Ein Bürgerlicher in diplomatischen Diensten heiratet seine adlige Klara, gegen den Willen ihrer Eltern, lebt heimlich und verborgen einen Winter lang mit ihr im ersten Stock eines Häuschens, dessen Vermieter verreist ist. Die beiden sind völlig mittellos, mit dem Äußersten versorgt werden sie von einer alten treuen Bediensteten, die noch des Nachts für ihre Herrschaften arbeiten geht und ansonsten völlig außen vor bleibt. In ihrer Not, da der Winter so bitter kalt ist, kommt der junge Mann auf die Idee, zunächst die Treppenlehne zu verheizen, sodann nach und nach die ganze Treppe, die von unten nach oben führt. Es kommt, wie es kommen muss: Der geizige Vermieter kommt nach Hause zurück, entdeckt die Untat, schreit Zeter und Mordio, der junge Mann verbarrikadiert sich in dem Zimmer, droht mit Mord und Totschlag, wenn einer heraufdringen sollte. Dies ist eine heitere Erzählung, man weiß: Die Geschichte wird gut enden.
Warum dieser vorweggenommene Alptraum einer Hausbesetzung so herzerfrischend zu lesen ist: Die beiden Liebenden bleiben ständig liebenswürdig und heiter, selbst in der Stunde der Belagerung verliert der junge Mann, ein Bruder des Taugenichts, seinen guten Humor nicht, bei seinem Geplänkel mit dem erbosten Hauswirt stehen einem vor dem Aberwitz die Haare zu Berge. Die Geschichte ist eine Parteinahme für das leichte, luftige Leben und die Liebe wider alle Vernunft,(wobei man sich ständig der Brüchigkeit der Verhältnisse bewusst bleibt),umso schöner, als sie bereits von einem Herrn in seinen fortgeschrittenen Jahren geschrieben wurde. Gleichzeitig ist diese sehr romantische und geistreiche Novelle nicht nur ein Märchen, das im Niemandsland angesiedelt ist, sondern sie atmet den würzigen Duft der damaligen deutschen kleinstaatlichen Realität.
Der Titel hat eine Doppelbedeutung: a) der Überfluss (das Überschwängliche) der Liebe und des Lebens b) die Dinge, die in der Situation überflüssig sind (z.B. die Treppe, über die allerhand launige Betrachtungen angestellt werden).