Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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33 von 35 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Mäßig interessant, 31. August 2006
Damasio legt hier seine Theorie von der untrennbaren Verbundenheit von Gefühl & Denken, die ich bis zu einem gewissen Grad teile, in aller Ausführlichkeit dar. Trotz des hochspannenden Themas tue ich mich schwer damit, das Buch bis zum Ende durchzulesen. Die ersten 100 Seiten hat man in ebenso wenigen Minuten durch, schließlich beschreibt der Autor höchst plastisch einige interessante und zum Umdenken anregende medizinische Fälle. Doch dann lässt das Buch rapide nach: Abwechselnd reihen sich neurologische "Exkurse", kurze Fallbeispiele und verzweifelte Versuche, philosophisch zu sein, aneinander. Bei letzteren merkt man ganz deutlich, dass Damasio doch eher Empiriker als Theoretiker ist, zwar zitiert er z.B. Daniel Dennett und die Churchlands, aber wirklich verstanden, woran deren Theorien kranken, hat er wohl nicht.
Der Stil wird an manchen Stellen sehr ausschweifend und der Autor wiederholt sich oft, während er an vielen Punkten, die interessant wären, abbricht und sich einem anderen Bereich zuwendet. Teilweise wirkt das Buch gegen Ende wie eine Ansammlung von Aphorismen, der jedoch der rote Faden fehlt. Nach 230 Seiten kann ich schon sagen: Halbwegs interessant, aber weder zum Einstieg in die Neurologie(da kaum erklärt) noch zum Einstieg in die Philosophie des Geistes(da nicht verstanden) geeignet. Eine Theorie des Bewusstseins, wie ich sie in einer Rezension erwähnt gesehen habe, war bisher ebenfalls völlig unauffindbar.
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49 von 55 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Sehr spezifisch, aber packend und gut lesbar., 13. Dezember 1999
Von Ein Kunde
Damasio ist einer der führenden Forscher der Neurowissenschaften. Entsprechend spezifisch ist sein Buch. Aber keine Angst: beim Schreiben dieses Buches hat sich der Autor einen imaginären, wissbegierigen Freund vorgestellt, der noch wenig über Neurowissenschaften weiß und dem er nun Einsicht in dieses faszinierende, aber auch sehr komplexe Feld vermitteln möchte. Und das ist ihm auch sehr gut gelungen. Der Leser erfährt alles darüber, wie Gefühle und Empfindungen entstehen, und wie sie sich auf Denkprozesse auswirken. Und das alles nicht im Stil eines Lehrbuches, sondern eher mit spürbarer Begeisterung, in sehr lockerer Art und Weise, beinahe erzählerisch, aber doch immer auf dem augenblicklichen Stand der wissenschaftlichen Erkenntnis (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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78 von 93 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Interessant, aber kein wirklicher Klassiker, 4. Mai 2003
Mit der Lektüre von Antonio Damasios „Descartes' Irrtum" hatte ich große Erwartungen verbunden. Schließlich gilt das Buch bereits als Klassiker der Neurobiologie und Neuropsychologie und ist gegenwärtig nicht einmal antiquarisch lieferbar. Ich, der ich auf medizinischem Gebiet ein Laie bin, erhoffte mir Einsichten in eine mir weitgehend unbekannte Welt, die Welt des Gehirns. Meine Aufmerksamkeit wurde durch Verlagsankündigungen und Buchbesprechungen erregt, die insbesondere Damasios Neubewertung des Verhältnisses von Emotionalität und Rationalität hervorhoben, denn diesem Zusammenhang gilt wegen seiner Bedeutung für die Psychologie des Lernens mein besonderes Interesse. Das Buch eröffnet zweifellos einige bemerkenswerte Einblicke in die Forschungsaktivitäten, -ziele und -ergebnisse Damasios und wartet mit interessanten, anregenden und teilweise außergewöhnlichen Beispielen aus der klinischen Praxis auf. Es inspiriert und macht neugierig auf mehr. Die engen Zusammenhänge zwischen Körper, Gehirn und Geist, Gefühl und Verstand werden immer wieder anschaulich vermittelt. Allerdings habe ich mich des öfteren gefragt: „So what?" Denn: Was hier manchmal als Neuigkeit verkauft wird, mag vielleicht für die Schulmedizin neu sein, aber nicht für den gesunden Menschenverstand. Wo ich mir tiefere Einsichten erhofft hatte, verbleibt Damasio zu oft oberflächlich beim Einerseits-Andererseits. Eine seiner zentralen Thesen - Gefühle können den Verstand beeinträchtigen, aber Mangel an Gefühlen kann ebenso die Ursache für irrationales Verhalten sein - stützt sich meines Erachtens zu sehr auf eher wenige klinisch außergewöhnliche Fälle von Patienten mit Hirnschädigungen, ist aber nicht ohne weiteres alltagstauglich. Bedauerlich ist auch, dass Damasio die sozialen Schlussfolgerungen, die aus seinen Ergebnissen zu ziehen wären, nur vage und sehr oberflächlich andeutet, obgleich sie von besonderem Interesse und Brisanz sind. Das Buch hinterlässt bezüglich seines Stils keinen in sich stimmigen Eindruck, sondern wirkt eher fragmentarisch und orientierungslos. Packend geschilderte historische und aktuelle Beispiele aus der Praxis wechseln sich mit schwer verständlichen und langatmigen medizinischen Erörterungen ab und sind von philosophischen und populärwissenschaftlichen Einsprengseln durchsetzt, ohne dass ein großes Ganzes daraus entstünde. Nein, ein Lesevergnügen ist dieses Buch wirklich nicht. Für den Laien ist vieles - auch aufgrund der nicht immer erklärten medizinischen Fachausdrücke - kaum verständlich und da, wo er sich wie bei den gesellschaftlichen Konsequenzen mehr Tiefe wünscht, bleibt Damasio zu unkonkret.
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