1966 aufgenommen; auf drei LPs dokumentiert; erst 2003 als CD erschienen! Es gibt sie - diese Momente, wenn man beim ersthörigen Anhören einer CD geradezu fassungslos erstarrt, welche Musik einem hier mehr als vierzig Jahre vorenthalten wurde, nicht im Radio gespielt, nicht in Zeitschriften besprochen, trotz all dem Hype um kubanische Musik.
Eine solche dichte Musik habe ich schon lange nicht mehr gehört, selbst der große DJ Symphony Sid (Jumpin with ...) überschlägt sich in seinen Linernotes. Gut, er hat offensichtlich zur Organisation dieses Konzerts seinen dazugehörigen Beitrag geleistet. Damals wurde auf gut Glück alles zusammengetrommelt, was im Latin New York der mid60s Rang und Namen hatte. Fania Records dürfte noch nicht den alleinigen Vertretungsanspruch in dieser Branche durchgesetzt haben. Allein Johnny Pacheco stand damals dort unter Vertrag. Alle anderen arbeiteten bei Tico Records, das letztlich von Fania geschluckt wurde: Tito Puente, Jose Feliciano (noch vor seiner Karriere als Popclown), Eddie Palmieri, Charlie Palmieri, Cachao, Robert Porcelli, ...
Insgesamt sechs Stücke, knapp über 80 Minuten. Mit höflichen Arrangements war es hier offensichtlich nicht getan. Hier wurde voller Spielfreude improvisiert, nicht nach einem vorher festgelegten Schema, kreuz und quer und vor allem, mit viel, viel Mut zum Risiko. Bei manchen Soli kriegt man als "spätgeborener" Zuhörer noch heute fast Angst, wo sie hinführen und enden sollen. Die mitdokumentierten Reaktionen des Publikums im Village Vanguard bezeugen dies.
Eigentlich gehört diese CD in jeden Haushalt ...