Andre Nortons Reihe um die Weltraumhaendler des Schiffes Solar Queen muss in ihrer Zeit ein richtiger Knueller gewesen sein, immerhin steht sie in der Leseliste von /GURPS Space/, aber leider scheinen die Buecher seit Jahren vergriffen zu sein. Das einzig greifbare war /Derelict for Trade/, mit dem Sherwood Smith, zusammen mit Andre Norton persoenlich, die Reihe nach 30 Jahren fortgesetzt hat. Die Solar Queen kommt mit fast leeren Tanks (und Kassen) aus dem Hyperraum, und die einzige Rettung ist ein verlassenes Schiff, das noch genug Treibstoff an Bord hat, damit beide an der oertlichen Raumstation andocken koennen. Der Fund des treibenden Schiffes zieht aber einen Wust rechtlicher, militaerischer und politischer Verwicklungen nach sich, der zu weitaus schlimmeren Konsequenzen zu fuehren scheint, als der Bankrott der Solar Queen.
Die Raumstation und ihre ausserirdischen und menschlichen Bewohner sind nett gezeichnet, aber nicht ganz ueberzeugend. Da ich die urspruengliche Serie nicht kenne, kann ich nicht beurteilen, wie sich Smiths Buch mit dem Original vergleicht. Auf jeden Fall fehlt meines Erachtens der Zauber, den man mit einer Space Opera verbindet. Die Handlungen wirken kraftlos und die Gedankengaenge verworren. Im Gegensatz zu den komplexen Gruppen der Stationsbewohner sind die handelnden Individuen entaeuschend stereotyp und kaempfen mit Problemen, deren langweilige Alltaeglichkeit kaum zu ueberbieten ist. Minderwertigkeitskomplexe, eine heimliche Liebe, die nicht erwidert wird, weil sie ueber Rangschranken hinweg geht. Alles schon mal gelesen! Immerhin bleibt noch eine solide Space Opera, und vielleicht hat das Buch fuer Leute, die schon den Beginn der Reihe haben, Sammlerwert. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)