 'schneller' und 'günstiger' quatschen lassen.
Von diesen Dingen wird aber in keiner Ausbildungsrichtung die mir bekannt ist, je etwas erzählt - wir können zwar, was wir können, aber können es nicht verkaufen! Hier setzt der Autor meiner Meinung nach genau am richtigen Punkt an.
Nach der Lektüre war mir schnell klar, dass ich damit gar nicht alleine bin. Jeder von uns hat seine Kosten zu decken und möchte darüber hinaus sich noch das eine oder andere mal leisten können. Jeder, der nicht mit ähnlichen Ansätzen sein Geschäft kalkuliert, wird bald wieder Privatmann sein - wegen mir könnte das jeder Hobbytexter und -grafiker mit Ambitionen zur Selbständigkeit gleich zur Firmengründung dazubekommen, dann wäre das mit dem billigen Wettbewerb gleich wieder vorbei.
Mit fast 20,- € für diesen Seiten- und Inhaltsumfang (wobei es nicht viel mehr zu erzählen gibt) finde ich, ist das maximal mögliche ausgeschöpft. Andererseits sind wir Designer das ja schon gewöhnt: Jedes vernünftige Fachbuch unserer Branche kostet ungleich mehr als vergleichbare anderer Branchen...