Wolfgang Schwerdt erzählt in dieser parabelhaften Geschichte von einem Kater, in dessen angestammten Wohnsitz Katzenfeinde einziehen, die ihn zuerst mit dem Auto überrollen wollen und dann auch noch mit einem Hund hetzen.
Katers Rache ist fürchterlich. Bald traut sich der zerkratzte und geschundene Hund nicht mehr durchs Haus und muss weggegeben werden. Und schließlich ziehen auch die Bewohner aus, weil sie nächtliche Angriffe des mit Klauen und Krallen bewehrten Monsters zu fürchten haben und das Verbandsmaterial knapp wird.
Der Einzug einer neuen Familie, die sich für extrem tierlieb hält, schlägt ein neues Kapitel auf. Hildegard, wie die Mutter nach der berühmten historisch belegten adeligen Kräutertante von ihren Eltern genannt worden war, und ihr Göttergatte Kevin-Sascha-Johannes versuchen, den Kater ins Haus zu locken. Doch alle ihre spirituell geprägten Bemühungen scheitern. Nur ihr Sohn Janni, schafft es, Freundschaft mit "Käptn Hook" zu schließen ...
'Katzen suchen sich ihre Menschen aus', weiß der Autor, ein ausgewiesener Katzenfreund und -kenner. Er setzt dieser alten Weisheit im Miteinander von Mensch und Samtpfote mit seiner kurzen Erzählung ein kleines literarisches Denkmal. Dass er dabei auch noch die Krallen ausfährt und einen ironischen Seitenhieb auf "Ökofamilien" setzt, mag seiner eigenen inneren Katernatur entsprungen sein.
Eigentlich ist der Text entschieden zu kurz, denn viel zu schnell enden die Erlebnisse des vierbeinigen Herrschers über den alten Hof. Ich hätte mir jedenfalls weitere Episoden aus dem Leben des wilden Katers gewünscht.