Auch wenn die Gastlichkeit in der Nachkriegszeit durch Vertriebene und Ausgebombte auf eine harte Probe gestellt wurde, ist sie doch eine gute Schule, Toleranz zu lernen. Im Sommer kamen die Stadtkinder zu Besuch, die kräftig reingelegt wurden, dann vertrug man sich wieder (was den Kindern leichter fällt als den Müttern), beim Gegenbesuch in der Stadt wurde an den 'Landeiern' Rache genommen'
Und wer taucht nicht alles auf dem Hof auf: Eine nervige Cousine, eine großzügige Tante, ein Köpfe verdrehender Schulfreund, eine katzenliebende Tante, eine hyperaktive Tante, ein kindischer Ehemann, eine kräuterliebende Tante, ein lädierter Cousin, ein hirschjagender Onkel, eine doch gar nicht sooo kranke Tante, die einfühlsame Verlobte eines Onkels, ein verzärteltes Kind und eine erfinderische Leseratte. Sogar das Haus selbst kommt im Plauderton zu Wort. Ergänzt werden diese Erinnerungen durch ein chaotisches Picknick, einen Milbenkönigsstaat am Urlaubsort, Urlaub im Potsdamer Schrebergarten, eine folgenschwere Begegnung auf einer Parkbank und eine neumodische Party.
Manchmal brauche ich ein Stück Heile Welt, ein bisschen Astrid Lindgren für Erwachsene. Genau das bietet dieses warmherzige Buch mit seinen schönen Erinnerungen und Geschichten.