Die grundlegende Handlung des Films lässt sich schnell und knapp auf den Punkt bringen: Eine Studentin wird von einem Kommilitonen vergewaltigt und als Racheakt lässt sie ihren Peiniger von einem anderen vergewaltigen.
Nicht nur schade, dass dieser Film auf ein solches Verbrechen keine bessere Antwort zu geben weiß, auch schade, dass man mit ihm über anderthalb Stunden Zeit vergeudet. Die Charaktere des Films werden nie richtig eingeführt, sie bleiben stets oberflächlich und erreichen den Zuschauer nicht. Der Filmschauende bleibt über den ganzen Film hinweg kalter Betrachter, kann sich nie mit dem identifizieren oder etwas von dem nachfühlen, was sich vor seinen Augen abspielt.
Über weite Strecken ist der Film langatmig und nichtssagend. Schleppt der Film sich noch stümperhaft und unglaubwürdig zur ersten Vergewaltigungsszene, so erlebt man die zweite am Ende des Films nur dann, wenn man die Kraft aufbringt, eine Aneinanderreihung höchst langweiliger und unverständlich wirkender sowie nichts aussagender Szene anzusehen. Die Dialoge sind nicht mehr als Blabla, platt, inhaltslos. Hinzu kommt, dass der ganze Film durch und durch schlecht ausgeleuchtet ist. Es ist nicht nur inhaltlich anstrengend, ihn zu sehen, sondern auch für die Augen nervtötend, fast den ganzen Film über versuchen zu müssen, in all dem Dunkel, in welchem er gedreht ist, etwas erkennen zu können.
Emotionslosigkeit ist etwas, was dieses Spiel prägt: Der Film vermag weder, dass der Zuschauer Mitleid oder Vergleichbares während der Vergewaltigung der Studentin empfindet, noch so etwas wie ausgleichende Gerechtigkeit oder Befriedigung, respektive auch eine ablehnende Emotion als der Vergewaltiger seinerseits gleichgeschlechtlich einen Missbrauch erfährt. Die ganze Zeit über bleibt er kühler und verstörter Betrachter dessen, was sich ihm bietet. Verstörend wirkt auch, dass die Vergewaltigungsszene der Studentin gegenüber der zweiten relativ kurz abgehandelt wird. Vor allem ist sie dunkel eingestellt, man sieht nicht viel und fragt sich höchstens noch, ob das alles an Bettsport ist, was ihr Peiniger zu bieten hat. Zwischenzeitlich überlegt sich der Filmguckende, ob er sich nicht sogar über den Vergewaltiger lustig machen soll, weil dieser "nicht viel drauf hat". Traurig, wenn darüber nachgedacht wird, dass so etwas wie Abscheu oder Mitleid mit dem Opfer ein besser vermitteltes Gefühl wäre. Demgegenüber ergötzt sich der Film geradezu darin, die homosexuelle Vergewaltigung des Peinigers über eine gefühlte Ewigkeit hinweg zu zeigen. Wo in der ersten Missbrauchsszene noch Geschlechtsorgane in der Einstellung fehlten, werden sie hier ausführlich gezeigt (wenn auch nicht im erregten Zustand). Jedes Mal, wenn die Kamera die Einstellung ändert, denkt sich der Betrachter, dass es nun genug sei. Es ist klar, dass der Peiniger selbst zum Opfer wird, doch die Kamera hält weiter drauf und drauf und drauf. Schlussendlich ist man kurz davor, den Ton leiser zu machen, weil diese Szene subjektiv schon ewig dauert und man den Eindruck bekommt, unfreiwillig einen Schwulenporno untergejubelt bekommen zu haben.
Noch etwas muss gesagt werden, um nicht den Eindruck aufkommen zu lassen, als Rezensent hätte man etwas gegen homosexuelle Darstellungen in Filmen und erboße sich darum so ausgiebig in deren Beschreibung: Es gibt in diesem unsagbar langatmigen Film einfach nicht mehr, worüber sich etwas sagen ließe. Trotz der Spieldauer von über anderthalb Stunden passiert nichts, was erzählenswert wäre, was den Film tragen würde, was dem Handlungsstrang einen tieferen Sinn verleihen würde.
Fazit: Finger weg von diesem Film. Schlecht gemacht, schlecht geschauspielert, schlechte Dialoge, emotionslos, nichtssagend, grauenvolle Ausleuchtung/Belichtung und unfassbar langatmig und langweilig. Wer nicht nach einer Stunde vor Langeweile gestorben ist, schaltet am Besten ab. Wer den Film ganz erträgt, verdient einen Orden.
Leider geht es nicht, aber er würde einen NEGATIV-Stern verdienen.