Descent of angels ist ein guter Roman und wesentlich besser als manche ihn hier darstellen. Leider hat er doch ein paar Macken, die eine bessere Bewertung verhinderten.
Positiv
-Atmossphärische Setting: Calliban und seine von Monstern verseuchten Wälder werden sehr schön beschrieben und schaffen in der Tat eine hervorragende Atmosphäre und gleiches gilt auch für den Orden und seine Sitten und Gebräuche. Auch die Stimmung des noch jungen Kreuzzuges des Imperiums, der noch am Anfang von allem steht, weiß zu gefallen.
-Interessante Charaktere: Die Charaktere sind sehr schön in Szene gesetzt, vor allem Zahariel gefällt mir gut, aber auch Johnson kommt so rüber wie ein Primarch sein sollte: erhaben und als perfekter Kämpfer. Dem Kritikpunkt "Cypher" sei nur ein Titel, kann ich mich nicht anschließen, da diese Enthüllung auch gut zum "echten" Cypher aus dem Warhammer 40.000 Universum passt, der seine Identität verschleiert. Da scheint es nur logisch, sich eines alten Titels zu bedienen. Der einzige Charakter, der mir nicht gefallen wollte war Nemiel, der etwas plump und überflüssig wirkte.
-Negativ
Schlechter Erzählstil: Mitchel Scanlon scheint noch neu im Geschäft zu sein und so wirkt auch sein Stil. Der Roman liest sich leider sehr abgehakt und es wirkt so, als wurden die einzelen Passagen lieblos zusammen getackert. Dadurch gibt es teils unnötige Zeitsprünge, verworrene Handlungsstränge und Unklarheiten. Erfahrenere Leute wie Counter, McNeil oder Abnett hätten das sicher besser gekonnt.
-Ungünstige Einordnung: Sicher ist es notwendig, die Ursprünge der Legion auf Calliban kennenzulernen, um die Spaltung der Engel zu begreifen, aber es hat nun mal nichts mit der Horus Heresy zu tun. Dadurch passt das ganze so recht nicht in die Romanserie hinein, da Descent of Angels ja lange vor der Heresy spielt.
Fazit:
Wie gesagt, Descent of Angels ist besser als viele den Roman betrachten. Wie in einer anderen Review richtig bemerkt, waren die Erwartungen nur zu hoch. Als eigenständige Romanserie, in der dieses Buch den Ursprung und ein hypothetischer Teil 2 den Bruch nach der Horus Heresy beschreibt, wäre bei einem etwas besseren Erzähstil wesentlich besser davongekommen. So aber ist er im Vergleich bisher der schäwchste Roman der Serie und ein kleiner Anachronismus.
Bewertung
3 Sterne, also bessere Durchschnitt, mehr kann man nicht geben. Wenn sie aber Dark Angel Fan sind (wie ich), dann können sie noch einen draufpacken.