Kurzbeschreibung
Als Thema intellektueller oder öffentlicher Auseinandersetzungen ist Fremdheit zum Allgemeingut geworden. Ihre derzeitige Hochkonjunktur verdankt sich der stark polarisierenden Wirkung, die sich in Debatten über Fremdheit als Bedrohung (Ausländerkriminalität, Terrorismus) oder aber als Bereicherung (Multikulturalismus, Internationalisierung) entfaltet.
In diesem Band regen Beiträge aus sieben Disziplinen, verbunden in der Anstrengung, das Andere offen anzunehmen und Differenzen im Dialog zu überwinden, die Erkenntnis an, dass das Fremde und das Eigene nicht gänzlich voneinander abtrennbare Kategorien sind, sondern sogar im Selbst verbunden. Sie können somit Facetten ein und derselben Person oder ein und derselben gesellschaftlichen Phänomene sein. Diese trans- und interdisziplinären Denkansätze schaffen eine Grundlage für eine reflektiertere reziproke Wahrnehmung von Fremd und Eigen, von "Freund" und "Feind", und bahnen den Weg zu der Erfahrung, dass vor der postulierten Normalität des Fremden die Anerkennung des Eigenbeitrags zu dem ursprünglichen Verfremdungsprozess steht.
Mit Beiträgen von Alfred Bammesberger, Manuela Boatca, Bodo von Borries, Elzbieta Chromiec, Richard Nate, Claudia Neudecker, Hanna Schissler, Christine Strobl, Angela Treiber, Werner Wittling.
Über den Autor
Stefan Rinke, geb. 1965, ist Professor für Geschichte Lateinamerikas am Lateinamerika-Institut und am Friedrich-Meinecke-Institut der Freien Universität Berlin.