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Design als Wissenskultur: Interferenzen zwischen Design- und Wissensdiskursen seit 1960
 
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Design als Wissenskultur: Interferenzen zwischen Design- und Wissensdiskursen seit 1960 [Broschiert]

Claudia Mareis
4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
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  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
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Design als Wissenskultur: Interferenzen zwischen Design- und Wissensdiskursen seit 1960 + Entwerfen - Wissen - Produzieren: Designforschung im Anwendungskontext + Gestaltung denken: Ein Reader für Designer und Architekten
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Produktinformation

  • Broschiert: 450 Seiten
  • Verlag: Transcript; Auflage: 1., Aufl. (1. März 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 383761588X
  • ISBN-13: 978-3837615883
  • Größe und/oder Gewicht: 22,4 x 13,6 x 3,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 181.809 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Pressestimmen

»Mareis' wissenschaftshistorische Einordnung der verschiedenen Disziplinen ist zweifellos eine notwendige Selbstreflexion für die gestalterische Praxis.« (Page, 10 (2011))

»Gelingt es dem Design, durch die Praktiken des Entwerfens zu einer eigenständigen Wissenskultur zu gelangen? Um solche Fragen zu beantworten, braucht es einen distanzierten Blick. Claudia Mareis hat ihn.« (Hochparterre, 8 (2011))

Kurzbeschreibung

Design gilt zunehmend als autonome Wissenskultur. Diese Sichtweise folgt einerseits epistemologischen Prämissen, andererseits befördert sie strategische Interessen hinsichtlich der disziplinären Autonomie des Feldes. Dabei werden die demarkierten Grenzen zwischen Design, Kunst und Wissenschaft in Frage gestellt und unter dem Leitmotiv eines Design Turns neu ausgehandelt. Claudia Mareis zeichnet Interferenzen zwischen Design- und Wissensdiskursen seit dem 'Design Methods Movement' in den 1960er Jahren nach und trägt damit zur Erforschung historischer Einflüsse bei, welche die aktuellen Wissensdebatten in Designtheorie und -forschung prägen.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Vom Machen zum Wissen 25. Oktober 2011
Design formt unseren Zugriff auf die Welt. Entsprechend hat sich die Praxis seit Mitte des 19. Jahrhunderts entwickelt, eng verknüpft mit der Massenproduktion von Gütern, Zeichen und Dienstleistungen. Mit der Entwicklung zur Wissensgesellschaft haben sich die Berufspraxis und das Berufsbild des Designs gefestigt und ausdifferenziert. Doch erst seit den 1980er Jahren will die Forschung Design als eigenständige akademische Disziplin positionieren ' als Disziplin, die in einem besonderen Verhältnis zwischen Wissen und Machen steht. Gelingt es dem Design, durch die Praktiken des Entwerfens zu einer eigenständigen Wissenskultur zu gelangen? Um solche Fragen zu beantworten, die stets auch Stoff für strategische Abgrenzungen bieten, braucht es einen distanzierten Blick. Die Designwissenschaftlerin Claudia Mareis hat ihn. In ihrer gut lesbaren Dissertation zeichnet sie die vielfältigen Übergänge nach, die seit den 1960er Jahren zwischen Design, Kunst und Wissenschaft beschritten und um die gestritten wurden. Was man dabei gewinnt? Der Historikerin wird erklärt, warum im Moment von Designforschung, aber kaum von Designgeschichte gesprochen wird. Der Designer lernt, welche Bewertungen seiner Praxis die Designforschung bestimmen. Und die Kulturwissenschaftlerin liest, wie die vielstimmigen Wissensdiskurse nicht nur die Institutionalisierung des Designs vorantreiben: Sie zeigen darüberhinaus, wie wir mit der Definition ringen, was eine Wissensgesellschaft sei.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Um nicht weniger als die epistemologischen Prämissen des Designs allgemein und eine Autonomiestrategie der Designforschung im Besonderen geht es Mareis' Arbeit. Die für die Analyse gewählte methodische "Fokussierung auf Diskurse statt auf Praktiken" ist nicht nur sinnvoll, sondern zwingend hinsichtlich des Anspruches dieser Arbeit (Seite 19): Die Analyse diskursiver Regelmäßigkeiten des Wissensdiskurses Designtheorie wider flüchtigen "Binsenweisheiten über Neologismen, New-Ismen, Post-Ismen, Parasitismen und anderen Seismen" (Derrida 1986). Mareis verweist im selben Sinne auf Pierre Bourdieus "Homo academicus" (20). Kurzum, die Wissenschaft muss sich selbst für die materialen und ästhetischen Bedingungen ihrer eigenen Wissensproduktion interessieren (15). Konsequenterweise ist Mareis' Leitgedanke maßgeblich inspiriert vom historischen Erbe des "Designs als verbindende Instanz und 'dritte Kultur' sowie dem diskursiven Motiv einer Synthese von Wissenschaft, Kunst und Technik" (193). An dieser Stelle muss erwähnt werden, dass ein Index sehr hilfreich gewesen wäre für die Lektüre.

Die präzise "Rückführung des Design auf prominente historische Vorbilder" reflektiert nicht nur den "Wunsch einer nachträglichen Autonomisierung des Design", sondern begründet ausdrücklich und eindringlich die Bedeutung und Notwendigkeit der Analyse der Designtheorie zugrundeliegenden Wissensdiskurse (201). Das Wort (M)acht den Diskurs, der Diskurs (M)acht das Wort. Bewusst oder unbewusst platziert die Autorin in die exakte Mitte des Buches Flussers sinnstiftende Rede von einer "Brücke zwischen Technik und Kunst": Als während der Machtübernahme der Maschinen die Kultur in verschiedene Welten von Technik und Kunst zu zerspringen drohte, sprang "das Wort Design in die Bresche und bildete eine Brücke". Das Begriff gewordene Wort Design ermöglichte ein "Spiel der Differenzen und Interdependenzen" zwischen den Diskursen der Natur, Technik und Gesellschaft (203f).

Dass sich die Wissenschaftsdisziplin Designforschung seit einiger Zeit zwischen den Phasen der "Institutionalisierung" und des "Gehörverschaffens" befindet, scheint in Anbetracht mancher bereits veröffentlichten Rezension zum vorliegenden Buche auf der Hand zu liegen (352f). Unzweifelhaft beweist Mareis, dass jedwede ontologische bzw. "kategorische oder essentialistische Trennung zwischen Design, Kunst und Wissenschaft" unhaltbar ist und stattdessen die Designforschung zumindest "eine wissenschaftsalternative Form der Wissensproduktion" (359), das heißt einen "neuen Modus der Wissensproduktion" darstellt (380). Mit Blick auf das mannigfache "sinnstiftende kulturelle Potential" der Designforschung beschwört Mareis die Zukunft der Designforschung als "autonome wissenschaftliche Disziplin" (395). Ihr "Paradigma des Sehens" vermag auf einzigartige Weise sowohl "konkrete Praktiken der Wissenserzeugung" sichtbar zu machen als auch Alternativen zu formulieren für "avancierte Wissenschafts- und Wissensmodelle" (397-400).

Eine hervorragende und zugleich visionäre Arbeit. Ein für die Designforschung und Designtheorie wegweisendes Buch.
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Das Cover sieht zwar nicht so einladend aus, aber was hier als lahmes Diagramm daherkommt, verbirgt einen fesselnden Inhalt. Claudia Mareis hat in ihrer Dissertation herausgearbeitet, wie das Feld Designwissenschaft, Designforschung und Designtheorie aus der wissenschaftshistorischen Perspektive zu werten sind. Wer schon immer mal wissen wollte, warum eigentlich Design sich so schwertut, sich als Wissenschaft zu etablieren, wird hier über die Streitfragen, die Konflikte und das Selbstverständnis der jeweiligen Argumentationen ins Bild gesetzt.

Das empfindet man im Hinblick auf die von Dogmen und unscharfen Diskursen gekennzeichnete Debatte als äußerst erfrischend und wohltuend. Auch im Hinblick auf eine fürchterliche Arroganz, die sich wohl als Vorbote wissenschaftlicher Schlagabtausch-Kultur im Design breitmacht ' noch bevor das Feld groß genug aufgestellt wäre, um argumentativ aus dem Vollen zu schöpfen.

Claudia Mareis schafft es ' und das können nicht viele aus dem Design heraus publizierte Beiträge ' eine Distanz zum Sujet herzustellen und die Ereignisse, Einflüsse und Systemgrößen des Wissensgebietes Design verständlich darzustellen. Die von ihr vorgeschlagene Modellierung als "Wissenskultur" ist übrigens ein Tool, das, so wie sie rät, als Modell nicht mit der Realität zu verwechseln sei, jedoch enorm bei der Überwindung starrer Positionen helfen kann. Mit dem Mittel der Diskursanalyse macht sie klar, dass es darum geht, auch die Diskurse selbst zu historisieren ' sprich: was, wo und wann wir heute diskutieren, ergibt andere Schlussfolgerungen als noch gestern. Dadurch entsteht gerade für die junge Disziplin Design ein Grad an Freiheit, der den Erkenntnisgewinn und nicht Formalismus in den Mittelpunkt stellt.

Für Designer eine wertvoller Beitrag zur kritischen Positionsbestimmung und zur Neudefinition eines Diskurses, der wohl auch noch eine ganze Weile andauern wird.
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