Dummerweise habe ich mich an den bisherigen Rezensenten orientiert, die alle ein positives Urteil abgaben.
Ich habe mich selten durch ein Buch so hindurchgequält. Man merkt, dass der Autor Ägyptologie und historische Sprachwissenschaft studiert hat. Respekt hierfür.
Dass aber nahezu die komplette Stockholmer Mordkommission plus 17jähriger Kommissarstochter Ahnung von Ägyptologie, Hieroglyphen und antiken Sprachen hat - in Kairo dann auch arabisch spricht, mit Kairoer Ortsdialekt - ist schon ungewöhnlich.
Auf den ersten 150 Seiten besteht die Haupthandlung in dem Versuch, ein Passwort zu entziffern, gähn...
Während eine Polizistin das Passwort in der Wohnung des Toten zu entziffern versucht, liebt der Kommissar seine wiedergefundene Jugendliebe in der Wohnung darunter und die siebzehnjährige Tochter des Kommissars erfährt ihre erste Liebe bei einem alternden Maler in der Wohnung darüber - nur Rosamunde Pilcher schreibt schöner.
Im Ermittlungsteam macht scheinbar jeder das, wozu er Lust hat. So steht geschrieben, dass sich die Arbeitsgruppe Fälle heraussucht, die Ihnen zusagen - so etwas gibt es nicht im realen Arbeitsleben, auch nicht in Schweden.
Falls der Handlungsfluss bei den nächtlichen Ermittlungen mitten im Wald stoppt, ruft man nachts um halb drei den Mobilfunkbetreiber an und erfährt sofort, wo das Handy des Verdächtigen gerade ist. Die Verfolgung kann also weitergehen. Natürlich kann man sich auch in sämtliche Server verdächtiger Firmen leicht unbemerkt einwählen, Firewalls sind für Polizistinnen kein Hindernis.
Die Reise nach Kairo und das dortige Szenario ist einfach haarsträubend konstruiert!
Fazit: Kein Krimi, kein Thriller, leider auch kein Buch über das alte Ägypten...ein Stern.