Effektstärken wurden sowohl für die PTSD-Symptomkategorien Intrusionen, Vermeidung und erhöhtes Arousal als auch für die komorbiden Symptome Angst und Depression berechnet. Die Berechnung der Effektstärken erfolgte anhand von standardisierten Mittelwertsvergleichen. Neben dem direkten Vergleich von EMDR mit kognitiv-behavioralen Therapieansätzen bzw. von EMDR und kognitiv-behavioraler Therapie mit Kontrollgruppen (Post-/Post-Vergleich) wurden auch die Veränderungen innerhalb der Behandlungsgruppen berechnet (Prä-/Post-Vergleich). In den Post-/Post-Vergleich gingen nur kontrollierte und randomisierte Originalstudien ein. In den Prä-/Post-Vergleich hingegen wurden auch Ein-Gruppen-Studien aufgenommen. Als Effektmaß wurde Hedges´d verwendet.
Die Ergebnisse legen nahe, dass sowohl EMDR als auch die kognitiv-behaviorale Therapie wirksam in der Behandlung der posttraumatischen Belastungsstörung sind. Beide Verfahren reduzieren in klinisch bedeutsamem Umfang, sowohl unmittelbar als auch lang anhaltend, die PTSD-Symptomatiken Intrusionen, Vermeidung und erhöhtes Arousal. Darüber hinaus führen beide Behandlungsmethoden auch zu einer Reduktion der komorbiden Symptomatiken Angst und Depression. Die Effektivität beider Verfahren zeigt sich hierbei sowohl im Prä-/Post-Vergleich als auch im direkten Post-/Post-Vergleich mit einer Kontrollbedingung. Darüber hinaus ergibt sich eine ähnlich hohe Wirksamkeit von EMDR und kognitiv-behavioraler Therapie, sowohl im Vergleich der Prä-/Post-Effektstärken als auch im direkten Post-/Post-Vergleich. Dennoch scheint es unterschiedliche Einflussfaktoren zu geben, welche die Therapieeffektivität sowohl bei EMDR als auch bei kognitiv-behavioraler Therapie beeinflussen. Aufgrund der geringen Studienzahl lassen sich diese Faktoren jedoch nicht näher untersuchen. Des Weitern zeichnen sich Unterschiede hinsichtlich der Effizienz der beiden Therapieformen ab: So beträgt die durchschnittliche Behandlungsdauer bei EMDR 5 Sitzungen, bei der kognitiv-behavioralen Therapie hingegen 8 Sitzungen. Darüber hinaus ist die Expositionsdosis bei den kognitiv-behavioralen Therapien höher als bei EMDR.
Die Befunde zur Wirksamkeit der bilateralen Stimulation sind hingegen weniger eindeutig. Allerdings sind Studien, welche den Versuch unternehmen, die Augenbewegungen bei Personen mit PTSD isoliert zu betrachten, oftmals von erheblichen methodischen Mängeln gekennzeichnet. Einzelne Befunde und Modellvorstellungen zur Rolle der bilateralen Stimulation beim EMDR werden im Diskussionsteil erörtert.