Die Holländer sind schon wieder da! Und das nach Medienberichten besser denn je.
Da wird man neugierig, nachdem man eigentlich allen Vorgängeralben etwas positives abgewinnen konnte und ich Cult Of The Dead sogar als das beste Album bisher empfand, da auch mal wieder erhöhte Occult Einflüsse zu hören waren.
Nun, was soll man sagen... Das Ergebnis ist genau das, mit dem der Legion Of The Damned Fan gerechnet und sich darauf gefreut hat, ohne irgendwelche Einbüßungen.
Setzte man die blutrote Fanbrille ab, erkennt man leider folgendes: Stagnation.
Wie pflege ich da zu sagen? Slayer-Syndrom, genau.
Die Riffs sind allesamt schon tausendmal gehört. Natürlich kopierten Legion und Occult von Thrash Größen, aber hatten auch die Eigenschaft, die Riffs irgendwie nach Legion Of The Damned klingen zu lassen.
Das trifft auch hier zu, aber es hat sich absolut nichts geändert. Abgesehen von Experimenten wie ein Akustik-Intro oder mehr stimmliche Experimente, oder mal paar Riffexperimente wie z.B. in Desolation Empire.
Okay, vielleicht ein paar Faktoren, die erwähnenswert sind:
1. Der Produzentenwechsel von Classen zu Tägtgren ist deutlich zu hören. Passt zu dem Album aber nciht hundert prozentig, da hier auf tighte Riffs und präzises Drumming gesetzt wird.
Da die Abmischungen des Abyss Studio aber immer leicht verwaschen klingen, passt das hier leider nicht wirklich. Sie ist zwar schön drückend, aber richtig anfreunden kann ich mich damit nicht.
Auch in den Gesangslinien macht sich das benmerkbar, da spielt Peter Tägtgren gerne mal mit Effekten rum.
2. Es sind mehr "Soli" vorhanden. Das endet zum Großteil aber in schlechtem Gequietsche ohne irgendeine sinnvolle Struktur.
3. Es sind mehr Breaks vorhanden, was die Platte vor der absoluten Belanglosigkeit rettet.
Versteht mich nicht falsch, das Material ist alles andere als schlecht. Ich kann mir sogar vorstellen, dass auch hier alles wieder live zünden würde.
Im CD-Spieler jedoch erzeugt die Platte bei mir gepflegte Langeweile. Da lege ich lieber die abwechslungsreichere Cult Of The Dead auf, die selbst mit dem Plastik Sound von Classen verdammt gut klingt.
Eine Hand voll sehr guter Songs gibt es dennoch, nur finden die sich eher am Plattenende, so sind die Songs Desolation, The Hand Of Darkness und Repossessed sehr geile Thrash Granaten. Wer die limitierte Auflage besitzt, genießt auch die Neueinspielung des Songs Legion of The Damned.
Die Platte ist eine an die Fans, die immer wieder das selbe erwarten. Anders kann man es nicht umschreiben. Wer die Band vorher nicht mochte, wird auch hier wieder einen Bogen machen und zu anderen Thrash-Perlen greifen.
Ich vergebe 6/10 Punkte für eine Hand voll sehr guter und einer Menge austauschbarer und langweiliger Songs. Sehr durchschnittlich.