"Riccardo Chailly und das Royal Concertgebouw Orchestra haben bereits eine Serie von herausragenden Mahler Aufnahmen vorgelegt. Jetzt hat sich der italienische Dirigent mit der Sopranistin Barbara Bonney, dem Bariton Matthias Goerne, der Mezzosopranistin Sara Fulgoni und dem (inzwischen verstorbenen) Tenor Gösta Winbergh zusammengetan, um die Mahler Vertonungen von Clemens Brentanos Des Knaben Wunderhorn zu singen. Die Tatsache, da' sie von vier statt der üblichen zwei Solisten vorgetragen werden, haben wir der akribischen Recherche Riccardo Chaillys zu verdanken. Chailly, der wie so oft auch auf dieser Aufnahme das Royal Concertgebouw Orkest führt, kam nach langem Quellenstudium darauf, dass wohl auch Mahler diese Lieder in der orchestralen Version mit 4 Sängern aufgeführt hat." so die Produktinformation.
Überwiegend werden die Lieder von Barbara Bonney und Matthias Görne gesungen.
Es gibt hervorragende Konkurrenz, Schwarzopf und Fischer-Dieskau ebenso wie die grossartige Einspielung von Abbado mit Otter und Quasthoff.
Dennoch können sich die beiden ( vier) bei dieser Konkurrenz behaupten. Die Kritik war sehr freundlich.""Einen rundum geschlossenen Eindruck macht Chaillys Einspielung der 14 "Wunderhorn"- Lieder. Hier macht endlich ein Dirigent Ernst mit Mahlers Vorgaben: Eine kleine Orchesterbesetzung wollte er, Kammermusik statt sinfonisches Großformat. Und siehe da: Es funktioniert!" so Pfister im fonoforum.
Mir kommt eine derartige Version sehr entgegen. Mahlers Mächtigkeit zieht mich normalerweise nicht an,im Gegenteil. Die transparente "Begleitung" von Chailly finde ich sehr überzeugend ( wobei ich die Version von Abbado ebenfalls SEHR schätze).
Görne bewältigt seinen Part ausgezeichnet. Er ist vielleicht weniger hintersinnig als Fischer-Dieskau, und nicht so mächtig wie Quasthoff, aber zwischen diesen Polen ist seine Interpretation sehr angenehm.
Gleiches kann ich mit leicht anderen Vorzeichen über Barbara Bonney schreiben. Es ist nicht so artifiziell wie die Interpretation der Schwarzkopf, aber Bonney steht in einer Reihe mit grossen Interpretinnen dieser Lieder, wie Otter oder Popp.
Eine sehr hörenswerte Interpretation.