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Der weiße Schmerz: Drei Tagebücher [Restexemplar] [Gebundene Ausgabe]

Ingmar Bergman , Maria von Rosen , Henning Mankell , Verena Reichel
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)

Erhältlich bei diesen Anbietern.



Kurzbeschreibung

29. Januar 2007
Drei Tagebücher: Ingmar Bergmann und seine Tochter Maria von Rosen haben erst lange nach dem Tod Ingrid Bergmans beschlossen, die Tagebücher, die sie während ihrer Krebserkrankung geführt haben, zu veröffentlichen. Die Bücher erzählen auf ganz unterschiedliche Weise, wie jeder lernen musste, mit dem nahenden Tod umzugehen. So brechen alte Konflikte zwischen Tochter und Vater auf, die Gefühle schwanken zwischen Trauer, Wut, Liebe und Zorn über die eigene Unzulänglichkeit. Es sind Tagebücher von beeindruckender Authenzität und menschlicher Größe.

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 264 Seiten
  • Verlag: Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG (29. Januar 2007)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3446207546
  • ISBN-13: 978-3446207547
  • Größe und/oder Gewicht: 20,6 x 13,6 x 2,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 727.795 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Samstag, den 12. November

INGRID Schlief bis drei. Dann war es vorbei. Angst, Weinen, trotz einer Stesolid. Schlief immerhin gegen fünf wieder ein. Weinte auch am Morgen. Geht vorbei. Essen geht gut. Bekam den Magen in Gang. Ingmar um halb zwölf zu Besuch. Bringt Shampoo und anderes mit, so tüchtig. Alle Kinder rufen an. Der Abend ruhig.

INGMAR Ingrid weinte heute nacht, als sie daran dachte, daß sich das Leben für immer unwiderruflich verändert hat. Aber wir waren uns darüber einig, daß alles noch viel schlimmer sein könnte. Bei meinem Besuch war Ingrid ziemlich guten Muts, und wir schwatzten drauflos, so gut es ging - wir versuchen, tüchtig zu sein, und das geht ziemlich gut. Ich bringe meine sechs Seiten zustande und bediene mich bei dem Konzept für »Célimène-Arsinoé« schamlos aus einer früheren Inszenierung.

MARIA Meine Schwester Eva hat sich ausgedacht, daß sie und ich zusammen essen gehen und dann Ingmar besuchen und plaudern. »Ich will nicht«, schreit es in mir. Aber brav fand ich mich damit ab. Ingmar war lieb und hinterlegte Geld an der Kasse des Dramaten, damit wir es für unser Essen hätten. Ich sollte es abholen, wartete aber möglichst lange, um ihm nicht begegnen zu müssen. Was ist das für eine komische Reaktion? So bin ich immer gewesen, nicht nur bei ihm. Ich habe Angst. Aber wovor?

Sonntag, den 13. November

INGRID Konnte trotz leichter Schmerzen gut schlafen. Nach dem Lunch Magenschmerzen. Ingmar hier, so lieb. Benjamin ruft an und wünscht sich zu Weihnachten ein graues Batmankostüm. Fernsehen bis halb zehn. Grünes Licht für die EU. INGMAR Ingrid ging es ziemlich gut. Aber sie muß lernen, ungeheuer wenig aufs Mal zu essen. Sie scheint guten Muts und fängt an, sich nach zu Hause zu sehnen. Sie ist so eifrig. Ich finde keine Worte. Ich wage es nicht, an den Abgrund zu denken. An den Alptraum, aus dem wir nicht erwachen. Linn, Eva und Maria heute abend hier. Ein paar Stunden, und es war liebevoll. Gar nicht so schwierig, wie ich gedacht hatte. Ingrid heute abend ruhig.

INGMAR [AM RAND] Ingrids willensstarker Eifer, nach Hause zu kommen, ist verständlich, wenn man daran denkt, daß sie die Gedanken mit Alltäglichkeiten füllen kann, die die Sorgen um Krankheit und Tod verscheuchen sollen. Sie will es so intensiv, und ich habe nichts dagegenzusetzen. Sonst glaubt Ingrid noch, daß ich nicht will, daß sie nach Hause kommt. Die Stunde, die ich auf Ingrid wartete, als sie rasch zum Röntgen geschickt wurde, war merkwürdig und eigentlich nicht zu beschreiben. Es galt nur, sich geistig und körperlich bewegungslos zu verhalten. Und so vergingen die Sekunden und Minuten. Die Erleichterung war - ich habe kein passendes Wort dafür.

Montag, den 14. November

INGRID Gut geschlafen. Schnee, Regen, Sturm. Doktor Farago zu Besuch, reden lange. Doktor Franzén vom Radiumheim noch nicht erreicht. Die Fäden werden gezogen, und die Kanüle will nicht heraus. Also muß der Doktor kommen. Ging gut. Ingmar zu Besuch. Überstehe den ganzen Tag ohne neue Schmerzen. INGMAR Ingrid geht es verhältnismäßig gut, und wenn man bedenkt, daß die Operation vor vierzehn Tagen stattfand, dann ist das ein Wunder. So weit, so gut. Die Fäden wurden gezogen, und die Kanüle, die Sonde, wurde entfernt. Ich verabschiedete mich von Doktor Farago. Er behauptete, die Blutproben zumindest seien nicht alarmierend. Ingrids Hand sah fast aus wie gewöhnlich. Ist aber magerer geworden. Heute gab es eine Art Erleichterung. Allerdings nur für den Moment. Ich ackere mich durch das Regiebuch und bediene mich aus früheren, soweit sie mir zugänglich sind. Eine Müdigkeit, gegen die ich machtlos bin, und eine ständige Sehnsucht und ein ständiges Staunen. Schlief mich durch »Die Akte«.

MARIA Ich verfluchte meine hartnäckige Schwester Eva und ihre Idee mit dem Essen. Aber es wurde eine positive Überraschung, wie so oft, wenn mich etwas Bevorstehendes beunruhigt. Ingmar hatte alles so schön hergerichtet und überall Kerzen angezündet. Erzählte von seiner großen Nervosität vor dem Treffen mit uns. Eva hielt das Gespräch in Gang, und das war angenehm. Aber ich wollte nur weg von dort. Warum kann ich Ingmars Trauer nicht annehmen? Kann ich mir selbst meinen eigenen Schmerz nicht eingestehen? Bin ich Ingmar im Grunde genommen böse wegen dem, was geschehen ist? Ist es eine alte infantile Eifersucht, weil er vor zwanzig Jahren in unsere Familie eingedrungen ist und uns unsere Mutter »stahl«? Ich muß diese Abneigung überwinden. Neben Mama hat er es jetzt am schwersten. Morgen helfen ich und Tante Birgit Mama beim Umzug ins Sophiaheim. Ich werde versuchen, etwas Neues zu schreiben. Aber ich habe weder Einfälle noch Lust. Die Gedanken an Mama finden sich ständig in voller Beleuchtung vor mir.

Dienstag, den 15. November

INGRID Bekam heute nacht um zwölf Magenkrämpfe. Schrecklich. Gingen schließlich mit Alvedon als Brausetablette vorbei. Schwierigkeiten beim Schlucken. Nahm ein Stesolid. Schlief danach. Ziehe mich an. Verabschiede mich. Werde von Birgit und Maria abgeholt. Viertel vor zwölf ins Sophiaheim, Station drei. Schwester Ingegerd ist da. Lunch. Esse wie ein Baby. Schlafe eine Weile. Caroline und Benjamin um eins zu Besuch. Spaziergang im Park. Dozent Sundblad kam, ein feiner Mann. Ingmar kam um halb drei. Schön, hierzusein.

INGMAR Ingrid zieht heute ins Sophiaheim um, Station drei. Schwester Ingegerd ist ungeheuer beruhigend. Trotzdem war ich den ganzen Tag ängstlich, und als Ingrid mir in ihren gewöhnlichen Kleidern und so zart und fast unwirklich im Korridor entgegenkam, kehrte das Gefühl aus dem Traum zurück. Dann redeten wir ganz lieb ohne Tränen, und die Dämmerung begann. Ingrid war heute sehr aktiv. Ist im Park spazierengegangen. Hat die Enkel und die Kinder getroffen. Sie verzichtet darauf, es langsam angehen zu lassen. Ich habe sechs Seiten »Menschenfeind« geschafft. Ging meinen alten Schulweg. Zwanzig Minuten. Genau wie vor fünfundsechzig Jahren.

Mittwoch, den 16. November

INGRID Trotz Magenschmerzen um zwölf gut geschlafen. Nahm Schmerzmittel und schlief wieder ein. Birgit fährt mich um halb elf nach Hause zum Karlaplan. Hole andere Kleider und ein paar Sachen. Wiege mich. 31/2 Kilo habe ich abgenommen. Nicht mehr. Zum Lunch zurück. Schwierig, das Essen herunterzubekommen. Dozent Sundblad schaut um zwei nach mir. Magenschmerzen. Ingmar zu Besuch.

INGMAR Heute war es anders. Aber genauso nah am Abgrund wie vorher. Ingrid war zusammen mit Birgit auf einen kleinen Besuch zu Hause. Ingrid saß in ihrem Zimmer am Fenster und strickte. Es war ruhig und gemütlich. Sie hat immer noch Schmerzen, wenn sie gegessen hat. Macht sich aber keine besonderen Sorgen darüber. Sie hatte ihre rote Jacke an, wir saßen in der Dämmerung - es war gut und harmonisch, und ich entging der Schweißflamme. Besprechung im Theater über Termine und Bühnenbild und Verschiedenes. Ich strenge mich höllisch an, so zu sein wie gewöhnlich.

MARIA Es klingelte an der Tür, und Caroline kam mit Benjamin. Lieber Besuch. Außerdem riefen Eva, Lena, Birgit, Stefan, Mama und Ingvar an. Ingvar fand, ich würde etwas müde und düster klingen. Ich versuche, wie gewöhnlich zu klingen, aber er sieht und hört sofort meine Gemütsstimmung.

Tante Birgit und ich halfen Mama gestern beim Umzug. Sie war angezogen und hatte die Haare in einem schönen Knoten hochgesteckt. Es ist bemerkenswert, wie gesund und stark sie aussieht. Man kann kaum sehen, wie krank sie ist. Sie sagte selbst: »Ich sehe nicht gerade krank aus.« Das gibt mir Hoffnung. Es war schön für sie, ins Sophiaheim zu kommen. Ein großes, luftiges Zimmer mit Aussicht auf den Park, gutes Essen und Stoffservietten. Und Schwester Ingegerd, die ein richtiger Fels ist. Die Mama und Ingmar von früher kennt. Anna kam auch. Ich hatte Angst, daß Mama sich übernehmen könnte. Anna und Tante Birgit reden so viel. Aber ich glaube, das gefällt Mama. Mit mir ist es viel stiller. Caroline und Benjamin wollten etwas später kommen.

Am Abend...


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5.0 von 5 Sternen Die Macht des Willens. Die Ohnmacht der Verzweiflung. 1. Dezember 2013
Von eule 52
Format:Gebundene Ausgabe
Tagebucheintragungen dreier sich in einem Kokon der Liebe nahe stehender Menschen vom 10. Oktober 1994 bis 20. Mai 1995, von der Krebsdiagnose bis zum finalen Aus.
Es ist das Sterben der Ingrid Bergman, die Ohnmacht ihres Ehegatten Ingmar und die Geschichte einer liebevollen Annäherung ihrer Tochter Maria von Rosen. Jeder hat seine eigene Sicht auf das Unausweichliche. Ingrid Bergman, Ehefrau und Mutter, Ruhepol und ruhender Fels in der Familienbrandung - große innere Willenskraft setzt sie ihrem destruktiven Leiden entgegen. Anders ihr Ehemann Ingmar, das '76jährige Kind, das jetzt erwachsen werden muß', der Zerrissene, der Angst hat zu versagen in der pflegerischen Verantwortung, dessen Seelenqualen im Angesicht des nahen Todes der Liebsten unermesslich sind. Die Tochter, die beiden gerecht werden soll, der Sterbenden und dem Trauernden - und das in einer Lebenssituation, die alles andere als gefestigt ist.

Dieses Buch ist Zeugnis einer tiefen Liebe, 'bis daß der Tod sie scheidet', zusammengestellt aus der Chronologie des ureigenen Leidens der drei Hauptbeteiligten, Medium ihrer Trauerarbeit, ungeschminkt, aufrichtig, deprimierend, authentisch und ohne Anspruch auf literarische Unsterblichkeit. Nichts anderes.
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