Dieser Film hat mich von der ersten bis zur letzten Minute gefesselt: Französische Mönche leben in einem Kloster in Algerien, ganz in der Nähe eines Dorfes. Sie spielen sich aber nicht als belehrende Missionare auf, sondern begegnen den Dorfbewohnern auf Augenhöhe und mit großem Respekt. Muslime und Christen respektieren den Glauben des anderen, ja, das Kloster ist für die Dorfbewohner sogar ein wichtiger Anlaufpunkt, v.a. für die medizinische Versorgung. Doch mit dem Aufkommen des radikalislamischen Terrors in Algerien gerät auch das Kloster in Gefahr. Die Mönche überlegen, ob sie nach Frankreich zurückkehren sollen. Sollen sie weiterhelfen oder ihr Leben sichern?
Der Film stellt die tiefe Spiritualität und Gottesgläubigkeit der Mönche auf beeindruckende Weise dar. Gesprächskreise und religiöse Gesänge wechseln sich ab und spiegeln die Atmosphäre im Kloster, das Hoffen und Bangen der Mönche wider - ohne Spezialeffekte und ohne Kitsch. Dabei verleihen die Schauspieler ihren Rollen große Tiefe und Authentizität. Ein Film, der wahrhaft unter die Haut geht, der für gegenseitige Achtung wirbt und unseren oft einseitigen Blick auf die arabische Welt weitet.