Ihren Artikel jetzt
eintauschen und
EUR 1,55 Gutschein erhalten.
Möchten Sie verkaufen?
Zur Rückseite klappen Zur Vorderseite klappen
Anhören Wird wiedergegeben... Angehalten   Sie hören eine Probe der Audible-Audioausgabe.
Weitere Informationen
Alle 2 Bilder anzeigen

Der widerspenstige Planet: Erzählungen - Mit einem Vorwort von Harry Harrison Taschenbuch – 2. November 2009


Alle Formate und Ausgaben anzeigen Andere Formate und Ausgaben ausblenden
Amazon-Preis Neu ab Gebraucht ab
Taschenbuch
"Bitte wiederholen"
EUR 33,00 EUR 6,78
1 neu ab EUR 33,00 2 gebraucht ab EUR 6,78

Buch-GeschenkideenWeihnachtsgeschenk gesucht?
Entdecken Sie die schönsten Buch-Geschenke im Buch-Weihnachtsshop.
Hier klicken

Jeder kann Kindle Bücher lesen — selbst ohne ein Kindle-Gerät — mit der KOSTENFREIEN Kindle App für Smartphones, Tablets und Computer.


Produktinformation

  • Taschenbuch: 704 Seiten
  • Verlag: Heyne Verlag (2. November 2009)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3453525620
  • ISBN-13: 978-3453525627
  • Originaltitel: The collected Stories
  • Größe und/oder Gewicht: 18,6 x 11,8 x 5 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 152.197 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Mehr über den Autor

Entdecken Sie Bücher, lesen Sie über Autoren und mehr

Produktbeschreibungen

Über den Autor und weitere Mitwirkende

Robert Sheckley, 1928 in New York geboren, studierte Englisch und Philosophie an der New York University. Bereits während des Studiums begann er erste Kurzgeschichten zu veröffentlichen, und in kürzester Zeit machte er sich einen Namen als einer der intelligentesten und humorvollsten Science-Fiction-Autoren. Parallel zu seiner Schreibtätigkeit arbeitete er als Literaturredakteur und hatte Gastdozenturen an verschiedenen Universitäten. Sheckley starb im Dezember 2005.

Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Treggis seufzte vor Erleichterung, als der Besitzer des Antiquariats nach vorn ging, um einen anderen Kunden zu bedienen. Es war doch ziemlich nervenaufreibend gewesen, ständig diesen krummen, alten Mann um sich herumscharwenzeln zu haben, der ihm immer wieder über die Schulter geblickt hatte, um mit seinem knorrigen, schmutzigen Finger hierhin und dorthin auf der Buchseite zu deuten, die er gerade aufgeschlagen hatte. Ab und zu hatte der Alte dienstbeflissen mit einem tabakbefleckten Taschentuch Staub von den Regalen gewischt und dann wieder, zu Treggis' großen Verdruss, mit schriller hoher Stimme völlig uninteressante Lebenserinnerungen vorgetragen.
Zweifellos war keine böse Absicht dabei im Spiel gewesen, aber alles hatte schließlich seine Grenzen. Er hatte nichts weiter tun können, als höflich zu lächeln und zu hoffen, dass die kleine Glocke über der Ladentür anschlug - was dann endlich auch geschehen war.
Treggis begab sich in den hinteren Teil des Ladens und hoffte, der nervtötende kleine Mann würde nicht nach ihm suchen. Er ging an einer beeindruckenden Menge griechischer Bücher vorüber, dann an der populärwissenschaftlichen Abteilung. Als Nächstes ließ er, in einem eigenartigen Gemisch von Autoren und Titeln, Edgar Rice Burroughs, Anthony Trollope, Theosophie und die Gedichte von Longfellow hinter sich. Je weiter er in den hinteren Teil des Ladens kam, desto dicker wurde die Staubschicht, desto seltener hingen nackte Glühbirnen über dem Gang und desto höher wurden die Stapel der etwas modrig riechenden, eselsohrigen Bücher.
Es war wirklich ein herrlicher alter Ort und Treggis konnte sich überhaupt nicht erklären, warum er ihn nicht schon früher entdeckt hatte. Buchläden waren der einzige Genuss in seinem Leben. Er verbrachte seine gesamte Freizeit in ihnen, glücklich an den langen Bücherreihen entlangwandernd.
Natürlich war er nur an bestimmten Büchern interessiert.
Am Ende des hoch hinaufreichenden Bücherbergs tauchten drei weitere Gänge auf, die in kuriosen Winkeln abzweigten. Treggis folgte dem mittleren Gang und war erstaunt, dass die Buchhandlung viel größer war, als sie von außen gewirkt hatte: nur eine Tür, halb verborgen zwischen zwei Gebäuden, darüber ein altes, handgemaltes Schild. Doch er hatte schon öfter die Erfahrung gemacht, dass man sich bei diesen alten Läden täuschen konnte. Manchmal waren sie beinahe einen halben Häuserblock tief.
Nun teilte sich der Gang in zwei weitere Büchergassen. Treggis wählte die linke und ließ seine Augen mit geübtem Blick über die Titel wandern. Er war nicht in Eile; wenn er wollte, konnte er den ganzen Tag hier verbringen - ganz zu schweigen von der Nacht.
Er war schon ein ganzes Stück den Gang hinuntergeschlendert, als ihm plötzlich ein besonderes Buch ins Auge stach.
Es war ein kleines, schwarzes Buch, alt, jedoch mit jenem alterslosen Aussehen, das manche Bücher haben. Seine Ränder waren abgestoßen und die Schrift auf dem Einband war verblasst.
"Nun, was enthältst du denn?", murmelte Treggis leise.
Auf dem Einband stand: Pflege und Fütterung von Greifen. Und darunter, in kleinerer Schrift: Ratgeber für Besitzer.
Treggis wusste, dass ein Greif ein mythologisches Ungeheuer war, halb Löwe und halb Adler.
"Nun gut", sagte er zu sich selbst. "Wollen mal sehen." Er schlug das Buch auf und begann das Inhaltsverzeichnis zu lesen.
Die Überschriften lauteten: 1. Die Gattung Greif. 2. Eine kurze Geschichte der Greifologie. 3. Unterarten des Greifen. 4. Die Nahrung des Greifen. 5. Die Nachbildung des natürlichen Habitats für den Greifen. 6. Der Greif während der Mauser. 7. Der Greif und ...
Treggis klappte das Buch zu. "Dies", sagte er sich, "ist ganz entschieden - nun ja, ungewöhnlich."
Neugier ließ ihn das Buch wieder öffnen, er überflog ein paar Seiten, las hie und da einen Satz. Sein erster Gedanke, dass es sich bei dem Buch um eines jener "gekünstelten" naturhistorischen Werke handelte, die in der Elisabethanischen Zeit so beliebt gewesen waren, erwies sich eindeutig als falsch. Das Buch war nicht alt genug; der Stil hatte nichts Beschönigendes, keinen ausbalancierten Satzbau, keine kunstvolle Antithese und dergleichen - er war geradeheraus, klar unterteilt, knapp. Treggis überflog einige weitere Passagen, bis er auf Folgendes stieß:
"Die alleinige Nahrung des Greifen besteht aus Jungfrauen. Gefüttert wird einmal im Monat und es ist ratsam, dabei Vorsicht walten zu lassen ."
Er klappte das Buch wieder zu. Dieser Satz löste eine ungewöhnliche Assoziationskette in seinem Inneren aus. Errötend verscheuchte er sie und betrachtete wieder das Regal, in der Hoffnung, weitere Bücher derselben Sorte zu finden. Irgendetwas wie Eine kurze Geschichte der Affären der Sirenen oder vielleicht Die Aufzucht von Minotauren -richtig gemacht. Aber da war nichts auch nur entfernt Interessantes. Nicht in diesem Regal und, soweit er das beurteilen konnte, auch in keinem anderen.
"Etwas gefunden?", fragte eine Stimme hinter ihm.
Treggis schluckte, lächelte und streckte dem Besitzer des Antiquariats das alte schwarze Buch hin.
"Oh ja", sagte der alte Mann und wischte den Staub von dem Einband. "Was Sie da haben, ist eine Rarität."
"Tatsächlich?", murmelte Treggis.
"Greifen", sagte der alte Mann grüblerisch, während er das Buch durchblätterte, "sind sehr selten. Es sind sehr seltene ... Tiere", schloss er nach einem Augenblick des Nachdenkens. "Einen Dollar fünfzig bekomme ich für dieses Buch, Sir."
Treggis verließ, seine Eroberung unter den dünnen rechten Arm geklemmt, eilig den Laden und ging schnellstens nach Hause. Man kauft schließlich nicht jeden Tag ein Buch über die Pflege und Fütterung von Greifen.

Treggis' Zimmer hatte auffallende Ähnlichkeit mit einem Antiquariat. Es herrschte der gleiche Platzmangel, die gleiche graue Staubschicht lag über allem und es gab das gleiche vage sortierte Chaos von Titeln, Autoren und Genres. Treggis hielt sich diesmal nicht damit auf, sich an seinen Schätzen zu weiden. Seine abgegriffenen Wollüstigen Gedichte blieben unbeachtet. Die Psychopathia Sexualis stieß er unbarmherzig von seinem Sessel, setzte sich und fing an, in seiner neuen Errungenschaft zu lesen.
Es stellte sich heraus, dass eine Menge bei der Pflege und Fütterung von Greifen zu beachten war. Kaum zu glauben, dass ein Geschöpf, das halb Löwe und halb Adler war, dermaßen heikel sein sollte. Treggis stieß auch auf eine interessante Abhandlung über die Fressgewohnheiten des Greifen, ebenso wie auf andere erhellende Informationen.

Welche anderen Artikel kaufen Kunden, nachdem sie diesen Artikel angesehen haben?


In diesem Buch (Mehr dazu)
Ausgewählte Seiten ansehen
Buchdeckel | Copyright | Inhaltsverzeichnis | Auszug
Hier reinlesen und suchen:

Kundenrezensionen

4.2 von 5 Sternen
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel

Die hilfreichsten Kundenrezensionen

36 von 38 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Peter Samol am 29. Dezember 2009
Format: Taschenbuch
Zuerst muss natürlich unbedingt gesagt werden, dass der im Jahr 2005 im Alter von 77 Jahren verstorbene Robert Sheckley einer der ganz großen Autoren im Metier der Science Fiction Erzählungen war. Seine Storys waren zur Zeit ihrer Anfertigung nicht nur brillant, sondern ihrer Zeit meist weit voraus. Und das weniger in technischer Hinsicht, sondern vor allem was die Entwicklung des Zeitgeistes und des Lebensgefühls anging. Er hatte offenbar ein sehr feines Gespür für die sich anbahnenden Entwicklungen der Welt, in der er lebte.

Um so unverständlicher, dass 13 der 16 Storys aus den Jahren von 1953 bis 1958 stammen und die letzten drei aus der ersten Hälfte der 70er Jahre. Allein zwischen diesen beiden Zeitabschnitten liegt ein geradezu überwätigender Qualitätssprung. Natürlich sind einige der früheren Geschichten (vor allem "Utopia mit kleinen Fehlern" oder "Pilgerfahrt zur Erde") auch heute noch absolut empfehlenswert. Empfehlenswert ist auch der Kurzroman "Die Jenseits-Corporation", der mit seinen umfangreichen 250 Seiten (!) in einem Erzählungs-Band reichlich deplaziert wird. Er wird im Vorwort als Literaturvorlage für den Film "Freejack" gehandelt, hat mit diesem allerdings kaum etwas gemeinsam; eigentlich noch nicht einmal die Grundidee. Aber alles in allem kann das Gros der früheren Werke ein Publikum, das mit Mystery-, SF- und sonstigen Produkten aus dem Metier der Phantastik geradezu übersättigt ist, heute nicht mehr wirklich hinter dem Ofen hervorlocken.

Was für ein Potenzial Sheckley hatte, wird gerade an den drei letzten Erzählungen (jenen aus den 70ern) deutlich.
Lesen Sie weiter... ›
1 Kommentar War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein Feedback senden...
Vielen Dank für Ihr Feedback. Wenn diese Rezension unangemessen ist, informieren Sie uns bitte darüber.
Wir konnten Ihre Stimmabgabe leider nicht speichern. Bitte erneut versuchen
4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Amazon Kundenrezensionen TOP 1000 REZENSENT am 13. Januar 2012
Format: Kindle Edition Verifizierter Kauf
"Das Millionenspiel" wird wohl immer mal wieder Leserinnen und Leser aus die Suche nach einer Kurzgechichtensammlung dieses Autoren machen um die literarische Vorlage dieses Films kennen zu lernen. Und man muss sagen, Wolfgang Menge hat sich gut daran orientiert - und ihm dabei seinen eigenen Anstrich gegeben.

Die anderen Geschichten sind zum Teil thematisch ähnlich und ähnlich erschreckend (wie etwa "Das siebte Opfer" oder der Roman "Die Jenseits-Corporation"). Dann gibt es noch eine ziemlich freche kleine Fantasy-Geschichte ("Fütterungszeit") und ein nettes Erzählexperiment ("Pas de Troi"). Alles in Allem eine für mich ziemlich befridigende Zusammenstellung, die auch sehr ungewöhnliche Betrachtungen der Menschen durch die Augen von Außerirdischen beinhaltet (z.B. "Spezialist"). Auf jeden Fall eine Empfehlung im Beriech der klassichen SF.
Kommentar War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein Feedback senden...
Vielen Dank für Ihr Feedback. Wenn diese Rezension unangemessen ist, informieren Sie uns bitte darüber.
Wir konnten Ihre Stimmabgabe leider nicht speichern. Bitte erneut versuchen
4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Christa Frackmann am 9. Februar 2011
Format: Taschenbuch Verifizierter Kauf
In dieser Sammlung verschiedener Kurzgeschichten, wo teilweise andere Welten aufs Korn genommen, oder phantastische Erlebnisse verständlich auf die Beine gestellt werden, fehlt es nicht an natürlicher Spannung. Manchmal fühlt man sich, als ob man einen Krimi aus einer anderen Zeit liest, in dem es an Gangstern nicht fehlt. In vielen der Erzählungen wird der Mensch als Wesen betrachtet, das dem Bösen ausgesetzt ist, egal in welcher Zeit es lebt. Robert Sheckleys trockener Humor wirkt erfrischend und auf einer anderen Ebene zynisch. Hier kommt keine Langeweile auf, und es lohnt sich dieses Buch zu lesen. Da ich mich gerne mit dem Genre Science Fiction Romane oder Short Stories auseinandersetze, las ich dieses Buch. Hoffnung auf ein besseres Leben in der Zukunft für den Menschen im allgemeinen kommt hier nicht auf. Hierachiche Strukturen bestimmen die Zukunft.
Kommentar War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein Feedback senden...
Vielen Dank für Ihr Feedback. Wenn diese Rezension unangemessen ist, informieren Sie uns bitte darüber.
Wir konnten Ihre Stimmabgabe leider nicht speichern. Bitte erneut versuchen

Ähnliche Artikel finden