Forsyths Buch "The Devil's Alternative" ist bereits einigermassen betagt (Erstauflage meines Wissens 1979), dies muss man dem Roman dann letztlich doch zugute halten. In gewisser Weise ist das Buch stellenweise sogar visionär, sieht es doch den Zusammenbruch der Sowjetunion voraus, den schwindenden Einfluss der Falken im Kreml und die zunehmende Unzufriedenheit der Bevölkerungen in den ehemals freien Ländern, wie bespielsweise den drei baltischen Staaten, der Ukranine, Weißrussland etc., die damals noch Sowjetrepubliken waren. Als Forsyth das Buch seinerzeit schrieb, unmittelbar vor dem Einmarsch der Sowjets in Afghanistan, war sicher noch nicht abzusehen, das Glasnost und Perestroijka und damit letztlich auch die Auflösung der UdSSR nur zehn Jahre später Wirklichkeit werden würden. Insofern, Hut ab vor des Autors Einschätzung zum Zeitpunkt als das Buch von ihm geschrieben wurde. Damit endet der positive Teil meiner Kritik allerdings auch.
Was das Buch selbst betrifft, so muss man mit Sicherheit Forsyth-Fan sein, um es gut zu finden. Zu schal sind die ewig bemühten Klischees, die ewig hoch gehaltenen Tugenden des britischen Wesens, was stellenweise recht arrogant und chauvinistisch daherkommt, die klare, sehr konservative Aufteilung der Geschlechterrollen, wie überhaupt der in seinen Büchern immer wieder recht offen zur Schau gestellte Konservatismus sowie der Dogmatismus und die Vorhersehbarkeit der Handlung. Einzig überraschend mag vielleicht ein kleines erfrischendes Detail des Plots sein, das Forsyth sich bis zur letzten Seite aufhebt. Also, ich muss wirklich sagen, es gibt in der Tat spannendere und bessere Bücher dieses Autors, unabhängig davon, dass dieses Buch bald 30 Jahre alt ist. Es hat Längen, könnte gut und gerne 150 Seiten kürzer sein. Es liest sich stellenweise dann doch recht zäh und man hofft innerhalb der unnötig in die Länge gezogenen Passagen dann doch bitte bald wieder in die interessanteren Handlungsstränge geführt zu werden. Diese sind am Umfang des Buches gemessen allerdings rar, da die Handlung einfach nicht mehr hergibt.
Nun ja, als Forsyth-Fan kann man das Buch durchaus noch lesen, allzuviel sollte man sich aber dann doch nicht erwarten. Ich glaube jedenfalls, dass dies mein letztes Buch dieses Autors war. Irgendwie sind sie alle gleich - die Bösen und die Guten, die Helden und die Versager, die kühnen Männer und die nach ihnen schmachtenden Frauen. Die ins letzte Detail beschriebene Militär- und Nachrichtentechnik und die völlig undetailliert und unliterarisch beschriebenen menschlichen Charaktere.