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Derrida
 
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Derrida

Kirby Dick , Amy Ziering    Freigegeben ab 6 Jahren   DVD
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Regisseur(e): Kirby Dick, Amy Ziering
  • Komponist: Ryuichi Sakamoto
  • Format: PAL
  • Sprache: Englisch (Dolby Digital 2.0 Surround), Französisch (Dolby Digital 2.0 Surround)
  • Untertitel: Deutsch
  • Region: Alle Regionen
  • Bildseitenformat: 4:3 - 1.33:1
  • FSK: Freigegeben ab 6 Jahren
  • Studio: absolut Medien GmbH
  • Erscheinungstermin: 13. Dezember 2004
  • Produktionsjahr: 2001
  • Spieldauer: 85 Minuten
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • ASIN: B0002F4RWA
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 13.226 in Filme & TV (Siehe Top 100 in Filme & TV)

Rezensionen

DVD & Video Report

Biografie und Einführung in das Denken des Philosophen Derrida in Form einer dichten und unterhaltsamen Reflektion seiner Theorien.

Produktbeschreibungen

Jacques Derrida gilt als einer der wichtigsten Philosophen unserer Zeit, der den Blick auf Geschichte, Kunst und Sprache des 20. Jahrhunderts und nicht zuletzt den Blick auf uns selbst maßgeblich beeinflusst hat. Er ist weltweit vor allem als der Vater der »Dekonstruktion« bekannt. Über fünf Jahre haben Kirby Dick und Amy Ziering Kofman an ihrem Dokumentarfi lm gearbeitet, Derrida privat in Paris und New York besucht und ihn auf seinen Vortragsreisen begleitet. Sie nutzen neben Auszügen aus Derridas Publikationen Vorträge, Vorlesungen und Diskussionen an verschiedenen Universitäten.
Der Film zeigt Derrida, wie er über Liebe und Gewalt, über Narzissmus und Ruhm oder den Tod seiner Mutter spricht, wie er sich kämmt, wie er isst oder mit feinem Witz scherzt. Und er zeigt viel von Derridas Charakter, seinem grüblerischen Snobismus oder seiner Widerwilligkeit, eigene Geheimnisse preiszugeben, obwohl ihn diese bei anderen Philosophen im höchsten Maße interessieren. Der Philosoph seinerseits dekonstruiert den Dokumentarfilm, indem er dessen Unfähigkeit beschwört, die Wahrheit festzuhalten. DERRIDA ist deshalb nicht nur die Skizze einer Biografi e, auch nicht nur eine Einführung in Derridas Denken, sondern vielmehr ein dichter und unterhaltsamer Dialog, dessen Themen und Inszenierung die Theorien des Philosophen reflektieren. Die hypnotisierende Filmmusik stammt von

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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Let's talk about Sex! 20. Juni 2010
In einer der Anfangssequenzen des Films erzählt Derrida eine Anekdote. Heidegger sei einmal gefragt worden, wie das Leben von Aristoteles aussah. Antwort: "Er wurde geboren, er dachte, und er starb." Alles andere sei nicht mehr als eine Ansammlung von Anekdoten - also irrelevant. Zumindest sei diese Ansicht in der traditionellen Philosophie, so Derrida, bislang immer eines der obersten Gebote gewesen.

Was würde dann also eine Filmdokumentation über Derrida ins Zentrum stellen? Sein akademisches Leben? Seine politischen Ansichten? Oder würde der Tabubruch begangen und eine home story auf gehobenem Niveau geboten werden? Skepsis ist also zunächst angesagt.
Die Filmmacher zitieren zunächst ein paar äußerst komplizierte Thesen Derridas aus dem Off, andererseits zeigen sie ihn dabei, wie er sich beim Friseur die Haare schneiden lässt oder darüber nachdenkt, ob er lieber sein blaues oder sein schwarzes Jackett anziehen soll. Später wird man Zeuge, wie Derrida, der philosophische Popstar, von studentischen US-Groupies angehimmelt wird. Entzückt versichern sie ihm, nach dem soeben beigewohnten Vortrag seine Texte besser zu verstehen.
Doch diese Filmschnippsel erwecken einen sehr oberflächlichen Eindruck. Wer sich davon nicht gleich abschrecken lässt, wird just hinter diesen Flappsigkeiten eine überraschende Tiefe entdecken, die ganz unterschiedliche Facetten eines Themas hervorbringt: Es fängt mit der Betrachtung des Philosophen als biographische Persönlichkeit an, setzt sich mit seinen Schwierigkeiten fort, über sein Privatleben zu reden, und spitzt sich sich schließlich auf die Frage nach seinem Selbstbild zu.
Richtig spannend wird es, als Derrida in eine Galerie eintritt, in der ein von einer Künstlerin gemaltes Porträt von ihm hängt. Derrida gibt vor laufender Kamera zu, "ein gestörtes Verhältnis" zu Bildern von sich zu haben. Häufig komme in ihm ein Verlangen auf, Fotos zu zerstören, auf denen er abgebildet sei. Immerhin akzeptiere er sein Aussehen nun allmählich und gewinne einen positiven Zugang zu seinem Narzissmus. Eine Stimme aus dem Off zitiert eine von Derridas Thesen, die lautet, es gebe in Wirklichkeit nicht diesen Gegensatz zwischen Narzissmus und Nicht-Narzissmus: "Es gibt mehr oder weniger verständnisvolle, großzügige, offene und weitgefasste Narzissmen. Was man als Nicht-Narzissmus bestimmt, ist nur die Ökonomie eines viel einladenderen und gastfreundlicheren Narzissmus. Einer, der offener ist gegenüber der Erfahrung des anderen als anderem. Ich glaube, ohne die Bewegung der narzisstischen Wiederaneignung wäre die Beziehung zum anderen vollkommen gestört. Liebe ist narzisstisch."
Damit möchte Derrida keineswegs eine Lanze für die Selbstverliebtheit brechen. Es geht ihm um die Frage, wie sich zwei Menschen trotz ihrer narzisstischen Verblendung lieben können, und zur Anschaulichkeit dieser Frage zitiert er aus Ovids "Echo und Narziss".

Gegen Schluss des Films die Frage an Derrida: Was würde er in einer Dokumentation über Heidegger oder andere Philosophen gerne sehen? Antwort: Sie sollten über ihr Sexualleben sprechen. Weil genau dies stets ausgeklammert werde, wenn von einem Philosophen die Rede sei. Er wolle hören, welche Rolle die Liebe in ihrem Leben gespielt habe.
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10 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Adäquat 8. Mai 2006
Von punk
Wie wird man dem Schreiben Derridas filmisch gerecht? Gar nicht und so wie hier. Ein Film über das Denken des französischen Philosophen muss sich selbst zum Thema machen: die Unmöglichkeit des Filmens von Philosopie, die Reduktion alles Biografischen, die Lüge des Bildes. Intelligent, berührend und unterhaltsam zugleich.
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5 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Mad Circus TOP 1000 REZENSENT
Leider Gottes ist dieser Dokumentarfilm davon geprägt, dass Derrida sich der Kamera verweigert und jeder Versuch der Journalisten ihm auf die Spur zu kommen, an seiner weitestgehenden Unwilligkeit zur Kooperation mit der Kamera oftmals scheitert. Mir erscheint fraglich, warum Derrida trotz seiner Abneigung dennoch zugesagt hat sich dem Projekt zur Verfügung zu stellen. Es wäre m.E. besser gewesen, er hätte in den meisten Szenen sich so nicht filmen lassen. Vielleicht hätten die Autoren besser eine Dokumentation und Einführung in sein Denken aus einer distanzierteren Perspektive versucht, ohne sich nur auf die echte Person zu fixieren und Authentizität produzieren zu wollen. Für viele an der Philosophie interessierten, wäre das doch wenigstens ein Film mit bleibendem Wert gewesen, anstatt sich hier wie ein vermittelter Eindringling fühlen zu müssen.
Letztendlich entsteht durch diese Pseudo-Doku ein sehr ambivalentes Bild dieses großen Postmodernen, welches zwischen Flüchtigkeit, Oberflächlichkeit und herbeisuggerierter Tiefe oszilliert. Nur selten gibt es Momente in denen sich der Zuschauer in seiner prinzipiell neugierigen, interessierten und aufgeschlossenen Haltung dem Gezeigten gegenüber wohl fühlen kann, da er meistens in den Kampf zwischen Derrida und der Kamera hineingezogen wird und sich zumeist als indirekter Eindringling fühlen muss.

Schade eigentlich !

Wie es besser geht, zeigt zum Beispiel der sehr einfühlsame Film über Max Frisch ..Citoyen.. oder die sehr authentisch wirkende Dokumentation über Pierre Bourdieu ..Soziologie als Kampfsport..

Fazit: Wenn man auf Bilder nicht verzichten kann, dann lieber den Band aus der absolute Reihe von Orange Press lesen. Da kann man neben originalen Textauszügen auch viel über die Person erfahren, ohne sich zum Voyeur machen zu lassen. Authentizität ist eben nicht alles !
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